Unter dem Motto „Musik macht Mut“ gaben die Aktionsgruppe Asyl (AGA) und die Kreismusikschule Erding ein gemeinsames Benefizkonzert. Am Ende profitierten alle. Auch bekannte Künstler wie Martina Eisenreich spielten ohne Gage. Es wurden 2200 Euro gespendet
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Mitreißender Rhythmus: Samuel Odai Mensah mit seiner Trommelgruppe beim Benefizkonzert in der Kreismusikschule Erding. 
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Benefizkonzert

Ein Geschenk für alle Beteiligten

Unter dem Motto „Musik macht Mut“ gaben die Aktionsgruppe Asyl (AGA) und die Kreismusikschule Erding ein gemeinsames Benefizkonzert. Am Ende profitierten alle. Auch bekannte Künstler wie Martina Eisenreich spielten ohne Gage. Es wurden 2200 Euro gespendet

Erding – Eine bestens gelungene Premiere konnte die Aktionsgruppe Asyl (AGA) am vergangenen Samstag in der Erdinger Kreismusikschule feiern. Unter dem Motto „Musik macht Mut“ hatte der Verein zu einem Benefizkonzert eingeladen, bei dem zahlreiche Musiker aus dem Landkreis mit ihrem abwechslungsreichen Programm zugunsten der AGA begeisterten.

Andrea Stiegler von der AGA , die mit 150 ehrenamtlichen Helfern die Geflüchteten im Landkreis Erding unterstützt, erläuterte die vielfältigen Aktivitäten des Vereins, die mit den Spenden aus dem Konzert finanziert werden sollen. Sie machte allen Besuchern Mut, auf Geflüchtete zuzugehen und sich nicht abzuschotten. „Musik braucht keine Sprache und überwindet Kulturunterschiede!“

Auch Landrat Martin Bayerstorfer ist überzeugt von der heilsamen Wirkung der Musik: „Musik integriert und macht alle glücklich“. Bernd Scheumaier, Schulleiter der Kreismusikschule, war begeistert über das mit knapp 200 Besuchern „ausverkaufte Haus“, sei doch die KMS immer schon eine Begegnungsstätte gewesen, wo Menschen zusammenfinden. „Musik ist die Weltsprache, das Medium, das Kulturen zusammenführt“.

Die Organisation hatte das erfahrene Knirsch-Vogel-Team mit Dieter Knirsch, Vroni Vogel und Stephan Glaubitz übernommen und ein bunt gemischtes Programm zusammengestellt. So betonte Moderatorin Vroni Vogel die Notwendigkeit, Werte wie Gemeinschaft und Zusammenhalt über alle kulturellen Grenzen hinweg zu stärken, um dem eisigen Wind von rechts zu begegnen. Ihr Dank galt vor allem den Musikern, die ohne Gage für diesen guten Zweck auftraten, aber auch dem unermüdlichen Hausmeister der KMS, Erich Rumler, der seinen freien Tag für die Veranstaltung geopfert hatte.

Den mitreißenden Rhythmus gab Samuel Odai Mensah mit seiner Trommelgruppe vor. Bei so viel Spielfreude und perfekt abgestimmten Einsätzen sprang der Funke sofort auf das Publikum über, dass sich gern zum Mitklatschen animieren ließ. Auch die junge Jazzgruppe „Lost in Blue“, die sich aus ehemaligen Schülern der KMS zusammensetzt, ist eine internationale Mischung, die bestens harmoniert. Pianist Quirin Vogel intonierte souverän am Flügel, ob bei einer verblüffenden Spontankomposition ohne Noten, im Duett mit der beeindruckenden Klarinettistin Katarina Farbova beim Tango „Oblivion“ von Astor Piazzolla oder mit der Jazzband, die durch Cornelius Funk am Bass und Vivienne Gibert am Schlagzeug komplettiert wird. Die warme Stimme von Tina Godfrey korrespondierte wunderbar zu den Klängen der Jazzband, was besonders bei dem Song „Georgia“ auffiel.

Den Dialog der Musiker ohne Worte demonstrierte deutlich das Stück „Miserlou“, das als Solo von Pianist Dieter Knirsch begann und nach und nach ergänzt wurde durch den Schlagzeuger Wolfgang Lohmeier mit seinen zahlreichen Geräten zur Klangerzeugung, Stephan Glaubitz am Bass, der mitreißenden Geigerin Martina Eisenreich und schließlich Trommler Samuel Odai Mensah. Abgeklärt wie ein alter Hase spielte die junge Violinistin Anastasija Rozic den von Dieter Knirsch extra für sie komponierten Tango. Bassist Glaubitz erzeugte familiäre Glücksgefühle mit dem Walzer für seine Eltern und dem nach seiner alten Tante Käthe benannten Charleston, das Publikum war hingerissen.

Gänsehautfeeling auch bei der „Hymn to Freedom“, der inoffiziellen Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung mit Martin Luther King, gespielt von Dieter Knirsch und Stephan Glaubitz. Beschenkt wurden bei diesem Benefizkonzert am Ende alle: Die Besucher mit einem wunderbaren Musikabend, die Musiker mit tosendem Applaus und Blumen, besonders aber die Aktionsgruppe Asyl mit einer vollen Spendenbox. Der Gesamterlös beträgt 2200 Euro. (Gerda und Peter Gebel)

Spenden

Wer die AGA unterstützen möchte, findet dazu Infos auf der Homepage des Vereins unter https://www.aktionsgruppe-asyl.de, Spenden gehen an Aktionsgruppe Asyl Landkreis Erding (AGA) e.V. IBAN: DE39 7016 9356 0000 7070 07 Raiffeisenbank Erding eG BIC:GENODEF1EDR

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