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Diskussionsfreudig zeigten sich die Ortsobmänner bei der BBV-Tagung. 

BBV-ortsobmännertagung 

Bauern diskutieren über Bio-Landwirtschaft

„Unser Boden ist ein Schatz, den wir viel zu gering achten.“ So lautet einer jener Kernsätze, mit denen Biolandwirt Josef Braun aus Freising bei der Ortsobmännertagung des Bayerischen Bauernverbands im Gasthaus Prostmeier den zahlreich versammelten Berufskollegen seine Philosophie von umweltbewusster und moderner Landwirtschaft nahezubringen versuchte.

Riedersheim – „Unser Boden ist ein Schatz, den wir viel zu gering achten.“ So lautet einer jener Kernsätze, mit denen Biolandwirt Josef Braun aus Freising bei der Ortsobmännertagung des Bayerischen Bauernverbands im Gasthaus Prostmeier den zahlreich versammelten Berufskollegen seine Philosophie von umweltbewusster und moderner Landwirtschaft nahezubringen versuchte.

„Wir brauchen dringend einen Paradigmen-Wechsel – nicht nur bei uns Landwirten, sondern auch bei unseren Kunden, den Verbrauchern“. Diese Forderung stellte Braun nachdrücklich auf, untermauert mit vielen Beispielen einer etwas anderen Art von Landwirtschaft. Er praktiziert sie längst auf seinem Biolandhof mit 54 Hektar Land, sechs Hektar Wald, 22 Milchkühen und einigen Schweinen. Zusätzlich betreibt er noch einen Catering-Betrieb und einen Bio-Laden in München.

In seinem Referat über die Herausforderungen an Klima, Wasser und Boden vertrat Braun die Meinung, „dass nur wir Landwirte hier etwas verändern können, nicht die große Politik“. Was die Nutzung des Bodens angeht, plädierte er für eine künftig bessere Mischung des Gesamtanbaus: „Eine Klee-Gras-Mischung ist sehr wichtig. So ist zum Beispiel der Ertrag aus Wurzeltrockenmasse bei Klee deutlich höher als bei Mais, Mischwald schlägt bei Biomasseleistung den Mais um das Doppelte.“

Mineralstoffe im Boden durch mehr Tiefwurzel-Pflanzen und Bodentiere zu fördern, sei wichtig. „Regenwürmer etwa wandeln Ernterückstände in Wurmhumus um, ein wertvoller Stoff“, erläuterte der Biobauer.

Eine ganzjährige Bodenbedeckung sei wichtig, der Einsatz schwerer Fahrzeuge auf dem Feld müsse soweit wie möglich reduziert werden. „Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, nicht mehr zu pflügen, sondern mit Fräsen zu arbeiten, die nicht so tief gehen. Außerdem setze ich nur noch Geräte mit maximal fünf Tonnen Achslast und 0,8 bar Luftdruck in den Reifen ein.“

Sein Augenmerk lenkte Bauer aber auch auf den Umgang mit Tieren. „Sie haben Bedürfnisse, die wir beachten sollten“, so der Bio-Experte. „Bei uns auf dem Gelände gibt es beispielsweise für die Kühe Weidenzweige. Denn sie brauchen gelegentlich Laubfutter, etwa wenn sie Kopfweh haben.“ Zudem würden Hecken an Feldrändern für eine bessere Boden- und Wasserqualität sorgen, würden der Boden-Erosion entgegen wirken – „wir hätten wahrscheinlich sogar weniger Sturmschäden“. In der Diskussion äußerten manche der Zuhörer Bedenken über die vorgestellten Ideen.

fez

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