+
Martin Bayerstorfermöchte den Hybrid-OP nun doch in Erding aufbauen.

Bayerstorfer rückt von bisheriger Haltung ab

Landkreis will mit Airport-Klinik kooperieren

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Kehrtwende in der Gesundheitspolitik des Landkreises Erding: Landrat Martin Bayerstorfer will mit der Airport-Klinik kooperieren.

Erding – Bisher war er dem kleinen Krankenhaus am Flughafen München skeptisch bis ablehnend gegenüber gestanden.

Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden. Es gehe unter anderem um die gegenseitige Zuweisung von Patienten. Dies erklärte Bayerstorfer in einer Veranstaltung der Erdinger CSU am Sonntag im Wirtshaus Kreuzeder.

Der CSU-Kreisvorsitzende gab zu, dass dieser Schritt am Klinikum Erding nicht unumstritten sei, und es Chefärzte gebe, „die das sehr kritisch sehen“. Er hingegen vertrete mittlerweile die Auffassung, „dass wir uns es nicht leisten können, uns gegenseitig abzuschirmen“. Der Landkreis und sein Krankenhaus sollten den Standortvorteil der Airport-Klinik nutzen. „Wir wollen noch heuer zu konkreten Ergebnissen kommen“, kündigte er an.

Vor ein paar Jahren klang das noch anders. 2014 hatte sich Bayerstorfer massiv dagegen ausgesprochen, dass die Airport-Klinik ihre Bettenzahl von acht auf 17 erhöht. Er sah eine zu große Konkurrenz für die kommunalen Häuser in Erding und Freising. Das Verwaltungsgericht hatte der Verdopplung 2015 zugestimmt – und damit gegen den Landkreis entschieden.

An der Airport-Klinik gibt es die Disziplinen Orthopädie, Chirurgie sowie Plastische und Ästhetische Chirurgie, ferner Anästhesie – alles Fachrichtungen, die auch in Erding vorhanden sind. Allerdings leistet das Flughafen-Hospital keine Akut-Notfallversorgung, sondern behandelt vor allem Elektiv-Patienten mit geplanten Eingriffen. Anders als das Erdinger Klinikum ist es profitabel.

Insgesamt setzt Bayerstorfer auf noch mehr Kooperationen mit den umliegenden Häusern, „um in der Region spitze zu sein“ – unter anderem mit der Psychiatrie in Taufkirchen, mit der Klinik Wartenberg sowie mit der Technischen Universität München, deren akademisches Lehrkrankenhaus Erding ist.

Noch eine Kehrtwende verkündete Bayerstorfer am Sonntag: „Der Hybrid-OP kommt wieder auf den Tisch.“ Den High-Tech-Operationssaal mit bildgebenden Verfahren wünschen sich die Ärzte an der Bajuwarenstraße. Das Vorhaben war weit gediehen, dann aber wegen des Millionendefizits auf Eis gelegt worden. Der CSU-Chef kündigte an: „In den nächsten Jahren werden wir nur in die Medizintechnik 4,4 Millionen Euro investieren.“

Neu ist auch des Landrats Sichtweise auf die Notaufnahme. Er machte deutlich, „dass ich nicht mehr darüber diskutieren will, ob wir zu viele Patienten haben, die eigentlich nicht in die Notaufnahme gehören. Wo sollen die Menschen denn hin?“ Wichtig sei, die ambulanten Angebote etwa in den Medizinischen Versorgungszentren noch besser mit der stationären Versorgung zu vernetzen.

Hoch zufrieden ist Bayerstorfer mit der Entwicklung der Geburtshilfe. „Wir sind das einzige Haus in Deutschland, der die Wiedereröffnung gelungen ist.“

Die Veranstaltung nutzten er und OB Max Gotz, die CSU auf den Wahlkampf einzuschwören (Bericht folgt).

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare