Talentiert: Nina (r.) und Johanna (l.) Schumertl als Hänsel und Gretel in dem Lied „Brüderchen komm Tanz mit mir“. Sie überzeugten mit Gesang und Schauspiel.
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Talentiert: Nina (r.) und Johanna (l.) Schumertl als Hänsel und Gretel in dem Lied „Brüderchen komm Tanz mit mir“. Sie überzeugten mit Gesang und Schauspiel.
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Benefizkonzert für „Licht in die Herzen“

Musik, die die Herzen  berührt

Erding – Das Benefizkonzert zugunsten des Leserhilfswerks „Licht in die Herzen“ feiert dieses Jahr ein kleines Jubiläum: Seit zehn Jahren spielen Musiker aus dem Landkreis für Bedürftige aus dem Landkreis. In all den Jahren spendeten die Zuschauer an diesen vorweihnachtlichen Abenden rund 10 000 Euro. Am Freitagabend waren 1900 Euro in den Spendentrommeln.

Traditionell hatten Bernd Scheumeier, Leiter der Kreismusikschule (KMS), und sein Stellvertreter Peter Hackel ein stimmungsvolles Weihnachtsprogramm zusammengestellt. Erich Rumler sorgte für die Technik und die Bewirtung, und das Publikum genoss die besinnliche Stunde.

Von der Empore eröffneten Fanfarenklänge des Bläserensembles unter der Leitung von Kurt Müller das Konzert, bevor Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger, und Hausherr Scheumeier das Publikum im vollen Saal begrüßten, darunter viele Ehrengäste. Moritz blickte kurz auf die Geschichte des Leserhilfswerks zurück. Den Anstoß habe ein Bub gegeben, der in einem Kindergarten als einziger nichts Warmes zu essen gehabt habe. „Da war unser Gedanke, es kann nicht sein, dass ein Kind schon so früh das Gefühl haben muss, nicht richtig dazuzugehören.“ Bis heute laute das Motto: „Wir helfen da, wo sonst keiner mehr hilft.“ Und das mit großem Erfolg: „In den vergangenen Jahren haben wir über eine halbe Million Euro gesammelt und an Bedürftige weitergegeben. Voriges Jahr war es mit 122 500 Euro ein neuer Rekord“, so Moritz. „Ältere Menschen haben es nach einem langen, meist arbeitsreichen Leben verdient, auch materiell einigermaßen in Würde zu leben.“

Mit den Stücken „Morgen swingt der Weihnachtsmann“ und Engelbert Humperdincks „Brüderchen, komm tanz mit mir“ nahm das Akkordeonorchester Taufkirchen unter der Leitung von Michael Riedmaier das Publikum von Beginn an mitten hinein in die Adventszeit, wobei sich hier in die traditionelle Musik swingende und bluesige Klänge mischten. „Die Vorweihnachtszeit wird ja vielfach als temporeicher Adventsmarathon empfunden“, meinte Moderatorin Vroni Vogel – von Anfang an dabei – schmunzelnd. Aber es gebe sie noch, die magischen Momente, zumindest für die Kinder, wenn sie voller Vorfreude aufs Christkind warten und den Märchen lauschen, die ihnen die Erwachsenen erzählen. Daran knüpften die Sängerinnen Nina und Johanna Schumertl an, die mit dem Akkordeonorchester in Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ eintauchten. Die Namensgleichheit der Sängerinnen beruhe übrigens lediglich auf einer kreative Seelenverwandtschaft, klärte Vogel auf.

Eines der bekanntesten Lieder aus der Oper ist „Brüderchen, komm tanz mit mir“, in dem sich Hänsel als echter Tanzmuffel erweist. Das Duett begeisterte nicht nur mit seinem Gesang, sondern auch mit schauspielerischem Talent. Wenn man die Augen schloss, wähnte man sich in einem kleinen Opernhaus ob der vollen Sopranstimmen der beiden Talente.

„Die Harfe gilt ja als geradezu himmlisches Instrument, das vorzugsweise von Engeln gespielt wird. Schon deshalb passt sie sehr gut in den Advent“, kündigte Vogel an. Elisabeth Wille präsentierte ein klassisches Stück an der Schwelle zur Frühromantik, das die Klangfarben der Harfe funkeln ließ. „Schließlich war der Pariser Komponist François-Joseph Naderman Harfenist und Harfenbauer und konnte so die Möglichkeiten seines Instruments handwerklich und künstlerisch ausloten“, erklärte die Moderatorin. Wille spielte virtuos einen bezaubernden ersten Satz aus Sonatine 5.

Was wäre eine bairische Vorweihnacht ohne Volksmusik? Da kamen der Palmkatzl-Walzer und die Griespolka von der Gruppe Haindl-Geiger gerade recht. Mit festlichen Klängen ging es weiter in die barocke Klangwelt von Johann Sebastian Bach. Das Bläserensemble ließ den Morgenstern leuchten. Das zweite Stück stammte von dem englischen Komponisten Giles Farnaby aus der Frühzeit des Barock.

Weihnachtlich jazzig wurde es mit „Angel Eyes“ und „We Wish You a Merry Christmas“, das das KMS-Jazzensemble improvisierte. Für lässigen Groove sorgten hier Samuel Pfanzelt an der Querflöte, Marc Hinrichsmeyer an der E-Gitarre, Quirin Vogel am Piano, Stephan Glaubitz am Bass, der für den erkrankten Bassisten eingesprungen war, und Vivienne Gibert am Schlagzeug. Die Musiker ließen sich vom Augenblick inspirieren und spielten an diesem Abend die Licht- in-die Herzen-Version.

Die Macht des Stücks „The Holy City“ aus dem Viktorianischen Zeitalter von Stephen Adams entfaltete Ira Maria Scholz mit ihrer sagenhaften Sopranstimme, begleitet von Alexander Scholz am Flügel. Ein Opersänger soll dieses Stück im Gefängnis gesungen haben, als er auf seine Gerichtsverhandlung wartete. Die harten Jungs, die ihn hörten, sollen ergriffen auf die Knie gefallen sein, was wiederum den Richter so bewegt haben soll, dass er sie alle straffrei laufen ließ. Ira Maria Scholz wäre das mit ihrer Version ebenfalls gelungen.

Zum Schluss kamen die Lieblinge des Publikums auf die Bühne: Die Kinderchöre der KMS unter der Leitung von Scholz sangen die drei stimmungsvollen Lieder „Vier Engel in der Weihnachtszeit“, „Zumba, zumba“ und „Schein ja, schein“. Die kleinen Sängerinnen und Sänger waren mit Glitzer-Röckchen und festlichen Felljacken fein ausstaffiert und begeisterten mit ihrem erfrischenden Wesen.

Zu guter letzt setzte sich Oberbürgermeister Max Gotz ans Klavier. Alle Ensembles zusammen sangen mit dem Publikum zum Finale „Lasst und froh und munter sein“. Bei einem geselligen Zusammensein im Foyer ließen die Musiker und ihr Publikum den stimmungsvollen Abend ausklingen. (Alexandra Anderka)

Licht in die Herzen:

Das Leserhilfswerk des Erdinger/ Dorfener Anzeiger unterstützt unverschuldet in Not geratene Bürger im Landkreis. Spenden sind auf das Konto (Nummer 17 111) bei der Sparkasse Erding möglich. Kontoinhaber: Zeitungsverlag Oberbayern. IBAN: DE54 7005 1995 0000 0171 11. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Dies vermerken Sie bitte mit Ihrer Adresse auf dem Überweisungsträger.

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