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Für 40-jährige Mitgliedschaft ehrten die BG-Vorstände Dr. Sonja Kienle (l.) und Matthias Lindmayer (r.) sowie Aufsichtsratsvorsitzende Eva Kolenda (M.) Ernst Hudler (2. v. l.) und Eduard Schaidhammer (2. v. r.). In Abwesenheit ausgezeichnet wurden Ingrid Grüner, Alfred Lehmann, Waltraud Mehringer, Evelyn Papst, Rosmarie Wiesner und die Firma Zwerenz.

Baugenossenschaft 

Der Eiswürfel im heißen Wohnungsmarkt

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Sie ist der Goldfisch im Karpfenteich – und behauptet sich dort bestens: Die Baugenossenschaft Erding garantiert auf dem heiß umkämpften Wohnungsmarkt weiter niedrige Mieten. Und ist dennoch wirtschaftlich erfolgreich. Oder gerade deswegen.

Erding – Um ein großer Mitspieler zu sein, muss man kein Konzern sein. Die 1922 gegründete Baugenossenschaft (BG) Erding dürfte der größte Wohnungsanbieter in Erding sein. Im eigenen Bestand führt sie 22 Wohnanlagen mit 373 Einheiten sowie 363 Stellplätzen. Hinzu kommen 31 Wohnanlagen mit 743 Einheiten und 844 Stellplätzen, die die BG verwaltet. Über das Genossenschaftsjahr 2016 zogen Vorstand und Aufsichtsrat in der Mitgliederversammlung am Montag in der Stadthalle Bilanz – es war ein gutes, resümierten die beiden Vorstände Dr. Sonja Kienle und Matthias Lindmayer.

Zudem kündigten sie und Aufsichtsratsvorsitzende Eva Kolenda neuerliches Engagement an: Im Thermengarten in Altenerding wird die BG einen weiteren Komplex errichten – mit voraussichtlich 16 bis 20 Wohnungen.

Leisten kann sich die BG das, denn die Zahlen stimmen. Den Bilanzgewinn bezifferte Kienle mit 121 632 Euro. Im Jahr zuvor hatte er 134 000 Euro betragen. Die Bilanzsumme belief sich auf 23,66 Millionen Euro (2015: 23,85 Mio. e), die Eigenkapitalquote betrug 37,4 Prozent (35,1 %). Sie ist Kienles Worten in den vergangenen Jahren laufend gestiegen und soll weiter ausgebaut werden.

Auf dem zunehmend heiß umkämpften Erdinger Wohnungsmarkt ist die BG der Eiswürfel, der der Überhitzung entgegenwirkt. Die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter betrug im Vorjahr 6,91 Euro. Über 80 Prozent der Wohnungen kosten weniger als acht Euro pro Quadratmeter. Im Portfolio finden sich 54 öffentlich geförderte Wohnungen. Acht von zehn Einheiten verfügen über zwei bis drei Zimmer. Die Belegung liegt laut Kienle derzeit bei 100 Prozent, Wechsel seien selten. „Der Nachteil ist, dass die Warteliste immer länger wird. Unsere Mieter leben in der Regel viele Jahre in ihren Wohnungen.“ Die Fluktuationsrate beträgt sieben Prozent. Mietausfälle sind laut der Geschäftsführerin sehr selten. Sie fielen an sich nur dann an, wenn eine Wohnung bei einem Mietwechsel grundsaniert wird. Die Quote bezifferte sie mit 0,4 Prozent.

Doch nicht nur die Mieten sind niedrig. 1,76 Euro Betriebskosten pro Quadratmeter und Monat liegen weit unter dem Erdinger Durchschnitt.

Auf der anderen Seite kümmert sich die BG um ihr Eigentum: Eine halbe Million Euro floss voriges Jahr in die Instandsetzung. Das entspricht 20,82 Euro pro Quadratmeter. „Im Schnitt fließen drei Monatsmieten in die Werterhaltung unseres Bestandes“, rechnete Kienle vor.

Seit Oktober befindet sich die BG-Verwaltung in erweiterten und grundsanierten Räumen unweit des S-Bahnhofs. 221 000 Euro habe man dafür investiert, sagte Vorständler Lindmayer. Das Team sei aufgestockt worden, so dass die 894 Mitglieder immer einen Ansprechpartner vorfänden.

Kolenda bleibt Chefin des Aufsichtsrats

Kolenda als Chefin des Kontrollgremiums bescheinigte der Geschäftsführung eine tadellose und erfolgreiche Arbeit. Sie stand turnusmäßig ebenso zur Wiederwahl wie ihr Kollege Christian Cosimo. Beide wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Von Hans Moritz

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