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Archäologischer Schatz aus Kupfer

Spangenbarren in Oberding: Ein 4000 Jahre alter Fund

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Erding - Sie blitzten aus einer Abfallgrube hervor: 4000 Jahre alte Spangenbarren aus Kupfer. Mit über 800 Stück ist das der bislang größte Fund seiner Art in Bayern. Ein Schatz, dessen Untersuchung die Stadt Erding finanziert.

Gut zwei Wochen, nachdem das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in München medienwirksam den besonderen Fund dieser Spangenbarren überregional vorgestellt hatte (wir berichteten), kamen die Experten in den Stadtrat. Erdings Museumsleiter Harald Krause, Archäologin Sabine Kutscher, Restaurator Jörg Stolz und Landeskonservator Professor Sebastian Sommer berichteten den Stadträten und den zu diesem Thema zahlreich erschienenen Zuhörern vom Spangenbarrenhort, der im April 2014 auf einem Privatgrundstück in Oberding bei vorbereitenden Bauarbeiten entdeckt worden war.

Seit Dezember 2014 ist die Stadt Erding Eigentümerin des archäologischen Fundes. Seither unterstützt die Stadt maßgeblich die Untersuchungen der Barren im Landesamt für Denkmalpflege in München. Sie stammen aus einer wohl 30 Zentimeter tief im Boden gelegenen Abfallgrube aus der frühen Bronzezeit (2000 bis 1800 vor Christus). Dort lagen sie in Zehnerbündeln in einer Nische, die wie eine ovale Ausbuchtung am Rand der Grube angelegt war.

War man bei der Bergung der zwei großen Erdblöcke von rund 200 Barren ausgegangen, sind es tatsächlich mehr als viermal so viele, nämlich 809. Die Größe des Fundes allein sei eine Herausforderung, sagte Krause im Stadtrat. Die zweite Herausforderung: „Im Juni/Juli ist das Budget für die Untersuchungen aufgebraucht. Wir sollten gemeinsam sehen, wie wir hier zu einer Lösung kommen können“, erklärte er. Bislang ist die Stadt Auftraggeber und Financier der Arbeiten im Landesamt für Denkmalpflege. Dies betonten alle Experten und bedankten sich dafür ausdrücklich bei OB Gotz und den Stadträten.

Mit einem Computertomographen bekamen die Restauratoren und Archäologen einen dreidimensionalen Einblick in die Erdblöcke, anschließend wurden die Kupferbarren vorsichtig mit Skalpell und Stachelschweinbürste freigelegt, wie Jörg Stolz erzählte. Der erste Erdblock ist bereits zerlegt. Jetzt werden die 30 Zentimeter langen und 80 bis 160 Gramm schweren Spangen einzeln untersucht. Sabine Kutscher hat ihnen ihre Masterarbeit gewidmet. Darin geht sie auch der Frage nach, wie die Menschen vor 4000 Jahren die Spangenbarren nutzten und warum sie sie eingruben. Waren es Gaben an die Götter oder ein Handwerker-Versteck? Dies kann wohl nicht abschließend geklärt werden.

Landeskonservator Sommer erklärte, der Schatz bestehe nicht aus den 809 Spangenbarren, sondern vielmehr darin, „dass er in seiner Gesamtheit entdeckt, geborgen und auseinandergenommen werden kann“. So gewinne man Einblicke in das, was vor fast 4000 Jahren passiert sei. Die Tiefe dieser Informationen sei der eigentliche Schatz. Sommer verglich den Fund in Oberding mit der Gletschermumie Ötzi, die vor 25 Jahren in den Ötztaler Alpen entdeckt worden war. Und Sommer hofft auf die Fortsetzung des Partnerschaftsprojekts mit der Stadt. Sie könnte etwa weiter das Personal zahlen, das Landesamt für Denkmalpflege stelle Räume und Material zur Verfügung, so sein Vorschlag.

Entschieden ist noch nichts. Nur so viel: Die Kupferbarren sollen in einer Sondervitrine im Museum Erding präsentiert werden. Dies ist zum Archäologischen Sommersymposium 2017 geplant.

Gabi Zierz

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