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Über 20 Aussteller und die Kripo präsentierten sich am Samstag und Sonntag in der Stadthalle Erding.

Messe in der Stadthalle 

Beim Schutz vor Einbrechern zahlt Vater Staat mit

Erding – Die Wohnung, das Eigenheim, oder das Grundstück vor unerwünschten Gästen schützen, das wollten die Besucher der Einbruchschutzmesse in der Stadthalle am Wochenende.

„Ich möchte mich darüber informieren, wie man Fenster und Türschlösser besser absichern kann. Damit würde ich mich bestimmt besser fühlen, weil man doch in der Zeitung immer wieder etwas über Einbrecher liest“, verrät eine Messebesucherin.

Ein Gast erklärt: „Ich wohne zwar in einer Wohnung im dritten Stock, aber man weiß von der Polizei, dass die Tür mit einem kräftigen Tritt auf ist.“ Deshalb wolle er seine Wohnungstür nachrüsten.

Abhalten soll die Einbrecher so einiges: widerstandsfähige Lichtschutzabdeckungen, moderne Überwachungskameras und Sicherheitsfenster wurden unter anderem angeboten, denn die Langfinger sollen keine Chance haben, überhaupt in ein Gebäude einzusteigen. So gibt es beispielsweise Einbruchschutzfenster, die mit einer speziellen Folie überzogen sind. Beim Versuch, sie einzuschlagen, um an den Fenstergriff zu gelangen, splittert zwar das Glas, ein Loch zu schlagen, soll jedoch nahezu unmöglich sein.

Auch die Arbeit der Polizei übernehmen teilweise hochmoderne Alarmsysteme. Spezielle Alarmanlagen schießen ein Foto vom Täter. Gleichzeitig benachrichtigen sie die Bewohner per SMS oder Anruf, alarmieren die Polizei, und schlagen den Täter mit Hilfe von lauten Innensirenen in die Flucht.

Mit einem Stand vertreten war auch die Erdinger Kriminalpolizei. Laut Johann Radlmaier hat eine Statistik ergeben, dass die Hälfte aller Einbrüche über Terrassentüren stattfindet. Rund 30 Prozent erfolgen über Fenster. Lediglich zehn Prozent der Störenfriede bevorzugten die Haustüre.

„Bei Terrassentüren und Fenstern ist meist die Verriegelung der Schwachpunkt. Das sind oftmals einfach Standardverriegelungen, die einen Wärmeverlust verhindern sollen. Das hat nichts mit Einbruchschutz zu tun“, sagt Radlmaier. Er empfiehlt, so genannte Pilzzapfenverriegelungen nachzurüsten, denn sie sollen verhindern, dass Fenster oder Türe nach oben gehebelt werden können. „Das Hebeln ist einfach die Haupteinbruchsweise“, erklärt der Kriminalhauptkommissar.

„Wenn diese Nachrüstung bei älteren Häusern nicht möglich ist, sind Schlösser und Sperrriegel eine gute Option.“ Besonders absperrbare Griffe solle man nicht ausschließen. „Sehr viele Einbrecher schlagen das Glas ein, um dann den Griff erreichen zu können und dann übers Fenster einzusteigen.“

Das Interesse der Messebesucher am Stand der Kripo war groß. Radlmaier kennt die Gründe: „In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach polizeilicher Beratung wirklich stark gestiegen. Das liegt zum einen an den vermehrten Einbrüchen, zum anderen an der Berichterstattung über solche Fälle. Die Menschen werden sensibler und aufmerksamer.“

Er hat eine wichtige Nachricht für alle Hausbesitzer: „Nachrüstung oder Neuanschaffung von Sicherheitseinrichtungen wird von der Regierung bezuschusst. Jedoch muss man das vorher bei der Kreditanstalt für Wideraufbau beantragen.“ Sein Appell: „Gehen Sie in Ihre Bank und beantragen Sie den Zuschuss vor dem Kauf.“

Eine zusätzliche Sicherung zu kaufen, lohne sich zweifellos. „42 Prozent der Einbrüche in Bayern bleiben im Versuchsstadium. Zwei Drittel scheitern an der Sicherung“, sagt Radlmaier, „denn länger als fünf Minuten versuchen es Einbrecher in der Regel nicht“.

Die Messe war am Samstag von Oberbürgermeister Max Gotz und Florian Herrmann, Vorsitzender des Innenausschusses im Landtag, eröffnet worden.

Julia Adam

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