Martin Bayerstorfer: Der Landrat sieht kein Fehlverhalten seiner Mitarbeiter.

Umzüge von Flüchtlingen 

Asyl: Landrat erwartet mehr Kooperation

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Erding – Schon sein Beitrag auf der Merkur-Sonderseite zu ein Jahr „Wir schaffen das“ ging in diese Richtung. Nun wiederholt Landrat Martin Bayerstorfer seine Aufforderung an Flüchtlinge und Helfer: bessere Zusammenarbeit mit dem Landratsamt. Die Vorwürfe der AGA weist er zurück.

Die Flüchtlingsarbeit ist ein großes Feld, das Haupt- und Ehrenamtliche gemeinsam beackern. Die Freiwilligen fühlen sich schlecht informiert und beklagen Fälle, in denen ihre Schützlinge ohne Rücksicht auf deren bereits erfolgte Integration verlegt wurden (wir berichteten). Das Landratsamt nimmt Stellung zu Vorwürfen der Aktionsgemeinschaft Asyl (AGA).

In der Pressemitteilung appelliert Landrat Martin Bayerstorfer nun an die Kooperationsbereitschaft der Asylbewerber und auch der Helferkreise: „Wir versuchen, den Bedürfnissen der Schutzsuchenden in größtmöglichem Umfang gerecht zu werden. Ich bitte aber um Verständnis, dass in manchen Fällen ein Umzug unumgänglich ist und erwarte im Hinblick auf die immer noch hohe Zahl der Asylbewerber in unserem Landkreis eine bessere Zusammenarbeit der Betroffenen mit dem Landratsamt.“

Die Behörde bestreitet den Vorwurf, dass Mitarbeiter des Asylmanagements zu Ehrenamtlichen gesagt hätten, diese sollten sich nicht gegen Umzüge ihrer Schützlinge wehren, sonst kämen diese Flüchtlinge nach Lindum. „Diese Aussage ist unwahr. Die Unterbringungsmöglichkeit in Lindum wird wie jede andere Unterkunft behandelt. Aktuell sind dort Kapazitäten frei“, so die Pressemitteilung.

„Leider kam es in letzter Zeit häufiger zu unerfreulichen Zwischenfällen“, schreibt die Behörde. Zumindest in dieser Bewertung sind sich Haupt- und Ehrenamtliche einig. Zum Fall in Emling bekräftigt das Landratsamt, dass die eritreische Familie verlegt werden musste. „Es wurde eine Kindeswohlgefährdung angenommen“, heißt es in der Erklärung.

Die Behörde bestätigt, dass eine hochschwangere syrische Frau bei einem Besuch des Fachbereichsleiters Asyl, Christian Blatt, in ihrer Unterkunft einen Schwächeanfall erlitten hat. Die Asylhelfer hatten kritisiert, dass Blatt, der noch nie bei der Familie im Container hinter dem Korbinian-Aigner-Gymnasium gewesen sei, ohne Anklopfen eingetreten sei. Laut Landratsamt war der Fachbereichsleiter dagegen „bereits mehrfach in der Unterkunft am Lohfeld und müsste daher der Familie bekannt sein“.

Blatt und eine weitere Asylbetreuerin hätten den Rettungsdienst alarmiert. Bis zu dessen Eintreffen habe sich die Frau wieder erholt. Zwischen dem Familienvater und Blatt sei es zu einer Diskussion gekommen, „im Rahmen derer man sich aber am Schluss mittels Handschlag einigen konnte“. Die Kreisbehörde erklärt: „Landrat Bayerstorfer kann nach ausführlicher Prüfung des Sachverhalts kein Fehlverhalten seiner Mitarbeiter feststellen und widerspricht ausdrücklich den nicht haltbaren Anschuldigungen.“

Der syrischen Familie sei seit Juli bekannt gewesen, dass ein Umzug nach Berglern geplant ist. Sie hätte im Lohfeld bleiben können, jedoch zusammen mit einer anderen Familie einen Container bewohnen müssen. Diese Zusammenlegung begründet die Behörde damit, dass ein Modul als Lager benötigt werde.

Zwei Afghanen haben nun einen der Container bezogen. Nach Angaben der Asylhelfer handelt es sich dabei um eine Strafversetzung aus der Unterkunft in Oberding. Das Landratsamt nennt Streitigkeiten mit Mitbewohnern als Grund. Konfliktsituationen habe es am Lohfeld bisher nicht gegeben. Jedoch seien bei einer Kontrolle in dieser Woche einige „Fremdschläfer“ angetroffen und daher ein Hausverbot ausgesprochen worden.

Eine schnelle Schließung der Unterkunft hinter dem Gymnasium ist nicht vorgesehen. „Generell ist geplant, dass die Container am Lohfeld vorerst weiter betrieben werden, jedoch mit eingeschränkter Kapazität und im Prinzip für kurzfristige Unterbringungen“, erklärt die Behörde. Das Landratsamt bittet die Ehrenamtlichen um Unterstützung bei der Wohnungssuche für anerkannte Flüchtlinge. Nach wie vor werde im Landkreis die Politik verfolgt, anerkannte Flüchtlinge nicht zum Verlassen der Unterkünfte zu zwingen, um sie so vor drohender Obdachlosigkeit zu bewahren.

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