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Strahlend nahm Monika Gruber am Donnerstagabend den Bambi in der Kategorie Comedy entgegen.

Große Auszeichnung 

Bambi für Monika Gruber

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Erding/Berlin – Neben ihr saß Wladimir Klitschko, direkt vor ihr sang Tom Jones „Sex Bomb“: Den Donnerstagabend wird Monika Gruber so schnell nicht vergessen. Die Erdinger Kabarettistin wurde mit dem Bambi ausgezeichnet, dem bedeutendsten Medienpreis Deutschlands. „Es war ein einmaliger Abend“, erzählte die 46-Jährige am Tag danach. Sie hatte die begehrte Trophäe im Theater am Potsdamer Platz in Berlin entgegen genommen – im roten Gucci-Kleid.

Mit ihrem Manager Egon Bauer war Gruber zur Bambi-Verleihung gekommen – und durfte wie viele Preisträger in der ersten Reihe Platz nehmen. „Ich hab’ mir gedacht, das gibt’s doch nicht.“ Am Anfang sei sie sehr nervös gewesen. „Ned hinfallen, ned stammeln, ned verhaspeln“, habe sie sich vorgesagt. Aber es ging alles gut beim Gang auf die Bühne – in ihren silbernen Plateau-Schuhen.

Am meisten hat sie beeindruckt, „dass ich zwischen der A-Riege der Prominenz gesessen bin“. Und sie hat festgestellt: „Je prominenter, desto normaler.“ Für ihren Neffen Valentin hat sie ein Selfie mit Bundestrainer Jogi Löw gemacht, mit Arnold Schwarzenegger über ihren gemeinsamen Bekannten, Starkoch Alfons Schuhbeck geratscht – und beim Gala-Diner nach der Preisverleihung saß sie mit Verleger Hubert Burda und Bundespräsident a.D. Joachim Gauck am Tisch.

Ihre charmant-direkte Art kam an in Berlin. Guido Cantz lobte in seiner Laudatio Grubers Herzenswärme, Schlagfertigkeit und Witz. „Man muss kein bayerischer Native-Speaker sein, um dich gern zu haben. Das Publikum liebt dich.“ Sechs Kabarett-Programme vor ausverkauften Häusern zeugen davon.

Mit ihrer erfrischenden Dankesrede weckte die Erdingerin, die in Tittenkofen aufgewachsen ist, das nach knapp drei Stunden Preisverleihung schon leicht ermüdete Auditorium auf. Gruber dankte Cantz („Das war das Netteste, das jemals ein Mann zu mir gesagt hat“), frotzelte („Im Grund ist ein Kölner ein Bayer, der zu feig ist für ein richtiges Bier“) und wurde am Ende ernst, als sie mehr Solidarität unter den weiblichen Comedians einforderte: „Frauen sind ganz schlechte Netzwerkerinnen. Männer können das viel besser. Wir sollten uns auf unsere Stärken konzentrieren und den Laden rocken“, rief sie aus.

Bei der anschließenden Feier hielt sich Gruber zurück. Schließlich flog sie bereits am Freitagvormittag nach Erding heim. Abends trat sie mit ihrem neuen Programm „Wahnsinn“ schon wieder in München auf. Aber Zeit für einen Abstecher nach Tittenkofen hatte sie. Dort stieß sie mit ihrer Familie auf den Bambi an. Als Valentin das goldene Reh sah, meinte er nur: „Cool.“

Monika Gruber ist stolz auf den Preis, der einen Ehrenplatz in ihrem Büro erhalten wird. „Ich fühle mich geehrt und habe mich total gefreut.“ Am meisten über den Auftritt von Tom Jones nur wenige Meter von ihr entfernt: „Dass ich das noch erleben darf. Des gfreid mi bis ins Grab nei.“ 

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