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Eingespieltes Duo beim Bauernverband: Kreisbäuerin Elisabeth Mayr aus Erding und Hans Schwimmer aus St. Wolfgang, hier im Januar auf der Grünen Woche in Berlin.

Bayerischer Bauernverband 

Ende einer doppelten Ära

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Erding – Das öffentliche Leben im Landkreis haben beide stark geprägt. Am heutigen Montag treten beide von der Bühne ab: Sowohl Hans Schwimmer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, als auch Kreisbäuerin Elisabeth Maier legen ihre Ämter nieder. 

Wer am heutigen Montag Nachfolger wird, steht noch nicht fest. Im Rennen ist unter anderem Schwimmers Stellvertreter, Jakob Mayr aus Niederding.

Der 67-Jährige aus Bergham bei St. Wolfgang und die 63-Jährige aus Straß bei Erding wollen und müssen aufhören. Denn der BBV sieht vor, dass Landwirte, die ihren Hof übergeben haben und älter als 65 sind, auch ihre Funktionärsposten räumen sollen. Beide betonen: „Wir wollen jetzt bewusst an Jüngere übergeben. Denn sie sind von der Verbandsarbeit auch betroffen.“ Beide sind BBV-Urgesteine. Mayr sagt mit einem Lächeln: „Beim BBV bin ich schon länger, als ich mit meinem Mann verheirat bin.“

Schwimmer war die vergangenen 15 Jahre Kreisobmann, davor war er zehn Jahre Stellvertreter von Simon Grandinger. Über 30 Jahre macht Schwimmer Verbandsarbeit.

Die Landwirtschaft habe sich in dieser Generation auch im Landkreis stark verändert, berichtet Schwimmer. 4000 Landwirte habe es zu Beginn seiner Tätigkeit gegeben, 2200 seien es heute. Früher seien zwei Drittel Vollerwerbsbetriebe gewesen, mittlerweile sei es nur noch ein Drittel. Aber auch die Landwirtschaft selbst hat sich laut Schwimmer stark verändert. „Früher wurde auf den Höfen alles gemacht, heute findet eine starke Spezialisierung statt – Gemüseanbau, Grünland, Milchwirtschaft oder Fleischerzeugung. „Ganz neu entstanden ist der Energiewirt“, sagt der scheidende Obmann mit Hinweis auf die vielen Biogasanlagen im Erdinger Land. Insgesamt hätten Qualität und Quantität in der Produktion zugenommen.

Aber auch, so Schwimmer weiter, das Interesse der Bevölkerung, vor allem der städtischen, sei größer geworden. Die „Tage der offenen Höfe“ seien sehr erfolgreich.

Hier sieht auch Mayr ihre Hauptaufgabe. „Wir Kreisbäuerinnen wollen in der Öffentlichkeit für die Landwirtschaft werben.“ Eine Aktion wird sie in diesem Zusammenhang nie vergessen: Mit einigen anderen Kreisbäuerinnen war sie 2015 beim G 7-Gipfel im Werdenfelder Land dabei – zur Verköstigung der internationalen Medien. „Da haben wir gleich für Urlaub auf dem Bauernhof geworben.“

Glücklich ist Mayr auch, dass das Bemühen um ein neues Schulfach von Erfolg gekrönt ist. 95 000 Unterschriften hätten Kultusminister Ludwig Spaenle überzeugt. „Alltagskompetenz & Lebensökonomie“ zieht im Herbst in mehrere Fächer ein. Schwimmer: „Wir Landwirte haben immer noch Einfluss und eine hohe Glaubwürdigkeit.“ 

Neuwahlen

Die Ortsbäuerinnen wählen heute um 9.30 Uhr im Gasthaus Rauch in Grucking die neue Kreisbäuerin. Bezirksbäuerin Christine Singer hält ein Grußwort. Der neue Kreisobmann wird an gleicher Stelle um 13.30 Uhr bestimmt. Dazu hat sich BBV-Bezirkschef Anton Kreitmair angesagt.

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