Angehende Pflegefachkräfte: Die Klassenlehrerinnen Karin Kattirs (l.) und Saskia Weber (r.) begleiten den neuen Jahrgang in Erding bei der Ausbildung.
+
Angehende Pflegefachkräfte: Die Klassenlehrerinnen Karin Kattirs (l.) und Saskia Weber (r.) begleiten den neuen Jahrgang in Erding bei der Ausbildung.

20 Frauen und acht Männer beginnen an Berufsfachschule für Pflege in Erding mit Unterricht

Azubis aus zwölf Ländern

  • Gabi Zierz
    VonGabi Zierz
    schließen

Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen. Für 20 Frauen und acht Männer beginnt an der Berufsfachschule für Pflege Erding ein neuer Lebensabschnitt.

Erding – Für 20 Frauen und acht Männer zwischen 16 und 51 Jahren hat gerade ein wichtiger Lebensabschnitt begonnen. Sie sind an der Berufsfachschule für Pflege Erding in das neue Ausbildungsjahr gestartet. Drei Jahre lang werden sie dort in Theorie und Praxis die Facetten des Berufs als Pflegefachkraft nach der Pflegeberufe-Reform 2020, die so genannte Generalistik, kennen lernen.

Schulleiter Michael Nauen begrüßte die neuen Schüler und freut sich über das rege Interesse an der Arbeit im Gesundheitswesen. „Dies ist jetzt unser zweiter Jahrgang nach der Pflegeberufe-Reform. Durch die Ausbildung als Generalisten haben die Schüler später die Möglichkeit, sowohl in der Altenpflege, in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu arbeiten.“

Erste Pflegeerfahrungen seien bei vielen der Einsteiger schon vorhanden, berichtet Nauen. Tamara Schuhmann etwa war nach ihrem Abitur erst ein Jahr lang in einer Pflegeeinrichtung tätig, bevor sie in die Ausbildung startete. Sie findet: „So habe ich bereits einige Erfahrungen in der Pflegebranche sammeln können, die für mich während der Ausbildung sicherlich von Vorteil sein werden.“ Pflegefachfrau sei bereits seit vielen Jahren ihr Berufswunsch: „Ich kann mich gut in die verschiedenen Lebenslagen von pflegebedürftigen Menschen einfühlen. Durch eine professionelle Pflegeausbildung möchte ich mehr Verantwortung übernehmen können.“

Aktuell absolvieren 80 Schüler ihre Ausbildung in der Berufsfachschule für Pflege der Schwesternschaft München vom BRK in Erding. Viele von ihnen stammen aus anderen Ländern, sie alle haben in Oberbayern einen Neuanfang gewagt. Die neuen Auszubildenden etwa stammen aus zwölf Nationen – unter anderem aus der Türkei, Marokko, Madagaskar und Peru.

„Mehrere unserer Schüler und Schülerinnen, die jetzt gestartet sind, müssen sich neben der sehr anspruchsvollen Ausbildung parallel mit einer fremden Sprache und Kultur befassen“, erklärt Nauen. „Das ist natürlich eine immense Herausforderung – und ein bemerkenswertes Engagement.“ In den kommenden Wochen werden sich die Schüler im Präsenzunterricht vor allem mit ihrer Rolle als Auszubildende an sich auseinandersetzen. Dabei soll sich der Fokus nicht nur auf fachliche, sondern auch auf ethische Zielsetzungen richten.

Im fachpraktischen Unterricht steht für den Anfang die Vermittlung pflegerischer Maßnahmen wie Körperpflege, Mobilisation oder die Kontrolle von Blutdruck und Puls auf dem Lehrplan. Das Tragen einer Gesichtsmaske ist dabei – unabhängig von der Corona-Inzidenz – Pflicht. Drei Mal pro Woche müssen Selbsttests erfolgen.

„Wir hoffen, dass der fachpraktische Unterricht und die Praxisbegleitungen in diesem Schuljahr wieder kontinuierlich stattfinden können“, sagt Nauen. Während der Corona-Pandemie war das nicht so. Ihre praktischen Einsätze werden die Auszubildenden in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen in den Landkreisen Erding, Ebersberg, Freising, München und Mühldorf absolvieren.

Gabi Zierz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare