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Zum gemeinsamen Schlusslied setzte sich Oberbürgermeister Max Gotz an den Flügel. Er begleitete die Kinderchöre. Sie sangen gemeinsam mit dem Publikum „Lasst uns froh und munter sein“.

Benefizkonzert für Leserhilfswerk der Heimatzeitung

Musik, die in die Herzen geht

Erding - Großartiger Erfolg: Beim neunten Benefizkonzert für das Leserhilfswerk „Licht in die Herzen“ kamen am Freitagabend 1900 Euro zusammen. 

Ein wunderbar weihnachtliches Programm haben Bernd Scheumaier, Leiter der Kreismusikschule (KMS) Erding und sein Stellvertreter Peter Hackel für das Benefizkonzert zugunsten des Leserhilfswerks „Licht in die Herzen“ des Erdinger/Dorfener Anzeiger zusammengestellt. Dieser vorweihnachtliche Abend hat Tradition, schon zum neunten Mal spielten am Freitagabend Schüler und Lehrer der KMS sowie befreundete Musiker. 1900 Euro waren heuer im Spendentopf.

Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger, und Hausherr Scheumaier begrüßten die Gäste im vollen KMS-Saal, darunter viele Politiker. Moritz zitierte die Schlagzeile „Wirtschaftswunderland Erding“, die erst kürzlich in der Heimatzeitung erschienen war. „Erding, das ist die Sonneseite des Lebens, doch leider nicht für alle“, sagte er, denn sonst gäbe es nicht schon seit zehn Jahren das Leserhilfswerk. Über eine halbe Million Euro haben die Leser seither gespendet, allein 92 000 Euro im vergangenen Jahr. Moritz erinnerte daran, dass jeder schnell in Not geraten könne: „Der Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung, Krankheit. Es gibt viele Wendepunkte, die ein Leben auf den Kopf stellen können.“ Der Redaktionsleiter freue sich über die Spendenbereitschaft im Landkreis und meinte: „Sie helfen mit ihren Spenden da, wo keiner mehr hilft.“

Die Kinderchöre der KMS machten mit Leiterin Ira Maria Scholz den Anfang. Mit ihrer unbeschwerten Natürlichkeit gewannen sie vom ersten Augenblick die Sympathie der Gäste und stimmten wunderbar auf die Adventszeit ein.

Ebenfalls Tradition hat Vroni Vogels charmante Moderation. „Wenn wir an Weihnachten denken, stellen wir uns eine verschneite Landschaft vor. Weihnachten ist aber auch anderswo, beispielsweise in Argentinien und Brasilien“, sagte Vogel und leitete auf das nächste Stück „Juegos en la Playa“ aus der Feder von Peter Hackel über. Er ließ mit südamerikanischem Flair an die Internationalität dieses Fests denken. Der junge Gitarrist Benedikt Irl erweckte diese Stück mit fröhlicher Leichtigkeit zum Leben.

„Vielleicht ist man früher bei Kerzenschein zusammen gesessen und hat in der staden Zeit Volksmusik gespielt, so wie die Gruppe Tastenstreich“, meinte Vogel. Diese Gruppe schlug mit Herbert Pixners „Augenstern“ und einer Polka einen Bogen zur jungen Volksmusik, so dass die Stücke sehr frisch daherkamen.

Ira Maria Scholz ist nicht nur die geduldige Leiterin der Kinderchöre, sondern auch eine ausgezeichnete Gesangssolistin. Gemeinsam mit Harfenistin Miriam Graf erzählte sie in strahlendem Sopran vom Engelsbrot (panis angelicus) und erfüllte in schwindelerregender Tonleiterhöhe den Saal mit dem Weihnachtslied „Cantique de Noel“. Die erwachsenen Zuhörer waren ergriffen von dieser Darbietung, doch in wahre Begeisterungsstürme für ihre Lehrerin brachen die Kinderchöre aus. Die überirdisch klingende Harfe war bestens geeignet als wahrhaft himmlisches Begleitinstrument.

An diesem Abend erfuhr das Publikum auch einiges über Robert Schumann. So sei er mit einer Doppelbegabung gesegnet gewesen: Literatur oder Musik. Lieder, Klaviermusik, Opern, Kammermusik, große Orchesterwerke und geistliche Musik habe er komponiert. Schumann starb gerade mal 46-jährig in einer psychiatrischen Anstalt in der Nähe von Bonn. Quirin Vogel, der sich mittlerweile bei den Benefizkonzerten und darüber hinaus einen Namen als junger Pianist gemacht hat, präsentierte ein frühes Werk Schumanns, das dieser mit 26 Jahren verfasst hat. „Aufschwung“ gehört zu einem spannungsreichen Klavierzyklus, seinen „Phantasiestücken“ mit acht Stimmungsbildern. Dem jungen Pianisten gelang es meisterlicht, die verschiedenen Stimmungen auf dem Flügel zu transportieren. Staunende Gesichter und lang anhaltender Applaus waren sein Lohn.

Das Finalis-Streichquartett mit Veronika Marschall, Franz Mayr, Katharina Bauer und Elias Wagner nahm die Gäste mit seinem schillernden Weihnachtsliederpotpourri mit auf eine Reise in die funkelnde, nostalgische und verheißungsvolle Adventszeit. Und „Stille Nacht“ in der Fassung eines Tangos – das hat schon was.

„Uns haben heute der Benefizgedanke und die Musik zusammengeführt“, sagte Vogel. Auch ein Chor sei eine Gemeinschaft und im besten Falle erzeuge er einen harmonischen Zusammenklang. Warmes Licht erzeugte der Berufschulchor (Leitung: Peter Heger) in der dunklen Winterzeit.

Schön swingende Jazzmusik brachte das Jazzensemble von Dieter Knirsch auf die Bühne. Er selbst flog mit der gewohnten Leichtigkeit über die Tasten, Muna Godfrey bediente cool das Cachon und Stephan Glaubitz zupfte lässig den Bass. Das Publikum wippte zu „Angel Eyes“ und „Dream a Little Dream“.

Ein Schmankerl gab es noch zum Schluss: Der Kinderchor II. hatte sich mit couragierten Solisten (Julia Renner, Jonas Heid und Katharina Haßel) an Leonhard Cohens berühmtes „Halleluja“ getraut und sie machten es gut. Beim „Halleluja“ von Friedrich Händel kamen die Kleinen wieder mit dazu. Sie winkten ihren Eltern von der Bühne aus zu, und da es auch schon spät war, konnte so manches Gähnen nicht unterdrückt werden. Aber gerade das machte den Abend so speziell und familiär. Rührend war, dass manche der kleinen Sänger „Frohe Weihnachten“ in ihrer Muttersprache wünschten.

Bilder: Benefizkonzert für Leserhilfswerk der Heiatzeitung

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Max Gotz am Flügel sangen schließlich alle zusammen „Lasst uns froh und munter sein“. Der Nikolaus hatte dieses Jahr seine Vertreter in Form von „Licht in die Herzen“-Organisatorin Gabi Zierz und Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz geschickt, die Schokonikoläuse an die Kinder verteilten.

Licht in die Herzen

Das Leserhilfswerk des Erdinger/Dorfener Anzeiger unterstützt unverschuldet in Not geratene Bürger im Landkreis. Spenden sind auf das Konto (Nummer 17 111) bei der Sparkasse Erding möglich. Kontoinhaber: Zeitungsverlag Oberbayern. IBAN:

DE54 7005 1995 0000 0171 11.

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