Bebauungsplan „Am Sportplatz“ 

Geduldsprobe für Geislinger Bauwillige

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Erding – Wer bauen will, braucht Geduld: Bis die Änderung eines Bebauungsplans alle Verfahrensschritte durchlaufen und der Plan zur Satzung beschlossen ist, können Jahre vergehen. 

So geschehen beim Bebauungsplan für das Gebiet „Am Sportplatz in Langengeisling“. Dort, im Osten der Ortschaft und nördlich vom Sportplatz, sollen zwei Einzelhäuser entstehen. Früher war ein Doppelhaus geplant. Zudem soll die ursprünglich öffentliche Grünfläche zwischen Häusern und Weihern künftig privat genutzt werden. Ein Stück weiter südlich wollen andere Grundstückseigentümer die bestehende Grünfläche – als Lückenschließung – bebauen. „Darüber sprechen wir hier nicht das erste Mal“, erklärte Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) dazu.

Am Dienstagabend befassten sich die Stadträte im Planungs- und Bauausschuss mit dem Thema. Sie hatten die Einwände von Privatpersonen und der Träger öffentlicher Belange zu behandeln. Die meisten stammten aus dem Herbst 2016.

Viel zu diskutieren gab es nicht. Bauen können aber nicht alle Beteiligten in absehbarer Zeit. Den südlichen Eigentümern stellten die Stadträte auf Vorschlag der Verwaltung in Aussicht, den Bauwunsch unabhängig vom Bebauungsplan-Verfahren zu prüfen und gegebenenfalls ein eigenes Verfahren einzuleiten.

Was die anderen Bauwilligen beachten müssen, ist der verpflichtende Hinweis des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Der Bauwerber oder Grundeigentümer muss also archäologische Untersuchungen vornehmen lassen.

Richtig sauer wurde Gotz bei der Stellungnahme der Gemeinde Wörth zum Bebauungsplan. Die südliche Nachbarkommune Erdings will sichergestellt sehen, „dass sich durch die neu ausgewiesenen Flächen für bauliche Nutzung keine negativen Auswirkungen für die Gemeinde Wörth hinsichtlich der Hochwassersituation als Oberlieger der Sempt ergeben.“

Der OB war aufgebracht: „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Da wird’s schön langsam makaber.“ Angesichts der gut 440 Meter, die das nächstgelegene Überschwemmungsgebiet der westlich von Langengeisling gelegenen Sempt entfernt liegt, sagte Gotz: „Man sollte als Gemeindeverwaltung schon eine sach- und fachbezogene Stellungnahme losschicken.“ Die Stadträte nahmen die Wörther Stellungnahme zur Kenntnis und behielten die Planung bei.

Herbert Maier (Grüne) wunderte sich, dass unter den Trägern öffentlicher Belange, die zum Bebauungsplan gehört wurden, auch die Stadt Dorfen, die Gemeinde Taufkirchen und Markt Schwaben waren, die mit Langengeisling keine Berührungspunkte haben.

Stadtjurist Andreas Erhard versuchte, dies zu erklären. Generell sei eine Beteiligung von Kommunen vorgeschrieben, wenn verkehrliche Auswirkungen zu erwarten seien. „Wir wählen einen weiten Bereich, um niemanden zu übersehen“, schilderte Erhard das Prozedere. Dies trage auch zur Arbeitserleichterung bei. „Es gibt hinterlegte Listen, die abgearbeitet werden.“ Außerdem werde die Stadt Erding von diesen Gemeinden ebenfalls an Bebauungsplanverfahren beteiligt. Somit sei es auch ein Akt der Höflichkeit. Groß diskutiert werden musste darüber nicht, denn alle drei Kommunen hatten sich eine Stellungnahme gespart. 

Gabi Zierz

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