Mit Sekt und Wunderkerze ist man heute an Silvester auf der sicheren Seite. Das traditionelle Feuerwerk, das vom vergangenen Jahreswechsel noch übrig ist, darf zwar nun doch auf Privatgrund abgebrannt werden, aber es ist Vorsicht geboten.  Foto: Jean-Chirstophe Bott/Dpa
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Mit Sekt und Wunderkerze ist man heute an Silvester auf der sicheren Seite. Das traditionelle Feuerwerk, das vom vergangenen Jahreswechsel noch übrig ist, darf zwar nun doch auf Privatgrund abgebrannt werden, aber es ist Vorsicht geboten.

Landratsamt ändert Allgemeinverfügung entsprechend – Verkaufsverbot und Ausgangssperre gelten weiter

Auf Privatgrund darf jetzt doch geböllert werden

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Der Verkauf von Feuerwerk ist zwar bundesweit untersagt. Wer Restbestände hat, darf aber auf Privatgrund böllern.

Erding – Es soll ein stilles Silvester nach einem schwierigen Jahr werden. Bundesweit gilt ein Böllerverbot, der Verkauf von Großfeuerwerk ist untersagt. Und doch haben findige Bürger ein Schlupfloch gefunden und es juristisch absichern lassen. Auch im Landkreis Erding ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern auf Privatgrund nun erlaubt – sofern man Restbestände daheim hat. Ansonsten muss man sich auf Wunderkerzen und Tischfeuerwerk beschränken.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, der ein Urteil gegen die Stadt Augsburg bestätigte, das auch überregionale Wirkung hatte. Da es zudem eine entsprechende Weisung der Regierung von Oberbayern gibt, ändert auch das Landratsamt Erding – widerwillig – seine Allgemeinverfügung und erlaubt das Abbrennen von Feuerwerk auf Privatgrund. Darauf hatte auch ein Erdinger Rechtsanwalt gedrängt. Alle anderen Einschränkungen wie die Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr und die Kontaktbeschränkungen gelten aber weiterhin.

Landrat Martin Bayerstorfer bedauert die Gerichtsentscheidung und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. „Ich bitte Sie herzlich, in diesem Jahr bewusst auf das Feuerwerk zu verzichten – mit Rücksicht auf Ihre Mitmenschen und nicht zuletzt auch auf die Umwelt.“ Die ohnehin stark belasteten Mitarbeiter des Klinikums müssten nun auch die aus dem Feuerwerk resultierenden Verletzungen behandeln.

Es bleibt im Landkreis aber weiter untersagt, „pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F 2 an Silvester und Neujahr auf allen öffentlichen Flächen unter freiem Himmel mit sich zu führen oder abzubrennen“. Darauf weist das Landratsamt ausdrücklich hin. Unter die Kategorie F 2 bis 4 fallen Raketen und Feuerwerkskörper, die gemeinhin erst zum Jahresende zu kaufen sind. Heuer ist dies bekanntlich nicht erlaubt. Also kann man lediglich Restbestände, die man noch zuhause hat, abbrennen – im eigenen Garten.

Zudem sei beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern auf die Einhaltung der Sicherheitsabstände und besondere Umstände wie mangelnden Platz in der Nähe von Wohnbebauung zu achten. Generell untersagt bleibt – ungeachtet der aktuellen Lage – das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen.

Das Landratsamt erinnert an die die allgemein bekannten Kontaktbeschränkungen. Das heißt, man darf sich nur mit einem weiteren Hausstand treffen (maximal fünf Personen, Kinder bis 14 Jahren werden nicht einberechnet). Wer die Ausgangssperre missachtet oder auf öffentlichen Plätzen und Gehwegen Feuerwerkskörper zündet, muss mit einer Anzeige und 500 Euro Bußgeld rechnen.

Bayerstorfer bittet alle, „die in diesem Jahr nicht auf das Böllern verzichten wollen, um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme“.

Gabi Zierz

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