+
Das Korbinian-Aigner-Gymnasium dürfte in Richtung Westen (r.) erweitert werden.

Ausbaupläne für das Korbinian-Aigner-Gymnasium

Auch das zweite Erdinger Gymnasium ist zu klein

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Das G9 ist schuld: Auch das zweite Gymnasium ist zu klein. Nun lautet die große Frage: Wo soll der Ausbau stattfinden?

Erding – Die Erweiterung des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) in Erding ist beschlossene Sache. Bekanntlich sollen dort eine Dreifachhalle und ein Trakt mit Klassen- und Fachräumen errichtet werden. Nun hat der Ausschuss für Bildung und Kultur auch die ersten Weichen für eine Erweiterung des Korbinian-Aigner-Gymnasiums (KAG) in Erding gestellt. Allein die Planung dürfte um die 50 000 Euro kosten. Fest steht bislang aber nur, dass das KAG etwa zehn weitere Räume braucht. Wo sie in der 2003 eröffneten Schule untergebracht werden, ist noch offen. Die Entscheidung soll nächstes Jahr fallen.

AFG und KAG teilen das gleiche Problem wie alle bayerischen Gymnasien – die Rückkehr vom G8 zum G9, also in 13 Schuljahren, davon neun am Gymnasium, bis zum Abitur. Das gab es bis 2003, danach setzte der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber das von Kritikern als „Turbo-Abi“ bezeichnete G8 durch. Seither sind in Erding allerdings die Schülerzahlen gestiegen, schon jetzt sind die drei Gymnasien im Landkreis an der Kapazitätsgrenze.

Im Ausschuss berichtete Matthias Huber von der Liegenschaftsverwaltung im Landratsamt, dass eine Besprechung im Juli einen zusätzlichen Bedarf von sechs Klassenzimmern und vier Fachräumen (Physik, Information, Biologie/Chemie sowie Sport) ergeben habe. Aktuell besuchen laut Huber 1113 Schüler in 33 Klassen und 13 Gruppen in der zweijährigen Qualifikationsphase vor dem Abitur (früher Kollegstufe) das KAG.

Dort kommt erschwerend hinzu, dass für die soeben im Bau befindliche Mensa mit Küche und Offener Ganztagsschule vier Zimmer im Erdgeschoss weichen müssen. Das verschärft die Raumnot. Laut einer Prognose rechnet man im Schuljahr 2025/26 mit rund 1300 Schülern, etwa 200 mehr als heute. Die wird das KAG räumlich nicht mehr verkraften. Huber sagte, deswegen gehe er davon aus, dass die Regierung von Oberbayern den zusätzlichen Bedarf schulaufsichtlich genehmigen dürfte – die Voraussetzung für die staatliche Förderung.

Noch offen ist jetzt, wann das KAG erweitert wird und wo. Mehrere Alternativen sind denkbar. Die Schule besteht aus einem Haupttrakt mit fünf „Fingern“. Das Erdgeschoss des letzten Fingers ist noch ungenutzt. Hier könnten zusätzliche Räume entstehen. Machbar wäre aber auch ein sechster Finger ganz im Westen, wo derzeit noch die Wohncontainer für Asylbewerber stehen.

Am AFG ist man bedeutend weiter. Zur Münchener Straße hin wurden in den Herbstferien einige Bäume gefällt, um der Baustelle für die neue Dreifachturnhalle Platz zu machen. Die Bauarbeiten sollen nach dem Abitur 2021 im Frühsommer beginnen. Der Landkreis rechnet für das Gesamtvorhaben mit 32 Millionen Euro Kosten. Eine erste Schätzung hatte 20 Millionen Euro ergeben. Fürs KAG liegt noch keine Summe vor.

ham

Auch interessant

Kommentare