Beginn der Zeckensaison 

Impfstoff ist heute besser verträglich

Der Winter neigt sich dem Ende zu. Mit den steigenden Temperaturen beginnt aber auch die Zeckensaison. Wie groß die Gefahr im Landkreis Erding ist, erklärt uns Dr. Dr. Heribert Stich, Leiter des Gesundheitsamtes Erding.

- Herr Dr. Dr. Stich, wie hat sich die Zahl der Zeckenerkrankungen im Jahr 2017 entwickelt?

Dr. Dr. Heribert Stich: Im vergangenen Jahr wurden drei Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie 28 Borreliose-Infektionen registriert. Das ist eine sehr geringe Erhöhung im Vergleich zu den Vorjahren.

-Wie kann ich mich gegen einen Zeckenstich schützen?

Stich: Zecken halten sich bodennah im Gras oder Büschen auf, bevorzugt an Orten mit hoher Luftfeuchtigkeit. Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und Hosen. Helle Kleidung erleichtert es, Zecken rechtzeitig zu erkennen. Auch können insektenabweisende Mittel gegen Zecken schützen. Nach dem Aufenthalt im Freien ist es besonders ratsam, den ganzen Körper nach Zecken abzusuchen, bei sich, aber auch den Kindern.

- Was ist im Falle eines Bisses zu tun?

Stich: Entfernen Sie die Zecke umgehend, am besten mit einer Pinzette. Vermeiden Sie es, die Zecke zu quetschen oder zu zerdrücken. Nutzen Sie auf keinen Fall Öl oder Klebstoff, dies kann dazu führen mehr Erreger in die Wunde zu bringen. Im Anschluss sollte die Bissstelle desinfiziert werden.

-Empfehlen Sie eine FSME-Impfung?

Stich: Jeder, der sich oft im Freien aufhält, sollte sich impfen lassen: Studien belegen, dass es sich um eine „Freizeiterkrankung“ handelt. Oftmals werden die Menschen im eigenen Garten gestochen. Die Akzeptanz der Impfung hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Der Impfstoff wurde ständig verbessert, indem die Eiweißstrukturen reiner hergestellt werden können, dadurch ist die Impfung effektiver und besser verträglich.

Dr. Dr. Heribert Stich ist Leiter des Gesundheits- amts Erding.

-Wie kann ich Borreliose selbst erkennen?

Stich: Ein erstes Anzeichen kann eine Hautrötung, die sogenannte Wanderröte sein. Oftmals ist sie ringförmig mit einem blassen Farbton in der Mitte. Weitere Symptome können sehr diffus sein wie zum Beispiel: Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Es können aber auch Veränderungen an Nerven, Gelenken oder dem Herz auftreten.

Leider gibt es noch keinen Borreliose-Impfstoff. Es besteht aber die Möglichkeit, Borreliose mit Antibiotika zu behandeln. Hierbei spielt der Faktor Zeit eine sehr wichtige Rolle. Denn die Medikamente sind nämlich allenfalls im Frühstadium der Erkrankung wirksam.

Das Gespräch führte Sebastian Moldan.

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Pleul

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