Dicker Rauch aus Wohnhaus: Zimmer brennt

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Erntete viel Beifall: AVE-Vorsitzender Harald Krause beim Neujahrsempfang des Vereins im Museum. 

Archäologischer Verein Erding 

Ausgrabungen: Krause fordert Entschädigung für Bauherren

Erding – Es war ein gediegener Neujahrsempfang des Archäologischen Vereins Erding (AVE), dessen ausgezeichneter Besuch nach den Worten von Oberbürgermeister Max Gotz die Wertschätzung wiederspiegelt, die der Verein, aber auch seine Partnerorganisationen genießen.

AVE-Vorsitzender Harald Krause nutzte diese Kulisse im Museum aber auch zu einer ganzen Reihe deutlicher Ansagen an die Politik. „Wir wollen raus in die Öffentlichkeit“, war einer seiner Kernsätze zum Anliegen des Vereins, der mit seinen 139 Mitgliedern im vergangenen Jahr 15 Veranstaltungen mit insgesamt 800 Gästen organisiert und damit auch für Frequenz im Museum Erding gesorgt hat. Das ist letztlich die infrastrukturelle Basis des Vereins, was dem OB sehr gut gefiel, meinte dieser doch auch, dass es ein „lebendiges Haus“ sein solle. „Jeder Cent, jeder Euro ist hier bestens angelegt“, sagte Gotz.

Krause mahnte eine Entschädigung für Bauherren an, deren Vorhaben durch archäologische Grabungen verzögert und verteuert würden. Unter dem lebhaften Beifall der Gäste sagte er: „Der Entschädigungsfonds steht noch aus.“ Dass das so ist, habe unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeit des Vereins. Wenn nämlich die Ehrenamtlichen auf den Feldern unterwegs sind, um nachzuforschen, ob archäologisch wertvolles Material zutage gefördert worden ist, würden sie nicht selten behindert, sondern sogar beschimpft und bedroht. Dabei sei die Rechtsgrundlage eindeutig. „Wir haben ein Betretungsrecht. Das lassen wir uns nicht gefallen.“ Wieder kam Beifall auf.

Was der AVE alles ehrenamtlich leistet, belegte Krause mit Zahlen. Allein die von ihm genannten Stunden der Grabungshelfer summieren sich auf 533 an den Grabungsstätten und noch einmal 330 zum Säubern der Fundstücke. Zehn bis zwölf Freiwillige engagierten sich und helfen so, die Kosten für die Bauherren zu begrenzen. „Sie opfern ihren Urlaub dafür“, so Krause. Auch bei der Organisation von Veranstaltungen wie dem Neujahrsempfang weiß er ein starkes Team hinter sich.

In seinem Rückblick hob der AVE-Vorsitzende und Museumsleiter auch den Markt Wartenberg hervor, der mit seiner Politik die Arbeit der Archäologen sehr erleichtert habe. Im Neubaugebiet „Wartenberg West“ sei auf der ganzen Fläche der Oberboden abgeschoben und dann gegraben worden. Die Kosten würden umgelegt. „So ist das gerecht“, meinte Krause, der anhand anderer Beispiele, etwa aus Berglern, aufzeigte, dass das leider nicht überall so gehandhabt werde.

Einen, der sich seit Jahren ehrenamtlich für den Verein engagiert und ein Experte für Keltenschanzen ist, zeichnete Krause in diesem feierlichen Rahmen aus: Rudolf Koller aus Bockhorn. Der 60-Jährige erhielt den Archäologiepreis (Bericht folgt).

Samuel Pfanzelt vom Anne-Frank-Gymnasium gestaltete den Empfang mit Saxofon und Querflöte musikalisch.

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