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Imposante Holz-Stele: 4,50 Meter hoch ist die Skulptur „Balance“, die Georg Brinkies beim Holzbildhauer-Symposium in Oberding für die Stadt Erding gefertigt hat. Neben dem 800-Kilo- Koloss wirken die anderen Kunstwerke aus Holz fast winzig.

Holzskulptur für Erding 

„Balance“ mit Statik-Problemen

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Erding - Riesengroß, aber nicht wirklich standfest – das ist die Holzskulptur mit dem Namen „Balance“, die der Künstler Georg Brinkies für die Stadt Erding angefertigt hat. Bis Klarheit über die Statik besteht, „ruht“ die 4,50 Meter hohe Eichen-Stele im städtischen Bauhof.

Es ist das mit Abstand größte Kunstwerk, das heuer im Rahmen des dritten Holzbildhauer-Symposiums in Oberding entstanden ist: Stattliche 4,50 Meter Höhe misst die Eichen-Skulptur „Balance“ von Georg Brinkies. Der Schlierseer Künstler hat sie für Erding angefertigt. Ob sie auch in der Großen Kreisstadt aufgestellt wird, steht allerdings noch in den Sternen. Denn im Bauhof, wo die „Balance“ derzeit zwischengelagert ist, zweifelt man an der Standfestigkeit des gut 800 Kilogramm schweren Objekts. Jetzt braucht’s wohl ein statisches Gutachten.

Zehn Kommunen hatten sich heuer am Holzbildhauer-Symposium beteiligt. In den meisten Gemeinden fand die Übergabe der Kunstwerke unter Beteiligung der Öffentlichkeit bereits statt. Nicht so in Erding. Zwar ist die „Balance“ im Bauhof untergekommen, doch der für sie ausgewählte Platz im Stadtpark bleibt vorerst frei. Das Problem: Die Standfestigkeit ist nicht gewährleistet. Das habe man im Bauhof festgestellt, erklärte Stadtsprecher Christian Wanninger auf Anfrage. Ein statisches Gutachten soll nun klären, wie’s weitergeht. Wer für dessen Kosten aufkommt, steht noch nicht fest.

Mit 2500 Euro hatte sich die Stadt am Holzbildhauer-Symposium beteiligt. Die Entscheidung für den „Balance“-Entwurf sei im Bürgermeisterbüro gefallen, so Wanninger. Brinkies hatte die „Balance“ für Erding konzipiert. Er war beim Symposium kurzfristig für seinen erkrankten Kollegen Egidius Knops aus Potsdam eingesprungen. „Erding ist in meinen Augen eine Stadt, die durch ihre ganz spezifische Situation ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl braucht und dadurch ein Vorbild in diffizilen Zeiten sein kann“, sagt Brinkies. Und: „Die Skulptur in sich hat keine Statikprobleme. Sie ist aus Eichenholz und ganz dem Verlauf des Baumstamms angepasst“, erklärt Brinkies. Er betont: „Ich übe seit über 30 Jahren den Beruf des Holzbildhauers aus und meine daher, das Holz und seine Eigenschaften ausreichend zu kennen.“

Er hofft, dass sein Werk bald im Stadtpark aufgestellt wird. Bis 19. August wird das wohl nicht mehr gelingen. An dem Tag will Wolfgang Fritz, Initiator des Holzbildhauer-Symposiums, den Radweg „Skulptour III“ vorstellen, der alle zehn Kunstwerke miteinander verbindet. Um den Stadtpark werden die Teilnehmer da wohl einen Bogen machen können.

Brinkies war nicht zum ersten Mal für Erding am Werk. Schon 2012 schuf er im Rahmen des Sinnflut-Festivals eine Holzskulptur. Sie wurde wenig später an Stelle des Drachen-Brunnens von Benno Hauber am Schönen Turm aufgestellt. „Wasserkönig“ hieß das drei Meter hohe Werk aus Eiche damals, mittlerweile wird es im Buch „Schatzkammer Erding“ unter dem Titel „Froschkönig“ geführt. Doch egal, wie es heißt: Es war eigentlich nur als Modell gedacht, nach dessen Vorbild eine Bronze-Skulptur gegossen werden sollte. Daraus wurde aber nichts. Es habe dazu keine festen Zusagen und Absprachen gegeben, so Stadtsprecher Wanninger.

Der Bauhof wird übrigens nicht nur in Erding gerne als Zwischenlager für Kunstwerke genutzt. In der Stadt Dorfen liegt seit vier Jahren die „Himmelsleiter“ von Künstler Alessandro Kokocinski im Bauhof. Dort wartet die Bronzeskulptur auf einen passenden Standort. Bislang konnte sich der Stadtrat darauf ebenso wenig einigen wie auf einen Sockel.

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