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Ziemlich ungeordnet ist die Bebauung entlang der Münchener Straße. Die Stadt stellt für die künftige Entwicklung einen Bebauungsplan (rote Linie) auf.

Bebauungsplan für die Münchener Strasse 

Aufräumen entlang der Hauptschlagader

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Erding - Die Stadt Erding stellt für die Münchener Straße einen Bebauungsplan auf. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Dachauer Straße und der Moosinninger Straße. Offen ist noch, wie tief die städtebauliche Ordnungsmaßnahme in die Häuserzeile eingreift.

Die Münchener Straße ist eine der Hauptschlagadern im Straßennetz der Stadt Erding. Sie ist eine der zentralen Nord-Süd-Achsen. Die Bebauung entlang der Fahrbahn ist historisch gewachsen und entsprechend bunt. Es gibt Wohnhäuser, Geschäfte, Bauernhöfe, große Gärten, Wirtshäuser, ein Autohaus, ein Hotel und eine Tankstelle. Das Straßenbild bewegt sich zwischen urban und ländlich.

Das Rathaus will der Straße ein harmonischeres Aussehen verleihen. Von einer „städtebaulichen Neuordnung“ ist die Rede, so Alexandra Weichenrieder vom Bauamt. Dieser Prozess wird sich über Jahrzehnte hinziehen. Die Grundlagen will der Stadtrat mit einem Bebauungsplan schaffen. Den Aufstellungsbeschluss fasste der Strukturausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend.

Ins Rollen gekommen war der Stein laut Weichenrieder bereits im Mai 2013 durch einen Bauantrag. Die Eigentümer des Anwesens Münchener Straße 94 – es handelt sich um das Wohn- und Geschäftshaus mit Reisebüro und Lottoagentur gegenüber der Zufahrt zur Mädchenrealschule Heilig Blut – wollten aufstocken, energetisch sanieren und bis zu drei Wohneinheiten zusätzlich schaffen.

Der Stadtrat lehnte damals ab, beschloss aber, einen Bebauungsplan zu verabschieden, um eine homogenere städtebauliche Entwicklung zu ermöglichen, so Stadtbaumeister Sebastian Henrich in der Sitzung am Dienstag. Am Beginn wird ein Gutachterwettbewerb stehen, laut Henrich ein „Ideenkatalog ohne rechtliche Bindung“.

Dieser Schritt stieß im Ausschuss auf ungeteilte Zustimmung. Für Diskussionen sorgte nur der Zuschnitt. Denn westlich und östlich der Straße verläuft die Grenzlinie im Zickzack – eine sehr willkürliche Festlegung, wie im Gremium mehrmals moniert wurde. Henrich entgegnete, man habe sich noch nicht endgültig entschieden. „Wir sind der Meinung, dass alle Grundstücke mit hinein sollen, auf denen in den nächsten Jahren eine Entwicklung stattfinden könnte“, so Henrich mit Verweis auf freie Flächen, sprich Baulücken. Diese seien zur Verdichtung geeignet.

Diese Auskunft genügte unter anderem Günther Kuhn (Grüne) und Josef Hochholzer (FW) nicht. Henrich sagte die Linie könne auch anders, gerader gezogen werden. Den Lösungsvorschlag lieferte schließlich Hans Balbach (Erding Jetzt): „Es sollten alle Grundstücke dazugehören, die von der Münchener Straße aus angefahren werden.“ „So machen wir es“, lautete die Antwort des Stadtbaumeisters.

Dass auch das Gebiet nördlich des Kreisels Münchener Straße/Dachauer Straße mit aufgenommen wird, liegt laut Henrich daran, „dass die Eigentümer dort etwas verändern wollen“.

Bis der Bebauungsplan in Kraft tritt, werden noch einige Monate vergehen. Eine Veränderungssperre soll dennoch nicht verhängt werden. Danach hatte Thomas Bauer (CSU) gefragt. Der Chef des Stadtbauamtes erklärte, dass momentan Paragraf 34 Baugesetzbuch gelte: Er betrifft alle Vorhaben im ungeplanten Innenbereich. Entscheidend ist: Jedes Bauprojekt muss sich in die Umgebung einfügen. Streitpunkt ist oft die Zahl der Geschosse. An der Münchener Straße sind es aktuell in der Regel drei. In Zukunft könnte höher gebaut werden dürfen.

Hans Moritz

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