Benefizkonzert "Licht in die Herzen" wieder ein toller Erfolg

Erding - Einen beglückenden Abend haben am Freitag 130 Gäste in der Kreismusikschule (KMS) erlebt.

Zum Benefizkonzert der Heimatzeitung hatte KMS-Leiter Reinhard Loechle ein Programm mit 60 Mitwirkenden und acht Musikgruppen zusammengestellt, dass nicht nur wahre Weihnachtsstimmung, sondern auch Gänsehaut aufkommen ließ.

Bilder: Benefizkonzert "Licht in die Herzen"

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Die Altbairische Blasmusik, die Loechle auf dem Akkordeon begleitete, machte gleich den Ton des Abends klar: Feine Klänge, mitreißende Melodien und keinerlei Weihnachtskitsch. Stattdessen ließen die Musiker beim Maxglaner Faschingsmarsch die Töne hüpfen - ein unverwechselbares Erlebnis bei diesem Volksstück in Moll. Kontrastiert wurde dieser herzhafte Auftakt vom Saitenensemble, dass mit sehnsuchtsvoller Geige und weichem Hackbrettklang einen perlenden „Deutschen Tanz“ spielte.

Vroni Vogel, die den Abend moderiere, gelang darauf das Kunststück, mit einer Anekdote über den depressiven Komponisten Gabriel Fauré kurzweilig zum Part der Gruppe Streich4 überzuleiten. Eine „Pavane“, einen würdevollen Schreittanz, hatte das Quartett sich vorgenommen. Doch statt pfauenhaft gespreizt zu schreiten, wiegten sich die Geigen elegant und schwangen weich über den klaren Schritten des Cellos. Mit Edith Piafs Chanson „La vie en rose“ holte Streich4 sodann eine Brise vom Pariser Champs Elysee in die Kreismusikschule.

Melancholie und Lebenslust kündigte Vroni Vogel für das Klezmerstück des Weltmusikensembles an. Die jungen Musiker übertrafen dies mit zunächst verhaltenem, traurigen Spiel, das bald zum fröhlich springenden Tanz mit einer in den höchsten Tönen jubilierenden Klarinette wurde. Mit der langsamen Melodie des schottischen Liebeslieds „My Love is like a Red, Red Rose“ wiegten sich auch gerade pausierende Musiker anderer Gruppen auf der Bühne zu den Klängen des Weltmusikensembles.

Weiter ging die musikalische Reise mit MusicaArdeo nach Bosnien. Dem treibenden Rhythmus ihres Schlagwerks antworteten in der Volksweise traurig Geige und Klarinette. Mit energischer Gitarre und sanften Männerstimmen entführten sie sodann nach Korsika. „Eine Wohltat für die Ohren“, kündigte Vogel danach gleich noch einmal an. Von Dieter Geitz mit der Gitarre begleitet sang Janine Hecht den Achzigerjahre-Pop-Klassiker „Time after Time“. Dabei klang sie mal rauh, mal weich, so dass man ihr jedes Wort glaubte: „If you fall, I will catch you“ - Wenn Du fällst, fang ich dich auf. Erneut variierte so eines der Ensembles die Idee von „Licht in die Herzen“: Hilfe für Bedürftige.

So perfekt organisiert war der Abend, dass es nur hier zum ersten und einzigen Mal kurz Unruhe auf der Bühne gab: Die Gruppen rutschten nach hinten, um dem Akkordeonensemble Platz zu machen. Doch selbst das war choreographiert wie ein Tanz. Mit Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ amüsierten die Musiker mit einer ganz besonderen Version der anspruchsvollen Kammermusik. Präzise und unverkennbar erklang die Melodie des berühmten Stücks. Dabei tuteten und quiekten die Akkordeons aber so fröhlich, als wären sie Kinder unter dem Weihnachtsbaum.

Damit bereiteten sie auch die Bühne für den Kinderchor der Kreismusikschule. Zum Abschluss des Konzerts kamen die Kleinsten herein und gaben die Weihnachtslieder des Abends zum Besten. Ganz leise vom Akkordeon begleitet „wandern wir durch die weite weiße Welt“, sangen sie mit Augen so groß, als würde gleich das Christkind durch den Saal schweben.

Schließlich kam noch Bürgermeister Max Gotz auf die Bühne. Am Flügel begleiteten er und alle Musiker den Kinderchor und das Publikum bei „O du föhliche“. Der Saal war ganz vom volltönendem Klang erfüllt. Und die Gänsehaut beim Publikum hielt noch länger als der brausende Schlussapplaus.

Zum dritten Mal spielten Musiker aus dem Landkreis einen Abend lang für die Erdinger zugunsten des Leserhilfswerk „Licht in die Herzen“. Das Weihnachtskonzert ohne Süßliches, dafür mit umso mehr Musikgenuß und spontan gespendeten 679,70 Euro war wieder ein voller Erfolg. Das ist der hervorragenden Organisation von KMS-Leiter Loechle, dem erhebendem Spiel der Musiker und den strahlenden Gesichtern der Kinder zu verdanken.

Spendenkonto:

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(Veronika Fläxl)

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