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Die stolzen Absolventen der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Erding nach der Zeugnisübergabe. Lehrer und Wegbegleiter der Frauen und Män ner gratulierten den Fachkräften.

Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Erding 

„Die Krankenpflege ist unverzichtbar“

31 Absolventen der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum können stolz sein. Nach drei Jahren Ausbildung halten sie das Ergebnis ihrer Mühen in Händen: ihr Abschlusszeugnis.

Erding– „Um einen Menschen zu heilen, braucht es einen Menschen“: Mit diesem afrikanischen Sprichwort begann Jakob Schwimmer seine Rede bei der Abschlussfeier der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Erding. Der Vizelandrat sprach von seinen eigenen Erfahrungen im Klinikum und lobte die „exzellente Pflege“ dort. „Die Krankenpflege verdient unser aller Respekt und Anerkennung. Sie leistet einen kostbaren Dienst, ist in allen Bereichen und Altersgruppen wichtig und deshalb unverzichtbar.“

Obwohl die Zahl der Pfleger deutschlandweit von heute 2,4 Millionen bis zum Jahr 2050 auf vier Millionen ansteigen solle, prognostizierte der stellvertretende Landrat einen „eklatanten Mangel an Pflegekräften“, der in Zukunft noch drastischer werde. Zudem wies er auf den Neubau der Akademie für Gesundheitsberufe hin, der 2018 fertig sein soll. „Aber sie konnten das leider nicht mehr genießen“, waren seine wenig tröstenden Worte für den letzten „Containerjahrgang“.

31 von 33 Auszubildenden hätten den Sprung geschafft, „und die restlichen zwei bringen wir schon auch noch durch“, scherzte Klinik-Vorstand Sándor Mohácsi. Die Absolventen hätten die Prüfungen mit sehr guten Ergebnissen abgelegt. „Somit gehört unsere Schule zu den besten in Bayern.“ Ihrem Lehrbetrieb wollen zwölf der 31 Fachkräfte treu bleiben: Sie werden im Klinikum das Pflegeteam verstärken.

Für die Zukunft gab Mohácsi den neuen Pflegekräften drei Gedanken mit auf den Weg. „Erhalten Sie sich Ihre Lebensfreude und Ihren Optimismus. Passen Sie auf sich auf, damit Sie fachlich wie menschlich gute Teammitglieder bleiben. Und: Gehen Sie in die Welt.“

Pflegedirektorin Gertrud Friess-Ott blickte in die Zukunft. „Jetzt sind Sie da, wo Sie hin wollten. Sie haben ein großes Etappenziel erreicht. Auch in Zukunft wird Neues und Unbekanntes auf Sie zukommen. Ich rate Ihnen: Wagen Sie Neues.“

Schulleiter Michael Gügel malte den Absolventen das Bild einer Bergwanderung: „Man besteigt den Berg und wandert wieder nach unten. Dann kommt der nächste Berg. Heute stehen Sie am Gipfel. Unser Ziel hier war es nicht nur, Sie für jetzt auszubilden, sondern Sie auch zu befähigen, den nächsten Aufstieg zu meistern.“

2500 Stunden Praxis, 2100 Stunden Theorie

Der Schulleiter ermahnte die Pflegekräfte, über den Tellerrand zu blicken: „Sehen Sie den Fall im Fall – die Umstände eines Patienten, auch wenn es ein schwieriger ist. Denn der schwierige Patient zeigt mir, ob ich meinen Beruf richtig gelernt habe.“

Veronika Aurora und Christine Martina Lang erzählten stellvertretend für alle ehemaligen Auszubildenden, wie sie diese Zeit erlebt hatten. 2100 Stunden Theorie und 2500 Stunden Praxis hätten sie hinter sich. „Klingt viel – ist es auch“, merkte Aurora an. „Wir durften viele Erfahrungen sammeln. Vom Wunder der Geburt bis zur Begleitung eines Menschen beim Sterben.“

„Wir sind gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen und hatten eine Menge Spaß“, fasste Lang zusammen. Sie durfte sich ganz besonders freuen, war sie mit einem Durchschnitt von 1,03 doch die beste Absolventin des Jahrgangs. Die Drei am Ende – „ein kleiner Wermutstropfen“, wie Schulleiter Gügel es nannte.

Insgesamt hatten heuer sechs Absolventen besonders gute Ergebnisse erzielt: Denise Engelhardt, Bettina Hiebl, Simone Nitzl, Alina Reuther, Lisa-Marie Weber und eben Christine Martina Lang erhielten nicht nur Zeugnis, eine Blume und ein kleines Geschenk vom Klinikum. Als Staatspreisträger bekamen sie auch eine Urkunde von der Regierung Oberbayern überreicht und vom Landkreis das Landkreisbuch geschenkt.

Die Absolventen

KP 14Amit Klassenleiterin Mandy Heinrich-Pötz: Veronika Aurora, Helena Batalija, Franjo Cakaric, Tanja Eicher, Julia Fellner, Angelo Francesco Frazzano, Carmen Gebetsberger, Denis Hamzic, Heiko Herrmann, Bettina Hiebl, Christine Martina Lang, Marina Mittermeier, Giorgia Murgia, Blerina Mustafa, Rosanna Saacke und Theresa Wegmann.
KP 14Bmit Klassenleiterin Christina Schlenz: Jennifer Bachl, Denise Engelhardt, Simone Nitzl, Salome Agatha Sau Otieno, Luca Pabst, Senad Pjanic, Melisa Ramic, Alina Reuther, Andrea Sax, Loveline Schubert, Franziska Sellmaier, Saskia Stöger, Madeleine Beatrice Sulymma, Sarah Traxinger, Malena Van Kasteren, Monika Wallat und Lisa-Marie Weber.

Franziska Böhm

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