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Ganz schön was los ist derzeit am Klinikum Erding. Aber auch viele anderen Krankenhäuser sind derzeit voll.

Aufnahmestopp in vielen Krankenhäusern

Klinikum vor dem Kollaps

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Krankenhaus-Patienten müssen derzeit lange Wartenzeiten und teils weite Anfahrtswege in Kauf nehmen. Das Klinikum Erding und andere Häuser sind immer wieder gezwungen, Aufnahmestopps zu verhängen.

Erding - Die Grippewelle mit Begleiterkrankungen wie Lungenentzündungen bringt die Kliniken im Großraum München an den Rand des Kollaps – sie sind seit Tagen teils hoffnungslos überfüllt.

Das setzt einen Dominoeffekt in Gang: Immer wieder müssen Patienten abgelehnt werden. Rettungswagen fahren sich das Profil von den Reifen, um das nächste freie Bett, einen Schockraum oder eine Intensivstation mit Restkapazitäten zu erreichen.

Davon betroffen ist auch das Klinikum Erding, bestätigt Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer auf Anfrage unserer Zeitung. Sie betont, ein vollständiger Aufnahmestopp habe heuer noch nicht verhängt werden müssen. „Aber wir waren bereits gezwungen, vorübergehend – in der Regel für einige Stunden – die Aufnahme für einzelne Abteilungen oder für besonders zu überwachende Patienten einzustellen.“ Als Beispiel nennt sie die Monitoring-Plätze auf der Intensivstation.

Nach Informationen unserer Zeitung ist die Lage in Freising, Landshut, Ebersberg sowie in München nicht besser. Ein Rettungsdienstler berichtet, sie hätten Patienten schon bis Regensburg oder in die Unfallklinik Murnau fahren müssen. Nach einem Unfall am Samstag auf der Staatsstraße 2084 bei Erding mussten die vier leicht verletzten jungen Frauen auf mehrere Krankenhäuser verteilt werden, weil Erding keine Kapazitäten mehr frei hatte. Einer der beiden angeforderten Rettungshubschrauber nahm ein Opfer sogar zu seinem Heimatstandort mit – ins Klinikum Traunstein.

Besonders angespannt ist die Lage nach den Worten Fiebrandt-Kirmeyers in den internistischen Abteilungen – wegen der heuer ungewöhnlich heftigen Grippewelle mit ihren Begleiterkrankungen.

Fiebrandt-Kirmeyer betont, dass die Notaufnahme als Anlaufstelle für akut kranke oder verletzte Bürger jedoch immer offen sei. „Aber auch hier ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen, vor allem bei leichter erkrankten Patienten.“

Ausweichen könne man nur bedingt, weil auch die anderen Häuser voll seien. Zuletzt habe man Patienten in der Klinik Dorfen sowie in Freising unterbringen können, so die Sprecherin.

Heikel ist auch die Situation für die Rettungsdienste sowie die Integrierte Leitstelle Erding. Sie untersteht ebenfalls dem Landratsamt. „Nahezu jeder Patient muss vor der Einlieferung in ein Krankenhaus angemeldet werden. Die Suche nach freien Krankenhausbetten erweist sich als extrem schwierig, zeitweise müssen mehrere Kliniken angerufen werden, um einen Patienten unterzubringen“, schildert die Behördensprecherin.

Das verschärft die Sicherheitslage allgemein. Denn die Rettungs- und Krankenwagen sind laut Fiebrandt-Kirmeyer „durch lange Transportwege gebunden und stehen somit für weitere Einsätze erst einmal nicht zur Verfügung.“ Mittlerweile schlägt auch das BRK Alarm. Die Verteilung von Notfallpatienten werde immer problematischer.

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