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Symbolbild: Radfahrer gibt es auf der A94 nicht mehr. Das Tempolimit von 120 km/h jedoch schon seit einem Monat. Was hat sich seitdem verändert? 

A 94 Entwicklungen

A 94-Lärmschutz: Messungen nach Ostern - Vereinzelte Tempokontrollen 

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Das Tempolimit von 120 km/h gibt es jetzt schon einen ganzen Monat auf der A 94. Da stellt sich die Frage: Was hat sich eigentlich seitdem verändert? 

Erding – Seit einem Monat gilt auf der A 94 das auf vorerst ein halbes Jahr befristete Tempolimit von 120 km/h. Was hat sich seither verändert? Isolde Freundl aus Lindum bei Dorfen berichtet: „Die Lärmspitzen sind weg. Da ist eine leichte Verbesserung eingetreten.“ Vor allem an Sonntagen ohne Schwerverkehr sei es ruhiger geworden. Der Effekt variiere je nach Windrichtung. Was Freundl, die selbst auf der Isentalautobahn unterwegs ist, aufgefallen ist: „Nur etwa die Hälfte hält die Geschwindigkeitsbegrenzung ein. Man wird immer noch mit atemberaubenden Geschwindigkeiten überholt.“ Die Dorfenerin hat zudem festgestellt: „Längst nicht alle Lastwagen halten sich an Tempo 80. Ich habe schon beobachtet, wie ein Lkw den anderen mit über 110 km/h überholt hat.“

Die Polizei macht bislang nur vereinzelt Jagd auf Raser. Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Präsidiums Oberbayern Nord, berichtet, „dass nach der Verhängung einer Tempobegrenzung immer eine gewisse Karenzzeit eingeräumt wird“. Bisher habe man noch keine Radarmessungen vorgenommen, „aber damit sollte man jetzt jederzeit rechnen“, so Kammerer.

Er betont, dass die Beamten der Autobahnpolizei seit Einführung von Tempo 120 nicht untätig gewesen seien. „Uniformierte und zivile Streifen haben den Verkehr im Blick und fahren hinterher“, berichtet er. Einige Geschwindigkeitssünder habe man bereits erwischt, „von verbreiteter Raserei können wir auf der A 94 aber nicht sprechen“.

Auch die zugesagten Lärmmessungen haben bislang nicht stattgefunden. Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern, erklärt, „dass wir die Ausschreibungen erstellt haben und nun hoffen, dass sich Fachbüros melden – möglichst mit Angeboten, die keine europaweite Ausschreibung erfordern“. Bei den Messungen handelt es sich laut Seebacher „um komplizierte Mathematik und Physik“. Es müsse gewährleistet sein, dass keine äußeren Störfaktoren hineinspielen. Wetter, Temperatur und Windrichtung seien zu berücksichtigen. Seebacher geht davon aus, „dass die Messungen nach Ostern beginnen, damit wir im Sommer die aufwendig ausgearbeiteten Ergebnisse vorliegen haben“.

Experten hätten den Autobahnbau einschließlich Lärmschutz bereits noch einmal eingehend begutachtet. „Fehler konnten wir bislang nicht feststellen.“ Er geht davon aus, „dass beim Bau alle Vorgaben erfüllt wurden“.

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