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Der Einsatz von Glyphosat ist nach wie vor umstritten.

Für und Wider von Glyphosat

BBV: „Wir brauchen das Herbizid“

Landkreis – Das Thema Glyphosat spaltet die Landwirte auch im Landkreis Erding. Während sich die Einen im Falle eines Verbots, vor einer Katastrophe stehen sehen, kommen die Anderen seit Jahren ohne das Herbizid zurecht.

Der Wirkstoff Glyphosat wird in einer Vielzahl an Präparaten zur Unkrautbekämpfung angeboten. Auch die Landwirte im Landkreis nutzen das Mittel, um unerwünschtes Gewächs auf Mais- und Getreidefeldern zu vernichten. Auch bei der Ernte von Getreide ist die Verwendung von Glyphosat hilfreich, denn es sorgt für einen gleichmäßigeren Trockenheitsgrad.

Dr. Josef Schächtl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding bestätigt einen vermehrten Verbrauch in den vergangenen Jahren. „Besonders wegen fehlender Frostperioden in den letzten Wintern musste im Frühjahr immer wieder mit dem Wirkstoff nachgeholfen werden, damit optimale Saatbedingungen für Mais geschaffen werden konnten.“ Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will dennoch gegen eine Neuzulassung des Pflanzenschutzmittels in der EU stimmen. Der Grund: das angebliche Krebsrisiko.

Johann Schwimmer, Kreisobmann im Bayerischen Bauernverband, ist empört. Er betont die Notwendigkeit des Einsatzes von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Flächen. „Wir brauchen das Herbizid im gezielt vorsichtigen Einsatz.“ Er sieht keine Gefahr in dem Wirkstoff. „Es ist doch überhaupt nicht nachgewiesen, dass der Stoff krebserregend ist. Man muss doch auch beachten, wo das Getreide für diese Studien überhaupt herkam. Die haben bestimmt mehr Glyphosat verwendet als wir hier“, sagt er und ergänzt: „Viel Schnaps ist auch nicht gesund, aber ein Stamperl schadet nicht. Und so arbeiten wir hier im Landkreis.“ Schwimmer ist von dem verantwortungsvollen Umgang seiner Kollegen mit dem Mittel überzeugt. „Das ist als erstes schon mal eine Frage des Geldes. Da verwendet keiner unnötig viel, da der Wirkstoff wirklich teuer ist.“

Im Falle eines Glyphosat-Verbots rechnet der Kreisobmann mit starken Konsequenzen. Neben einer erheblichen Ertragsminderung in zahlreichen Bereichen werde auch die Qualität der Produkte leiden, denn Alternativen seien bislang nicht verfügbar. „Das kam alles so überraschend, man ist noch lange nicht auf eine Umstellung vorbereitet. Der Markt ist noch nicht so weit.“

Deutlich entspannter sieht Albert Ippisch aus Eichenkofen die Situation. Der Bio-Landwirt arbeitet seit Jahren ohne Glyphosat. „Es wird ja oft benutzt, damit alles zur gleichen Zeit reif ist, aber dann muss man halt einfach mal ein paar Tage länger warten. Das funktioniert auch“, erklärt er. Der Naturlandhof-Betreiber könne nicht nachvollziehen, wo das Problem liegt: „Es ist Jahrhunderte ohne diesen Stoff gegangen, und jetzt soll das plötzlich nicht mehr möglich sein.“

Julia Adam

 

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