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Sonnenblumen für die Absolventen gab es bei der Abschlussfeier der Berufsfachschule für Altenpfleger. Es gratulierten Lehrerin Saskia Weber (hinten, l.) sowie (ab 3. v. l.) OB Max Gotz, Generaloberin Edith Dürr, stellvertretende Schulleiterin Kerstin Aicher, Schulleiter Michael Nauen, Erika Bir ner-Hintermaier, Dr. Josefine Arnold und Eileen Skupnik sowie Vize-Landrat Jakob Schwimmer (r.) und Kerstin Sievers (2. v. r.).

Bester Jahrgang seit 16 Jahren

Berufsfachschule Erding: Ausgezeichnete Altenpfleger

18 Altenpflegeschüler absolvierten die Berufsfachschule für Altenpflege Erding. Für drei von ihnen gab es sogar einen Staatspreis.

Erding Geschafft! 18 Altenpflegeschüler der Berufsfachschule für Altenpflege Erding bekamen jetzt ihre Abschlusszeugnisse überreicht – drei von ihnen wurden sogar mit einem Staatspreis ausgezeichnet.

Auch wenn die gesellschaftliche Anerkennung in der Altenpflege oft fehle, die Absolventen freuen sich auf ihre Aufgaben in Pflege- und Altenheimen und die Herausforderungen als examinierte Pfleger. Ein knallharter Job, für den man viel Geduld und noch mehr Empathie brauche, so fassten es Saskia Weber und Dr. Josefine Arnold, beide unterrichten an der Erdinger Altenpflegeschule, zusammen. 

„Altenpflege kann nicht jeder“

„Füttern, waschen, aber auch zuhören – selbst dann, wenn die ältere Dame zum zehnten Mal nach ihrer längst verstorbenen Mutter ruft oder die gleiche Geschichte stets wiederholt“, sagten die Lehrerinnen bei der Zeugnisvergabe im Erdinger Klinikum. Auch der gesellschaftliche Status fehle: „Es kommt manchmal so rüber, als könnte jeder Altenpflege. Stimmt nicht. Ihr könnt stolz sein auf das, was ihr gelernt habt. Und seid vor allem selbstbewusst“, riet Arnold den Absolventen.

Die Altenpflege sei „eine körperliche, psychische und geistige, aber auch spirituelle Aufgabe“. Dabei hafte der Altenpflege oft etwas Deprimierendes an: „,Ich hätte heute Lust, ins Altenheim zu gehen. Magst du mitkommen?‘ Das sagt wohl keiner“, so Arnold.

Viele Migranten unter den Altenpflegern

Dennoch, die frisch examinierten Altenpfleger hatten sich drei Jahre zuvor, trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen, bewusst für diese Ausbildung entschieden: „Ich liebe es, mit alten Menschen zu arbeiten. Es macht so viel Spaß zu helfen“, erklärte Mariami Murgalia, gebürtige Georgierin, ihre Berufswahl: „Ältere Menschen sind so dankbar.“

„Altenpflege ist gelebte Integration“, sagte Schulleiter Michael Nauen. Die Klassen seien gemischt, viele Schüler hätten einen Migrationshintergrund. Manche begännen direkt nach der Realschule mit der Ausbildung, andere hätten sich daheim als Familien-Managerinnen erprobt.

Pflegenotstand betrifft jeden

Der Bedarf an Altenpflegern sei immens, schließlich werde unsere Gesellschaft immer älter, merkte Annette Moser von der Agentur für Arbeit an. Die Behörde unterstützte auch in diesem Jahr die berufliche Weiterbildung: „Der demografische Wandel ist lange bekannt. Der Bedarf an Fachkräften steigt, unsere Eltern werden möglicherweise auch zu Pflegefällen.“ So treffe der Pflegenotstand jeden.

„Schließlich stehen am Ende eines Lebens meist chronische und akute Krankheiten an, oft kommen noch psychische Veränderungen und Demenz dazu“, erklärte auch Vize-Landrat Jakob Schwimmer. Schon allein deshalb müsse die gesellschaftliche Bedeutung des Berufs steigen. Die Berufsfachschule in Erding sei über den Landkreis hinaus bekannt. „Eine gute Ausbildung beginnt bei den Schulräumen“, betonte Schwimmer und verwies auf die neuen Räume des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe (BZG).

Die drei besten Absolventen

Ob es an den Räumlichkeiten lag oder an den Lehrern, drei besonders erfolgreiche Absolventen freuten sich über einen Staatspreis: Assunta Rattenhuber (Notenschnitt 1,0), Helga Jung (1,3) und Daniel Zerbin (1,3). „So eine gute Klasse hatten wir noch nie“, lobte Edith Dürr, Generaloberin der Schwesternschaft München vom BRK, den besten Jahrgang seit 16 Jahren und betonte: „Altenpflege unterscheidet sich von der Krankenpflege.“ Beratung, Betreuung und Begleitung stünden hier im Vordergrund: „Altenpflege ist immer ein Spagat zwischen Hilfeleistung und dem Erkennen und Fördern von Ressourcen im letzten Lebensabschnitt der Menschen.“

Absolventen:

Drazena Bajo, Klaus Biberger, Katharina Eberl, Felizitas Gruschka, Edita Hamzic, Helga Jung, Lisa Kaußner, Florian Kronseder, Almedina Ljubijanac, Mariami Murgulia, Flavia Pickel, Assunta Rattenhuber, Alma Schumacher, Krystyna Turczyk, Agnes Ujvari,Maximilian Wagner und Daniel Zerbin.

Michaele Heske

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