Seit 40 Jahren Mitglied der Baugenossenschaft: Vorstand Herbert Lindmayer (l.) und Aufsichtsratsvorsitzende Eva Kolenda (2. v. r.) gratulierten (v. l.) Anneliese Greller-Hilse, Emanuel Schwankl, Gisela Howard, Vorstand Herbert Berther, Brunhilde Haueisen und Isabella Gräwert. Sie erhielten Urkunden. Nicht auf dem Bild: Alfons Fellermeier, Renate Kreuzpointner, Roswitha Lohberger, Ernst Mehringer und Helfried Schwarz. foto: herkner

Baugenossenschaft Erding: Gut, sicher und bezahlbar wohnen

Erding - Mit einem Festabend hat die Baugenossenschaft Erding ihr 90-jähriges Bestehen gefeiert. Er stand ganz im Zeichen des Solidaritätsgedankens.

Der Solidaritätsgedanke bestimmt das Handeln der Baugenossenschaft Erding. Dies wurde beim Festabend am Montag in der Stadthalle deutlich. Dort feierten zahlreiche der insgesamt 1017 Mitglieder nicht nur das 90. Jubiläum, sondern auch die Erfolgsgeschichte der Genossenschaft, die ausgerechnet zum Geburtstag einen Jahresüberschuss von 733 000 Euro vermelden konnte.

Dieser ist auf den Verkauf eines Grundstücks an der Görresstraße zurückzuführen, „wo auf längere Sicht kein Baurecht besteht“, erklärte Vorstandsvorsitzender Herbert Lindmayer das wohl einmalige Plus. Daraus ergab sich für das Geschäftsjahr 2011 ein Bilanzgewinn von 129 000 Euro. Insgesamt sei die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage zufriedenstellend.

Dank des Grundstücksverkaufs könne die Baugenossenschaft bereits im September mit dem vierten Bauabschnitt an der Michael-Ferstl-Straße beginnen, wo bis Herbst 2013 neun weitere Wohnungen und 17 Tiefgaragen-Stellplätze errichtet werden. Die 15 Wohnungen im dritten Bauabschnitt werden Ende Juni bezogen. Zudem hat die Baugenossenschaft mit der energetischen Sanierung ihrer Wohnungen an der Tuchschererstraße begonnen.

Wie attraktiv die Genossenschaft ist, zeigt die Auslastung der Wohnungen (99,2 Prozent). 2011 gab es lediglich 32 Mieterwechsel, meist aus Gesundheits- und Altersgründen. Außerdem musste der Vorstand die Geschäftsguthaben begrenzen, aus Schutz vor reinen Kapitalanlegern, so Lindmayer.

Insgesamt gehören der Baugenossenschaft 58 Häuser mit 358 Wohnungen, davon 54 im sozialen Wohnungsbau, sowie 155 Garagen und 180 Stellplätze. Dazu betreut sie 15 fremde Anlagen mit 439 Wohnungen und 451 Tiefgaragen-Stellplätzen.

Xaver Kroner vom Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VbW) lobte den „weisen Entschluss“ der Gründerväter im Jahre 1922 und bezeichnete die Baugenossenschaft als „Betrieb, der zur Heimat vieler Menschen wurde“. Ein Zeichen der Beständigkeit ist das langjährige Engagement von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern. So zeichnete Kroner Vorstand Helmut Berther und Adolf Dernbach, seit mehr als 33 Jahren Aufsichtsrat, mit der Großen Ehrennadel des VdW aus.

Bürgermeister Max Gotz ging auf die Bedeutung der Baugenossenschaft als mittelständisches Unternehmen ein, dessen Bilanzvolumen von 5,45 Millionen Mark (1960) auf heute 41,2 Millionen Euro gestiegen sei. Respekt gebühre allen, die sich seit Jahrzehnten engagieren. Dies zeuge von Kontinuität und spiegle das Vertrauen der Mitglieder wider. Der Stadtchef sprach auch den gesellschaftlichen Wandel an, dem sich Erding nicht entziehen könne. So gebe es auch hier immer mehr Menschen, die alleine leben und vereinsamen. Die Zeit der Großfamilien sei vorbei. Um so wichtiger sei eine soziale Bürgerschaft, die nicht wegschaue.

Gotz sensibilisierte die Festgäste auch für den anhaltenden Zuzug von Neubürgern. „Das Wachstum wird uns nicht erspart bleiben, auch wenn wir moderat ausweisen.“ Die Folge: Die Mieten würden teurer, Wohnraum knapp. Dem wirke die Baugenossenschaft entgegen. Aufsichtsratsvorsitzende Eva Kolenda versprach angesichts des Mangels an Geschosswohnungen, dass die Sozialverträglichkeit der Mieten weiter im Vordergrund stehe. (zie)

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