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Dank für die ehrenamtliche Arbeit: Kassier Manfred Kroha überreichte im Namen von Ardeo Präsente an Dieter Gerlspeck und Thomas Albrecht (v. l.).

Interessengemeinschaft Ardeo 

Wahldebakel statt Geschlossenheit

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Erding - Es hätte ein Abend im Zeichen der Geschlossenheit werden können. Am Ende gab’s ein Wahldebakel. Die Jahreshauptversammlung der Händler-Interessengemeinschaft Ardeo ging am Donnerstag ohne neuen Vorstand zu Ende. In vier Wochen wird ein neuer Anlauf unternommen.

Die einen hatten keine Nachfolger geworben, die anderen zwei vorgeschlagen, die nicht konnten beziehungsweise wollten: So könnte man die Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Ardeo zusammenfassen. Doch der Reihe nach: 40 stimmberechtigte Mitglieder und noch einige Zuhörer waren ins Gasthaus Zur Post gekommen. Es versprach spannend zu werden, nachdem Vorsitzender Dieter Gerlspeck und sein Vize Thomas Albrecht wiederholt angekündigt hatten, nicht mehr anzutreten. Zudem war die Versammlung 2016 ausgefallen und insgesamt dreimal verschoben worden.

Warum, das erklärte Gerlspeck in seinem Rechenschaftsbericht. Er erinnerte an die Debatte um die vier verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt im vergangenen Jahr. Für sie hatte Oberbürgermeister Max Gotz mehr Engagement von den Einzelhändlern gefordert und Ardeo damit in Zugzwang gebracht. Gerlspeck schrieb sich den Erhalt der vier umsatzstarken Sonntage auf die Fahne, „die wir in enger Zusammenarbeit mit dem OB und der Stadtverwaltung auf den Weg gebracht haben“.

Für heuer ist erst ein verkaufsoffener Sonntag unter Dach und Fach. Und zwar am 28. Mai im Rahmen der Gewerbetage, die in der Innenstadt stattfinden und von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner eröffnet werden, wie Gotz in der Ardeo-Versammlung kundtat. Ob es drei weitere geben wird, hängt davon ab, wie schnell eine neue Vorstandsriege gefunden wird, die fundierte Anträge in der Stadt stellt.

Gerlspeck, seit 16 Jahren im Vorstand und seit acht Jahren Ardeo-Chef, und Albrecht wollen nach eigenem Bekunden Jüngere ans Ruder lassen. Und dazu verkündete Gerlspeck noch eine Überraschung. „Um die Nachfolge zu erleichtern“, habe man die Eiszeit komplett an den Verschönerungsverein Erding abgegeben und eine Vereinbarung abgeschlossen, „auch zur Sicherheit für die Stadt“. Mit dem Verschönerungsverein arbeitet Ardeo schon seit drei Jahren in der Arbeitsgemeinschaft Winterzeit zusammen, die Eiszeit und Christkindlmarkt zeitgleich organisiert. Dessen Vorsitzender Fritz Steinberger habe die Eiszeit zumindest für die nächsten fünf Jahre zugesichert, so Gerlspeck.

Diese Ankündigung brachte Erwin Dosch sen., viele Jahre selbst Ardeo-Vorsitzender, auf die Palme. Er fragte, warum dazu nicht die Mitglieder gefragt worden seien. „Es oblag dem Vorstand, die Eiszeit einzuführen, und es obliegt dem Vorstand, diese in bewährte Hände weiterzugeben“, antwortete Gerlspeck. Er wies auch den zweiten Vorwurf Doschs, die Mitglieder hätten generell zu wenig Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten gehabt, zurück: „Im digitalen Zeitalter hat es kaum eine Woche gegeben, in der von Tom Albrecht keine Mail verschickt worden ist.“ Es habe viel Kontakt gegeben und durchaus Anregungen, die umgesetzt worden seien.

Ohne Diskussion nahmen die Mitglieder den Finanzbericht für 2015 und 2016 von Kassier Manfred Kroha zur Kenntnis. Demnach beträgt der aktuelle Kassenstand knapp 10 000 Euro – ohne die Mitgliedsbeiträge für 2017, die wegen der Neuwahlen noch nicht eingezogen worden seien, so Kroha.

Gotz mahnte zur Geschlossenheit: „Ich möchte, dass der neue Vorstand die Aufgaben mit Schwung angehen kann.“ Der Stadtchef rief dazu auf, „sich selbst zu engagieren, bevor man bei anderen das Haar in der Suppe sucht“.

Bei den Neuwahlen, die Steinberger nach der einstimmigen Entlastung des alten Vorstands leitete, schlug Dosch Hugo Gruber jun. als Vorsitzenden vor. Der sagte: „Wenn es kein anderer macht, bin ich bereit. Es ist mir eine Ehre.“ Der älteste Sohn von Gewandhaus-ChefHugo Gruber ist aber wie sein Vater kein Ardeo-Mitglied mehr und konnte deshalb nicht gewählt werden. Ernst Howerka schlug Wolfgang Kraus vom gleichnamigen Modehaus vor. Der wollte angesichts „der Größe des Amtes“ noch eine Nacht darüber schlafen.

Am Ende hatte die Veranstaltung Jahrmarkt-Qualitäten. OB Gotz beantragte schließlich, die Wahl bei einer außerordentlichen Versammlung in maximal vier Wochen nachzuholen. Bis dahin könnten sich die Vorgeschlagenen „beschnuppern“. Der Vorschlag kam an. Der alte Vorstand bleibt kommissarisch im Amt.

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