Rassistischer Vorfall im Kreis Erding

"Nur für Weiße": Busfahrer weist Flüchtling ab

  • schließen

Erding - Im Kreis Erding weist ein Busfahrer einen Flüchtling mit der Begründung "nur für Weiße" ab. Erst als sich eine Frau einmischt, darf der Mann aus Gambia mitfahren. Dann gehen die rassistischen Beleidigungen seitens des Busfahrers weiter.  

Der Vorfall soll sich nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung bereits im Februar ereignet haben - wurde aber von der Polizei bisher nicht veröffentlicht. Einem Asylbewerber aus Gambia soll damals im Landkreis Erding zunächst der Zutritt zu einem Regionalbus verweigert worden sein. Der Busfahrer soll die Abweisung mit den Worten, "dieser sei nur für Weiße" begründet haben. 

Erst als eine Frau aus Dorfen, die den schockierenden Vorfall mitbekommen hatte, gegen das Verhalten und die Äußerungen des Busfahrers protestierte, lenkte dieser offenbar ein und ließ den Afrikaner einsteigen. Jedoch habe der Fahrer den Asylbewerber gezwungen, sich auf die hinteren Plätze des Busses zu setzen, da die vorderen "für Weiße" reserviert seien. Szenen, die an die 50er Jahre in Amerika erinnern, als es Schwarzen in Folge der Rassentrennung untersagt war, im vorderen Teil eines Busses Platz zu nehmen.

Busfahrer ist wieder im Einsatz 

Als die Dorfenerin an der Haltestelle "Am Krankenhaus" aussteigen wollte, folgte nach dem Bericht der Süddeutschen Zeitung der nächste Eklat. Der Busfahrer soll der Frau zugeraunzt haben, sie möge den "Affen auch gleich mitnehmen." Anschließend habe der Fahrer absichtlich noch eine falsche Angabe gemacht, indem er behauptete, der Bus fahre nicht zum Dorfener Bahnhof, der Zielhaltestelle des Asylbewerbers.

Daraufhin habe der Mann aus Gambia den Weg zum Bahnhof zu Fuß gehen müssen. Als er dort wieder auf den Busfahrer traf und sich erkundigte, warum er ihm die Fahrt zum Bahnhof verwehrt habe, sei es erneut zu Beleidigungen seitens des Fahrers gekommen.

Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung soll das zuständige  Kommissariat bestätigt haben, dass sich der Vorfall so ereignet habe. Offenbar sei der Fall zunächst nicht veröffentlicht worden, da "die Person dadurch identifizierbar geworden wäre".

Weil gegen den Busfahrer mittlerweile ein Strafbefehl eingegangen ist, wurde der Fall dennoch publik. Nach SZ-Angaben wurde der Fahrer vom Gericht wegen Beleidigung zu 30 Tagessätzen verurteilt. Die Strafe habe er beglichen und fahre bereits wieder auf der Linie.

kus

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Abgespaced! Neue Rutsche in der Therme Erding mit VR
Wer träumt nicht davon, einmal den Weltraum zu erkunden? Eine Rutsche in der Therme Erding macht das jetzt möglich - mit einer kleinen technischen Hilfe.
Abgespaced! Neue Rutsche in der Therme Erding mit VR
Stierherde büxt aus: So lief der Großeinsatz ab
Ein Stierherde ist einem Bauern aus dem Erdinger Raum entlaufen. Die Folge war ein fast 24-stündiger Einsatz, ein Stier musste an der A94 erschossen werden, zwei …
Stierherde büxt aus: So lief der Großeinsatz ab
Elisabeth Bachmaier ist klügstes „Känguru“
Erstmals haben 77 Schüler der Mittelschule Taufkirchen am internationalen Wettbewerb „Känguru der Mathematik“ teilgenommen. Und das mit gutem Ergebnis.
Elisabeth Bachmaier ist klügstes „Känguru“
„Das politische Interesse ist bei den Frauen auf jeden Fall da“
Julia Manu bleibt Vorsitzende der Finsinger Frauen-Union. Das beschlossen die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung in der Pizzeria Italia Bella in Neufinsing.
„Das politische Interesse ist bei den Frauen auf jeden Fall da“

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion