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Idyllisch, aber ökologisch kaum wertvoll: der Sempt-Arm im Stadtpark, in dem das Wasser nicht mehr fließt. 

Aufwändige Fluss-Sanierung 

Sempt darf nun doch ausgebaggert werden

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Erstmals nach gut 30 Jahren darf die Sempt in Teilbereichen ausgebaggert werden.

Erding – Die Hartnäckigkeit von Erdings Umweltreferent Thomas Schreder (CSU) hat sich gelohnt: Erstmals nach gut 30 Jahren darf die Sempt in Teilbereichen ausgebaggert werden. Dies teilte der Wildbiologe am CSU-Stammtisch mit. Er sprach von einem „Meilenstein“. Hatte sich die Regierung von Oberbayern in den vergangenen Jahrzehnten stets gegen eine so genannte Bachauskehr gesperrt, hat sie laut Schreder nun Grünes Licht für eine sanfte Variante gegeben: Unterhalb des Stadtwehrs darf die Sempt über den Fehlbach umgeleitet werden, damit in nördlicher Richtung Geschiebe und Sedimente abgetragen werden können. Im Bachbett, das bis auf den Kies entleert werden soll, verbleibt nur Restwasser. Später sollen hier dann Forelle und Äsche wieder heimisch werden.

Flussaufwärts wird sich das Verfahren nach Angaben des Wildbiologen aufwändiger gestalten. Da die Sempt hier nicht umgeleitet werden kann, ist nur eine stellenweise behutsame Entnahme möglich. Der Aushub soll auf Feldern ausgebracht werden – von dort stammt ein Großteil der Ausschwemmungen auch. Schreder versicherte, dass dies außerhalb der Laichzeiten der Fische geschehen müsse – und zwar so vorsichtig, dass die Tierwelt nicht gefährdet wird.

„Dieser Schritt ist überfällig, denn die Sempt ist voll von Verkrustungen.“ Dies liegt seinen Worten zufolge auch daran, „weil der Fluss wegen diverser Wehre ein reines Staugewässer ist: Das Geschiebe kommt auf natürlichem Weg nicht weiter.“

Zum Stadtwehr erklärte Schreder, „dass das Wasserwirtschaftsamt die Sanierung noch heuer abschließen wird“. Erst danach werde eine Fischaufstiegshilfe errichtet, wie sie die Europäische Wasserrahmenrichtlinie bis 2017 vorschreibt.

Baumaßnahmen wird es seinen Worten zufolge auch im Fehlbach geben. „Das Wasserwirtschaftsamt wird zum einen größere Felsbrocken einbringen, um durch mehr Wasserzirkulation die Fließdynamik zu verbessern.“ Die so genannten Strömungsstörer würden zu einer höheren Artenvielfalt führen.

Zum anderen werden laut dem Umweltreferenten die Wasserfälle im Fehlbach zum Teil aufgebrochen, um Fischen ein Durchkommen zu ermöglichen. Diese Maßnahmen sollen aber erst nach dem Neubau der Freisinger Brücke in der Innenstadt erfolgen.

Schreder sieht dem zweiten Bauabschnitt der Stadtpark-Sanierung hoffnungsvoll entgegen. Denn er wird auch die Sempt betreffen. Er regte an, das stehende Gewässer hinter dem Tiergehege an die Sempt anzuschließen. Derzeit sei es ökologisch nicht sehr wertvoll. Das gelte auch für den Arm des Flusses vor dem Wehr im Park. „Es wäre wünschenswert, wenn dort das Wasser auch wieder fließen würde.“ Auch die Begehbarkeit weiterer Uferabschnitte begrüßte er.

Kritik übte der Wildbiologe an so manchem Spaziergänger und Hundehalter. Die Ufer würden oft verschmutzt, unter anderem mit vollen Kotbeuteln. Hans Moritz

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