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Feierlicher Moment im Heiligen Land: Erzbischof Pierbattista Pizzaballa ernennt Bernhard Alter (vorne) zum Abt der Dormitio-Abtei.

Bernhard Alter (72) 

Erdinger Pfarrer wird Abt in Jerusalem

Der sieben Jahre lang im Raum Erding tätige Priester Bernhard Alter ist in Jerusalem zum Abt erhoben worden. Der 72-Jährige steht damit an der Spitze der Dormitio-Abtei im Heiligen Land.

Erding/Jerusalem – Bei einem Festgottesdienst in Jerusalem erhielt Bernhard Alter die Abtsbenediktion, die Erhebung zum Abt. Dabei überreichte ihm der Leiter des Lateinischen Patriarchats, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, als Amtszeichen Ring, Stab und Mitra.

An der Feier nahmen Gäste aus dem In- und Ausland teil, darunter 70 Priester aus Jerusalem, Bischöfe, Benediktineräbte aus Deutschland, Mitbrüder aus Polen, der apostolische Nuntius von Israel, Erzbischof Leopoldo Girelli, und der deutsche Botschafter in Israel, Clemens von Goetz.

Aus Deutschland angereist waren der Vertreter des Deutschen Vereins vom Heiligen Land, Hermann-Josef Großimlinghaus,und der deutsche Statthalter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Detlef Brümmer. Seine Anwesenheit bewies, welch große Rolle die Mönchsgemeinschaft der Benediktiner in Jerusalem spielt.

Formell ist der 72-jährige Alter seit Mitte Februar im Amt. Er istNachfolger des Iren Gregory Collins, der im Juni 2016 überraschend zurückgetreten war. Im neuen Amt bestätigt wurde er von Abtpräses Ansgar Schmidt.

Alter sagt, er freue sich auf die neue Herausforderung. „Es hat mir sehr viel bedeutet, dass so viele Menschen zu meiner Erhebung gekommen sind.“ Das Amt und das Vertrauen in ihn empfinde er als „große Ehre“. Er gibt zu, „sehr überrascht gewesen zu sein, als ich gefragt wurde, ob ich bereit sei, mich zum Abt wählen zu lassen“.

Alter ist im Erdinger Land kein Unbekannter. Vor seinem Eintritt in die Dormitio wirkte er mehr als 20 Jahre lang in Bayern. Vom niederbayerischen Pfarrkirchen kommend, hinterließ er in Erding und Umgebung seine seelsorgerischen Spuren: Er war von 1992 bis 1993 Pfarradministrator in Walpertskirchen und von 1993 bis 1999 Krankenhausseelsorger am Erdinger Klinikum.

Parallel dazu übernahm er von 1992 bis 1999 als Prior die Leitung des Pauliner-Klosters Heiligblut in Erding. Nach seiner Zeit in Erding wechselte er in den Benediktinerorden. Anfangs lebte er im Kloster Niederalteich.

Alter wurde 1946 in Polen geboren und studierte Theologie in Krakau und Kunst in Russland. 1970 legte er seine Profess im Paulinerorden ab und wurde 1973 zum Priester geweiht.

Zur Gemeinschaft der Dormitio-Abtei gehören derzeit 22 Brüder, davon fünf in Tabgha am See Genezareth, bekannt durch die Brotvermehrungskirche. Die vergangenen sieben Jahre lebte der Priester und Ikonenmaler überwiegend als Eremit in der judäischen Wüste. Seit 2016 war er Novizenmeister in der Abtei. Im Gespräch mit unserer Zeitung gesteht der Abt, manchmal vermisse er die Wüste. „Aber jetzt warten viele neue Aufgaben auf mich.“

Die Befriedung Isreals ist dem Theologen ein Anliegen. In diesem Zusammenhang erzählt er von einem theologischen Jahr für Studierende aus dem deutschsprachigen Raum, das es seit 1973 im Orden gebe. Es sei ausgerichtet auf den ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog unter Einbeziehung anderer wissenschaftlicher Richtungen wie Archäologie, Judaistik, Islamistik und der Möglichkeit, sich vor Ort intensiv mit dem Land der Bibel vertraut zu machen. „Ich sehe in diesen Studierenden wertvolle Friedensbotschafter, da sie durch ihre Arbeit auch in Politikwissenschaft richtig Ahnung haben, wie in Israel Frieden funktionieren könnte“, erklärt er. Die akademische Schirmherrschaft des Studienjahrs liege bei der Benediktinerhochschule Sant’Anselmo in Rom, von der sie auch finanziell unterstützt würden.

Alter interessiert sich nach wie vor für seinen früheren Wirkungsort Erding und freut sich über Nachrichten aus der alten Heimat, versichert er. „Eine besondere Freude wäre es für mich, Pilger aus Bayern, besonders aus dem Kreis Erding hier zu begrüßen.“ Monika Kronseder

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