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Stolzer Betrag: Vanessa Kruse von der DKMS (l.) freut sich über den Scheck, der ihr vom Stellvertretenden Schulleiter Anton Bichlmeier (2. v. l.), Koordinator Oliver Wohl (r.) und einer Schülergruppe überreicht wird. 

Berufsschüler für die DKMS 

Geldspende und Speichelproben

Dem Kampf gegen den Blutkrebs hat sich die gemeinnützige DKMS GmbH verschrieben. Sie ist ständig auf der Suche nach Stammzellenspendern. Schüler der Staatlichen Berufsschule Erding haben die DKMS tatkräftig unterstützt.

Erding Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Schon seit 1991 arbeitet die DKMS mit Hochdruck daran, die Krankheit zu besiegen. Ihre Aufgabe ist es, für jeden Blutkrebspatienten einen passenden Spender zu finden oder den Zugang zu Therapien zu ermöglichen – überall auf der Welt. Das Unternehmen trägt sich selbst und kann so unabhängig von staatlichen Geldern arbeiten. Für den Ausbau der Datei ist die DKMS jedoch trotz aller Erfolge auf finanzielle Unterstützung durch Geldspender angewiesen.

Schüler der Staatlichen Berufsschule Erding haben im Rahmen ihrer Weihnachtsaktion für die DKMS gespendet. Durch Versteigerungen, Weihnachtswichteln und den Verkauf von Sandwiches haben die Schüler insgesamt 2135 Euro erwirtschaftet. Oliver Wohl, Außenkoordinator der Schule und Veranstalter des Treffens, ist stolz auf das Ergebnis: „Viele Klassen haben gespendet, und das Geld wird bald überwiesen.“ Jetzt wurde schon mal symbolisch der Scheck übergeben.

Vanessa Kruse, Mitarbeiterin der DKMS aus der Abteilung Spenderneugewinnung, klärte die Schüler sehr detailliert über Blutkrebs und den Ablauf einer Stammzellenspende auf. „Nur ein Drittel der Patienten findet innerhalb der Familie einen geeigneten Spender. Der Großteil benötigt einen nicht verwandten Spender“, erzählte Kruse. „Die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender außerhalb der eigenen Familie zu finden, liegt bei 1:20 000 bis 1: mehrere Millionen.“

Die Phasen bis zur Stammzellenspende wurden den Schülern ebenfalls erläutert. Der erste Schritt ist die Registrierung, dann wird geprüft, ob die Gewebemerkmale übereinstimmen. Nach einem gründlichen Gesundheitscheck folgt entweder die periphere Stammzellentnahme, die 80 Prozent der Spenden sind, oder die Knochenmarkentnahme, die eher selten erfolgt, da dabei eine Vollnarkose notwendig ist. Der letzte Schritt ist die Stammzelltransplantation. Alle Kosten die auf diesem Weg anfallen werden von der DKMS übernommen.

„Bislang haben sich bereits sechs Millionen Stammzellspender unserem Kampf gegen den Blutkrebs angeschlossen. Doch findet immer noch jeder siebte Blutkrebspatient allein in Deutschland keinen passenden Spender“, sagte Kruse. Für eine Stammzellspende müssten die Gewebemerkmale des Spenders mit denen des Patienten zu 100 Prozent übereinstimmen. „Sie können der Richtige sein und mit Ihrer Stammzellspende ein echter Lebensretter werden.“

Ganz detailliert berichtete Kirsten Schwalke von ihrer Stammzellspende. „Ich hatte leichte Kopfschmerzen und mir war ein bisschen schummrig, aber im Vergleich, dass ich dadurch ein Leben gerettet habe, ist das wirklich völlig annehmbar“, sagte die 32-Jährige.

Grundsätzlich könne sich jeder registrieren, der zwischen 17 und 55 Jahre alt und gesund ist. Mit den Worten „Die Stammzellspende ist eine Chance, keine Garantie, aber sie IST eine Chance“, beendete Kruse ihren Vortrag.

Die Schüler waren begeistert und hatten sehr viele Fragen. Viele gaben dann auch gleich an Ort und Stelle ihre Speichelprobe ab und ließen sich registrieren.

Vanessa Huber

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