Karin Weber: „Der Anstieg siehtbeunruhigender aus als er tatsächlich ist.“

Arbeitsagentur meldet: Winter auf dem Arbeitsmarkt

Freising - Auch wenn Freising und Erding bisher von Schnee und Eis weitgehend verschont geblieben sind: Der Winter hat pünktlich zum Jahresbeginn auf dem Arbeitsmarkt Einzug gehalten. Im Kreis Freising ist die Zahl der Erwerbslosen auf 2226 gestiegen.

3979 Personen waren im Januar im Agenturbezirk Erding und Freising arbeitslos gemeldet - gut 1000 mehr als noch im Dezember. Die Arbeitslosenquote beläuft sich damit auf 2,4 Prozent. Im Januar 2011 lag diese bei drei Prozent und 4920 Personen. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar sieht auf den ersten Blick beunruhigender aus als er tatsächlich ist“, stellt Karin Weber, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Freising, klar. „Der Saisonausschlag hält sich im Januar im üblichen Rahmen.“ 46 Arbeitnehmer, die witterungs- respektive auftragsbedingt ausgestellt wurden, seien im Januar sogar schon wieder von den Arbeitgebern zurückgerufen worden.

Typisch ist laut Karin Weber, dass die Winterarbeitslosigkeit hauptsächlich zu Lasten der Männer geht. So hat sich der Anteil der arbeitslosen Männer auf 59,1 Prozent erhöht. Zum Vergleich: Im November waren noch genauso viele Männer wie Frauen arbeitslos. Unterteilt nach dem Alter waren im Januar nur 1,3 Prozent aller Arbeitslosen jünger als 20 Jahre. 22,1 Prozent waren über 55.

Die Erwerbslosenquote lag im Januar in den Landkreisen Freising und Erding bei je 2,4 Prozent. Im Kreis Freising hat die Agentur zu Jahresbeginn 2226 Arbeitslose gezählt, gut 22 Prozent (minus 647 Personen) weniger als im Januar 2011. Die Arbeitslosenquote lag im Landkreis Freising vor einem Jahr noch bei 3,1 Prozent. Im Kreis Erding reduzierte sich diese Quote innerhalb der Jahresfrist um rund 14 Prozent (minus 294 Personen) auf 1753 Arbeitslose.

Die Unterbeschäftigungsquote lag im Bezirk im Januar bei 3,5 Prozent. Dabei werden zusätzlich jene Personen einberechnet, die an einer Bildungsmaßnahme teilnehmen respektive wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlichen Regelungen dem Arbeitsmarkt derzeit nicht zur Verfügung stehen und somit in der Arbeitslosenquote definitionsbedingt nicht abgebildet werden. Das bedeutet, betonte Weber, dass ohne die Entlastung durch die Arbeitsmarktpolitik im Januar 5855 Personen in den Landkreisen Freising und Erding arbeitslos gewesen wären. Im Januar 2011 lag die Unterbeschäftigungsquote noch bei 4,3 Prozent.

Ruhiger war es, zumindestens in der ersten Januarwoche, bei der Personalnachfrage. 480 Stellenangebote wurden den Vermittlern in Freising und Erding gemeldet - das sind 118 weniger als im Dezember. Im Stellenpool befinden sich derzeit 2074 Angebote, 2036 davon für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Hälfte der gemeldeten Stellen stammt aus dem Bereich „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“. 309 kommen aus der Sparte „Produktion und Fertigung“, 215 vom „Handel, Vertrieb Tourismus“, 182 aus der „Gesundheits- und Sozialbranche“. 119 zu besetzende Stellen haben Unternehmen gemeldet, die dem Bereich „Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik“ zuzuordnen sind.

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