Stadt Erding genehmigt 114 Bauanträge

Bauanträge dauern mindestens drei Monate

Erding - Drei bis vier Monate dauert es im Schnitt, bis in der Stadt Erding ein Bauantrag genehmigt wird. 2015 hat die Bauverwaltung 114 Anträge positiv beschieden.

Es war ein interessantes Zahlenwerk, das Andreas Erhard als Leiter des Rechtsamts der Stadt am Dienstagabend im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates vorstellte. Ihm sind die Bauverwaltung und der Denkmalschutz unterstellt. Das Stadtbauamt mit Sebastian Henrich an der Spitze ist für die Stadtplanung, Hoch- und Tiefbau, Bauhof, Gebäudebewirtschaftung und Landschaftsbau zuständig. Diese Aufteilung ist der Internet-Seite der Stadt zu entnehmen.

„Die Genehmigungszeit ergibt sich aus der hohen Antragsdichte und der Komplexität der Entscheidungen“, erklärte Erhard. 117 genehmigte Bauanträge waren es 2015. Das sind deutlich mehr als 2014 (71). Dazu kommen noch 70, die aus den Vorjahren nachhängen. „Wir arbeiten nach dem Windhundprinzip“, sagte Erhard. Das heißt, die Anträge werden nach dem Eingangsdatum abgearbeitet.

Sind die Unterlagen vollständig und keine weiteren Fachbehörden mehr einzuschalten, kann der Antrag binnen drei bis vier Monaten genehmigt werden. Doch: „85 Prozent der Bauanträge gehen unvollständig im Rathaus ein“, sagte Oberbürgermeister Max Gotz. „Im letzten halben Jahr waren es ganze drei, die vollständig waren“, sagte Erhard. Da helfe es auch nichts, wenn die Bauwerber die Stadtverwaltung kritisierten, so Gotz: „Sie sollten erst einmal ihre Architekten ansprechen.“ Einige Bauträger sparte der OB nicht von seiner Kritik aus: „Auch sie sollen ihre Hausaufgaben machen und nicht Wohnungen verkaufen, für die es noch gar kein Baurecht gibt“, schimpfte er. Es könne nicht sein, „dass wir die Schlamperei derjenigen belohnen, in dem wir gleich am ersten Tag schauen, ob alle Unterlagen vollständig sind“, so Gotz.

Ein weiteres Problem: Die wenigsten Antragsteller wollen so bauen, wie es der Bebauungsplan vorgibt. 2015 waren es lediglich sechs. Dabei sei das Genehmigungsfreistellungsverfahren vom Gesetzgeber ursprünglich als gängigste Vorgehensweise geplant gewesen, so Erhard. Bei Abweichungen vom Bebauungsplan müssen Ausnahmen beantragt werden. Das ist gängige Praxis. Gotz betonte, dass sich alle auf den Bebauungsplan verlassen müssten, auch die Nachbarn dieser Baugebiete.

Auch am Denkmalschutz kommen Bauwillige in Erding nicht vorbei. Allein 2015 sind hier 74 Anträge eingegangen. Die meisten betrafen Bodendenkmäler. Ein solcher Antrag war beispielsweise am Rennfeldweg notwendig, wo Ausgrabungen für die Fundamente eines neuen Wintergartens geplant sind. (Gabi Zierz)

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