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Drei Jahre als Flüchtlings-Quartier genutzt wurden die Container am Lohfeld in Erding. Im August werden sie abgebaut. Sie sind runtergewirtschaftet.

Schließung im August

Aus für Asylcontainer am Gymnasium

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Erding - Die Asylunterkunft hinter dem Korbinian-Aigner-Gymnasium in Erding wird geschlossen. 25 Flüchtlinge müssen umziehen. Die Container waren drei Jahre in Betrieb und immer umstritten. Nun werden sie nicht mehr gebraucht.

Sie war eine der ersten größeren Flüchtlingsunterkünfte in Erding: die ausrangierten Klassenzimmer-Container hinter dem Korbinian-Aigner-Gymnasium. Ende August 2013 zogen die ersten Flüchtlinge in die anfangs zwei Geschosse ein. Im August wird die Unterkunft am Lohfeld geschlossen. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte das Landratsamt am Dienstag.

Landrat Martin Bayerstorfer erklärte, dass es immer wieder Kritik am schlechten Zustand gegeben habe. „Die war berechtigt, deswegen geben wir die Module auf.“ Es habe sich ohnehin nur um ein Provisorium gehandelt. Hinzu kommt: Die Flüchtlingszahlen sind rückläufig. Der Zeitpunkt August sei nicht zufällig gewählt. „Es handelt sich um anerkannte Asylbewerber. Während des Verfahrens wollten wir niemand umsiedeln“, so der Landrat. Acht Bewohner – der Großteil kommt aus Nigeria – sind in die neue Unterkunft an der Flughafentangente bei Oberding umgezogen.

Landratsamtssprecherin Claudia Kirmeyer bestätigt, dass auch eine fünf- und eine sechsköpfige Familie, beide aus Syrien, vom Auszug betroffen seien. Die fünfköpfige Familie lebt in einem Zimmer in Berglern, der anderen wurde ein Zwei-Zimmer-Apartment in Solching bei Taufkirchen angeboten – neben anderen Flüchtlingen.

Daran entzündet sich Kritik. Die neuen Räumlichkeiten seien viel zu klein, sagen ehrenamtliche Helfer. Hinzu komme, zwei Kinder besuchten in Erding die Grundschule, das dritte hätte ab September einen Kindergartenplatz. Die Familie sei, sagen die Helfer, sehr gut integriert, nun müsse man weit ab vom Schuss wieder ganz von vorne anfangen.

Den Vorwurf weist Bayerstorfer zurück. Er erinnert daran, dass es sich um anerkannte Flüchtlinge handle. „Damit müssen sie eigentlich aus den Quartieren des Landkreises ausziehen. Es steht den Familien frei, sich selbst eine Wohnung zu suchen.“ Ihm sei jedoch klar, dass das „ziemlich chancenlos“ sei. „Wir wollen nicht, dass jemand deswegen obdachlos wird“, versichert der Landrat. Dann wären die Kommunen zuständig. Das Angebot des Landkreises sei jedoch begrenzt.

Kirmeyer ergänzt, dass man grundsätzlich einen harmonischen Übergang anstrebe, insbesondere bei Familien. „Wohnungsgröße-, -schnitt und andere Mitbewohner spielen dabei eine Rolle.“ Für sie steht fest: Die neue Wohnungssituation sei deutlich besser als die aktuelle. ham

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