Bau-Innung Erding-Freising 

„Asylbewerber beheben Azubi-Mangel nicht“

Erding - Asylbewerber als zuverlässige Azubis zu gewinnen, ist im Baugewerbe eine schwierige Sache.

Martin Reiter ist weiter Obermeister der Bau-Innung Erding-Freising. Wie sein Stellvertreter Rudolf Waxenberger wurde Reiter in der Jahreshauptversammlung im Amt bestätigt – ein Amt, das viele Termine und Gespräche erforderlich macht und das durch die Asylbewerber vor neuen Herausforderungen steht.

In seinem Bericht referierte Reiter über Aktionen und Versuche, den Nachwuchs für die Bauberufe zu gewinnen. Dazu gehörten beispielsweise zahlreiche Besuche an Schulen, bei denen man die Werbetrommel rührte. Das sei aufgrund stetig sinkender Ausbildungszahlen immer wichtiger, auch wenn man im Bereich Erding und Freising glücklicherweise die Zahl der besetzten Ausbildungsstellen halten könne, so Reiter.

Ein Grund dafür, wieso man sich so schwer tue, Nachwuchs zu finden: Eltern würden sehr oft versuchen, ihre Kinder auf weiterführenden Schulen unterzubringen. Reiter stellte außerdem fest, „dass wir durch Asylbewerber, die eine Ausbildung bei uns machen wollen, den Fachkräfte- und Lehrlingsmangel nicht beheben können“. Denn die Situation, dass Flüchtlinge Azubis im Handwerk seien, gestalte sich „sehr schwierig“. Probleme gebe es nicht nur wegen der teilweise schlechten Deutschkenntnisse, sondern auch wegen der „Einstellung“, so Reiter. Schwierigkeiten machten zudem mangelnde Pünktlichkeit und Genauigkeit.

Besonders ärgerlich für die Handwerksbetriebe: Es seien zahlreiche Behördengänge zu absolvieren, um dann vielleicht nach einem Monat festzustellen, dass der Auszubildende nicht mehr kommt. Von Kollegen habe er „sehr viele böse Briefe“ erhalten, weil sie alles Mögliche unternommen hätten, dann aber der Praktikant nach einigen Tagen nicht mehr erschienen sei, so Reiter. Keine Schuld, so betonte der Obermeister ausdrücklich, treffe das Landratsamt und andere Behörden. Besser sieht es bei der Bau-Innung in Sachen Finanzen aus: Einnahmen von 155 000 Euro im vergangenen Jahr standen Ausgaben von 150 000 Euro gegenüber.

Neben dem Vorstandsduo wurden auch die Beisitzer gewählt: Franz Kreitmayr, Bernhard Käsbauer, Norbert Ruhland, Siegmund Goebel, Harald Irl, Manfred Apold sen., Ludwig Mayer und Andreas Kremser unterstützen Reiter und Waxenberger. (zz)

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