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Der (Lego-)Stein des Anstoßes neben der Popcorn-Tüte des Kinos. Die Herkunft bleibt ungeklärt.

Das tat weh!

Schüler beißt in Cineplex-Kino auf Lego statt Popcorn

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Beim Genuss von Popcorn sollte man Obacht geben: Nicht aufgeploppte Maiskörner können Zähne zerstören. Mit einem Legostein muss man eigentlich nicht rechnen - außer man ist im Cineplexkino in Erding. 

Erding/Bockhorn – Benjamin Brückner aus Bockhorn wollte sich am Sonntag mit seinem Sohn einen gemütlichen Nachmittag im Cineplex-Kino in Erding machen. Den Lego-Batman-Film schauten sie sich an – nicht wissend, dass ausgerechnet ein Legostein dem Genuss ein hartes Ende bereiten sollte. Bastian bekam vor dem Film vom Papa eine kleine Tüte Popcorn und eine Fanta. Wie üblich, wurde im gemütlichen Sessel geknabbert.

Nicht lange. Denn auf einmal biss der Schüler auf etwas Hartes. Er spuckte es aus – und hatte ein Legosteinchen in der Hand. Auch Papa Benjamin traute seinen Augen nicht. Was er da noch nicht ahnen konnte: Am Abend klagte der Bub über Zahnschmerzen. Zu Wochenbeginn musste er sich in ärztliche Behandlung begeben. Immerhin: Dort wurde weder ein Schaden am Zahn noch eine Verletzung gefunden.

Kino beteuert: Wir haben hier keine Legosteine

Noch im Kino wandten sich Vater und Sohn ans Personal. Brückner berichtet von einer Angestellten, die erklärt habe, im Kino selbst habe man keine Legosteine. Ein Dritter müsse das Hartplastik in den Snack gegeben haben. „Da sind wir den Kunden schutzlos ausgeliefert“, zitiert er die Mitarbeiterin. Eine zweite Angestellte habe es genauso gesehen.

Was den Vater ärgert: „Keiner hat sich nach dem Wohlbefinden meines Sohnes erkundigt, sich entschuldigt, oder sonst irgendetwas getan, außer die Verantwortung von sich zu weisen.“

Darüber war der Bockhorner so empört, dass er sich entschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Er wandte sich nicht nur an den Kinobetreiber in Vilsbiburg, sondern auch an die Verbraucherzentrale in München und an das Gesundheitsamt in Erding.

Das Gesundheitsamt stattete am Tag nach dem Zwischenfall dem Kino einen Besuch ab

Die behördliche Maschinerie lief an. Das Gesundheitsamt stattete gleich am Tag nach dem Zwischenfall dem Kino einen Besuch ab. Die Familie erhielt die Antwort, dass bei der Popcorn-Produktion keine Auffälligkeiten festgestellt worden seien. Es sei aber nicht auszuschließen, dass der Fremdkörper bereits in der Sackware des Puffmaises gewesen sein könnte. Deswegen habe man auch die Behörde am Firmensitz des Herstellers eingeschaltet.

Die gleiche Vermutung hegt die Verbraucherzentrale. Dort ist man aber der Meinung, dass das Kino durchaus eine Entschuldigung hätte aussprechen können.

Die ließ nicht lange auf sich warten. Familie Brückner erhielt eine Mail des Betreibers. Darin wird der Fall außerordentlich bedauert. Man hoffe, dass es Bastian schon wieder gut geht. Man könne sich nicht erklären, wie der Legostein ins Popcorn gelangt sein konnte. Denn im Haus gebe es keine Steinchen, weder im Rahmen einer Kooperation zum Lego-Movie noch zu Dekorationszwecken.

Für die erste, unwirsche Reaktion des Personals entschuldigt sich der Betreiber. Nicht nur das: Der Achtjährige wird in den nächsten Tagen Post vom Kino bekommen – ein Wiedergutmachungsgeschenk.

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