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Ab ins Bett: Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Durchfall machen das Familienleben derzeit wieder gehäuft zu einer echten Herausforderung.

Atemwegs- und Magen-Darm-Infekte 

Krankheitswelle an Erdinger Grundschule

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Erding – Nasskaltes Wetter, Temperatursturz, Weihnachtsstress – in diesen Tagen braucht man eine robuste Gesundheit. Viele Menschen liegen flach. Eine Erdinger Grundschule hat es besonders erwischt.

An der Grundschule am Ludwig-Simmet-Anger in Altenerding ist derzeit kein regulärer Unterricht möglich. 70 der knapp 250 Mädchen und Buben liegen krank zu Hause. Nicht nur das: Auch acht Lehrer hat es bös’ erwischt. „So schlimm habe ich es noch nie erlebt“, sagt Konrektorin Sabine Hoffmann. Die Ursache: unklar. Bei der Adventsfeier am Donnerstag voriger Woche waren noch deutlich mehr Kinder und Pädagogen an Bord.

Dr. Elmar Gerhardinger, Sprecher des Ärztlichen Kreisverbandes, kann sich gut vorstellen, wie es zu dieser massenhaften Erkrankung gekommen ist, immerhin hütet gut jedes dritte Kind das Bett. „Zurzeit kommt Zweierlei zusammen“, sagte der Allgemeinmediziner aus Erding: Husten, Schnupfen, Heiserkeist, Halsweh und Kopfschmerzen auf der einen Seite sowie Magen-Darm-Infekte auf der anderen Seite.

Gerhardinger glaubt, dass sich am Simmet-Anger Schüler und Lehrer in ungewöhnlichem großen Stil gegenseitig angesteckt haben könnten: Im Klassenzimmer, in der Aula oder auf dem Pausenhof. Die echte Virus-Grippe dürfte aber noch nicht darunter sein (siehe Kasten).

Die anderen Schulen melden keine stark erhöhten Krankenstände. Rund 30 Schülerinnen der Mädchenrealschule Heilig Blut müssen nach Angaben des Sekretariats derzeit das Bett hüten, am benachbarten Anne-Frank-Gymnasium sind es um die 20. „Das ist die übliche Zahl für diese Jahreszeit“, sagt eine Mitarbeiterin der Verwaltung. Josef Hanslmaier, Leiter der Realschule Taufkirchen, versichert, dass trotz einiger erkrankter Lehrer der Unterricht bislang nicht gelitten habe. „Wir versuchen Ausfälle mit Vertretungsstunden zu kompensieren. Bis jetzt ist uns das auch gelungen.“

Nach Meinung von Experten sind Grundschulen eher von einer flächigen Ausbreitung von Infekten betroffen – jüngere Kinder schnappen schneller etwas auf. Barbara Wolff, Leiterin der Grundschule am Lodererplatz, ist umso erfreuter, „dass am Dienstag nur zwei Kinder zu Hause bleiben mussten“. Auch das Lehrerzimmer sei noch nicht ausgedünnt, versichert Wolff mit kratziger Stimme. „Mich hat’s auch ein bisserl erwischt. Aber ich bin da.“ Auch am Grünen Markt ist der Grundschulunterricht nicht in Gefahr.

Gerhardinger sieht keinen Grund zur Beunruhigung. „Die aktuelle Witterung macht es dem Immunsystem nicht gerade leicht. Draußen ist es nass und kalt, da holt man sich leicht eine Erkältung oder einen Magen-Darm-Infekt.“ Von dem Phänomen seien nicht nur Kinder betroffen. „Es ist schon einiges los bei uns Ärzten.“

Die gute Nachricht: Das Noro-Virus, das mit heftigem Brech-Durchfall verbunden ist und in München bereits zur vorübergehenden Schließung einer Schule geführt hat, ist im Landkreis Erding noch kein Thema. „Bislang liegen dem Gesundheitsamt dazu keine Anzeigen vor“, sagt Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer.

Und wie schützt man sich? Warm anziehen und besonders häufig die Hände waschen.

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