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Stolz auf die Auszeichnung: Brücke-Vorsitzender Gerhard Ippisch und Geschäftsführerin Barbara Huber mit dem Stifterpreis und der Nominierungsurkunde für den Deutschen Engagementpreis. 

Auszeichnung für die Brücke Erding 

Prämierter Chancenbringer

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Er ist aus der Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis nicht mehr wegzudenken: der Verein Brücke Erding. Seine sozialpädagogische Arbeit, die ihn seit 1985 auszeichnet, fand jetzt auch bundesweit Anerkennung.

Erding– „Gemeinsam Wege gehen“ – das hat sich die Brücke Erding auf die Fahnen geschrieben. Seit 1985 gibt es den gemeinnützigen Verein, der sich im Landkreis hochprofessionell der Kinder- und Jugendhilfe mit all ihren Verzweigungen widmet. Für eines ihrer Projekte wurde die Brücke nun ausgezeichnet. „JOA“ – Jugend ohne Arbeit – hilft Jugendlichen, die keine Lehr- beziehungsweise Arbeitsstelle finden oder ihre Ausbildung abgebrochen haben, mit vielfältigen Angeboten auf dem Weg in ein geregeltes Leben. Dafür erhielt die Brücke Erding den mit 5000 Euro dotierten Stiftungspreis der Town & Country Stiftung.

Insgesamt wurden im Kaisersaal zu Erfurt unter 570 Bewerbungen 16 Vereine und Initiativen ausgezeichnet, eines aus jedem Bundesland. Die Brücke Erding istBayern-Preisträger.

Stifterpreis fürs Projekt JOA

„Es ist schön, dass unser Engagement anerkannt wird“, freut sich Geschäftsführerin und Gründungsmitglied Barbara Huber über die Auszeichnung. Durch den Stifterpreis ist die Brücke wie alle anderen Preisträger auch für den Deutschen Engagementpreis 2018 nominiert. Huber nahm die Auszeichnung persönlich entgegen. „Es war ein sehr ehrenwerter Abend“, erzählte sie. In einem kurzen Filmbeitrag wurde die Arbeit aller Preisträger vorgestellt.

Auf das ausgezeichnete Projekt JOA ist Huber stolz. Es vermittelt Praktika in Firmen. Dadurch – und auch durch Erste-Hilfe- oder Staplerkurse werde der Selbstwert der Jugendlichen gestärkt. „Sie gehen als frustrierte Jugendliche rein und als junge Erwachsene raus“, sagt sie. Dann seien sie orientiert und wüssten, „wo’s hingeht“.

Huber sieht den Stifterpreis auch als Auszeichnung für alle Unterstützer. Nur durch sie sei es überhaupt möglich, solche Angebote zu machen. Dazu gehören die Berufsschule Erding, die Förderer, die mittlerweile 70 Mitarbeiter, die Spender des Leserhilfswerks „Licht in die Herzen“ – und der ehrenamtliche Vorstand.

An dessen Spitze steht seit 15 Jahren Gerhard Ippisch. Über sein Engagement als Vorsitzender des Kreisjugendrings war der heute 54-Jährige zur Brücke gekommen. An seiner Seite engagieren sich ehrenamtlich Ulla Dieckmann, Juliane Nett, Angela Rupp, Michael Oberhofer und Angelika Felixberger. Die Vorstandsmitglieder und aktuell rund 60 Mitglieder beziehungsweise Förderer bringen sich ein, „stellen ihre Netzwerke und Erfahrung zur Verfügung“, so Huber.

Ursprünglich war die Brücke Mitte der 1980er Jahre als Hilfe für straffällig gewordene Jugendliche initiiert worden. Jugendhilfe, Jugendamt, Bewährungshilfe, Katholische Jugendstelle – alle, die auch hauptamtlich mit Jugendlichen zu tun hatten, fanden hier zusammen. „Durch den Verein sollten Möglichkeiten geschaffen werden, die durch Behörden nicht in dem Umfang möglich waren“, erzählt Huber. Mittlerweile ist der Verein auch in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, in der Sozialarbeit an Schulen, der Ganztagsbetreuung, der Jugendberufshilfe und Mediation sowie in der ambulanten Erziehungshilfe tätig.

Wichtig: Solide finanzielle Basis

Sein Ziel: „Wir wollen hochprofessionell Jugendarbeit machen, mit hauptamtlichen Kräften“, sagt Ippisch. Der Betriebswirt aus Eichenkofen ist mit seinen Vorstandskollegen dafür zuständig, „dass alles auf einer soliden finanziellen Basis steht“. Dazu gehören auch Rücklagen zur Existenzsicherung des Vereins. Denn immerhin beschäftigt die Brücke mittlerweile 70 Mitarbeiter, viele von ihnen in Teilzeit. Unterm Strich sind es 33 Vollzeitstellen. „Die Verwaltungskosten müssen gedeckt sein“, betont Ippisch. Er sieht den Vorstand als „Kontrollorganismus, Richtungsgeber, Diskussionsplattform und Sparringspartner“.

Der ehrenamtliche Vorstand hält sich weitgehend aus dem operativen Geschäft heraus. Dafür ist Barbara Huber verantwortlich. Seit 2002 ist sie im Amt. Vor fünf Jahren erhielt sie Unterstützung durch Sybille Zöllner, die seither für die Finanzen zuständig ist.

„Wir sind mit der Größe des Vereins gewachsen“, sagt Huber. Für sie hängt „das Gelingen des Vereins davon ab, dass alle verantwortlich handeln“. Dass der Brücke das seit nun mehr als 30 Jahren gelingt, zeigt sich in ihren vielfältigen Aufgaben. „Wir haben einen guten Ruf, weil wir bemüht sind, gute Arbeit zu machen – und mit allen auf Augenhöhe arbeiten.“

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