Hunderte junge Leute aus dem Landkreis Erding starten im September in ihre Lehrzeit.
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Hunderte junge Leute aus dem Landkreis Erding starten im September in ihre Lehrzeit.

Azubis dringend gesucht

  • Gabi Zierz
    VonGabi Zierz
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Im Landkreis Erding sind 274 Lehrstellen noch unbesetzt. Die Betriebe klagen über einen Mangel an Bewerbern.

Erding – 237 Jugendliche traten Anfang September im Landkreis Erding eine Ausbildung in IHK-Berufen an. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge bleibt mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr fast unverändert. Das teilt Florian Reil, Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern, mit. Die beliebtesten IHK-Berufe im Landkreis sind Verkäufer und Kauffrau für Büromanagement.

„Wir sehen, dass sich der starke Corona-Einbruch vom Vorjahr in diesem Ausbildungsjahr nicht wiederholt. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels setzen unsere Betriebe mehr denn je darauf, selbst ihren Nachwuchs auszubilden“, betont Otto Heinz, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Erding-Freising und Vizepräsident der IHK. Das größte Problem für viele Betriebe sei nach wie vor der Mangel an Bewerbern.

Laut Arbeitsagentur sind im Landkreis noch 274 Lehrstellen unbesetzt. Diesem Angebot stehen 62 unversorgte Bewerber gegenüber. Rein rechnerisch kommen so im Landkreis auf jeden unversorgten Bewerber mehr als vier Ausbildungsplätze. „In den nächsten Jahren wird sich die Bewerberlücke am Ausbildungsmarkt noch weiter öffnen“, fürchtet Heinz. Denn: „Bis 2030 gehen 2,8 Millionen Erwerbstätige in Bayern in Rente. Im gleichen Zeitraum wird es aber nur 1,5 Millionen Schulabgänger als potenziellen Fachkräftenachwuchs für diese offenen Stellen geben.“

Die Corona- Pandemie habe zudem auch heuer nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung erschwert. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche hätten oftmals gar nicht oder nur in sehr beschränkter Form stattfinden können, erinnert der IHK-Vizepräsident. Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr habe unter den außergewöhnlichen Umständen gelitten.

Unterm Strich ist im Landkreis die Zahl der Bewerber um eine Ausbildung im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent zurückgegangen, so die Daten der Arbeitsagentur. Diese Angaben beziehen sich auf alle Bereiche des Ausbildungsmarkts, der neben den Betrieben in Industrie, Handel und Dienstleistungen auch das Handwerk, freie Berufe und den öffentlichen Dienst umfasst. „Wir setzen dennoch weiter auf einen Aufholeffekt bis zum Ende des Jahres. Unversorgte und unentschlossene Schulabgänger haben auch jetzt noch alle Chancen, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden“, zeigt sich Heinz optimistisch.

Er stellt aber auch fest: „Nachdem schon im vergangenen Jahr zahlreiche Lehrstellen in der Region unbesetzt geblieben waren, haben manche Betriebe die aktive Suche nach Auszubildenden aufgegeben.“ Für die weiter von Corona-Beschränkungen betroffenen Branchen wie Gastronomie, Tourismus und den Veranstaltungssektor sei die Perspektive ohnehin sehr schwierig. „Selbst wer Ausbildungsplätze anbietet, hat dort mitunter große Probleme, überhaupt Bewerber zu finden“, so Heinz.

Die Top Fünf der IHKAusbildungsberufe insgesamt sind laut Reil: Verkäufer, Kaufleute im Einzelhandel, Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung, Fachkraft für Lagerlogistik und Kaufleute für Büromanagement. Im Landkreis gibt es mehr als 40 IHK-Berufe, in denen Jugendliche eine Ausbildung absolvieren. Aktuell bilden hier 177 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

Freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind noch unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.

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