Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamts 

20 000 neue Bürger in 20 Jahren

  • schließen

Erding - Der Landkreis Erding wird bis zum Jahr 2035 um über 20 000 Einwohner wachsen. Die Bevölkerung wird im Schnitt immer älter.

Es ist ein Wortungetüm: „Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern“ heißt eine Studie, die das Landesamt für Statistik am Donnerstag veröffentlicht hat. Aus der geht hervor: Der Landkreis Erding wird weiter wachsen – und das mit sehr hoher Dynamik.

Nach den Daten der Statistiker lebten 2015 – aktuellere Daten liegen noch nicht vor – 133 700 Menschen im Landkreis. In 20 Jahren werden es 154 700 sein. Das Plus von 15,6 Prozent ist das drittstärkste in Oberbayern wie im gesamten Freistaat. Zum Vergleich: Die Stadt München legt um 13,6 Prozent, der Kreis München um 14,7 und Oberbayern um 11,5 Prozent zu. Noch höher ist die Dynamik nur in Dachau (plus 17,2 Prozent) und in Ebersberg (plus 17,0 Prozent). In anderen Landesteilen wird die Bevölkerungszahl sinken.

Das Wachstum im Erdinger Land ist fast ausschließlich dem Zuzug zu verdanken. Nur 0,1 Punkte an den 15,6 Prozent sind dem positiven Geburtensaldo geschuldet.

Der Langzeitvergleich ergibt, dass die Bevölkerung im Kreis Erding zwischen 1995 und 2035 um ein Drittel zunehmen wird. 1995 waren es 104 500 Einwohner, 2035 sollen es besagte 154 700 sein. Das Wachstum beträgt 1000 bis 2000 Menschen pro Jahr.

Weil vor allem Familien in den Landkreis ziehen, bleibt es eine junge Region. Dennoch stellen die Statistiker fest: Das Durchschnittsalter steigt – von 41,7 (2015) auf 45,2 Jahre (2035). Der Anteil der 75-Jährigen und Älteren klettert von 11 200 auf 16 700, der der 60- bis unter 75-Jährigen von 18 700 auf 30 900. Dennoch bleibt die Region kinderreich. Die Zahl der Kindergartenkinder (drei bis sechs Jahre) steigt in den kommenden 20 Jahren von 3900 auf 4300 an, die der Grundschüler (sechs bis zehn Jahre) von 5300 auf 5900. Auch für die Altersgruppe der Zehn- bis 19-Jährigen wird eine Zunahme vorausgesagt.

Diese Entwicklung dürfte vor allem in den Rathäusern mit Interesse verfolgt werden. Denn zum einen heißt das: Das schon heute große Angebot an Kindertagesstätten wird weiter ausgebaut werden müssen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Heimplätzen sowie Betreutem Wohnen.

Die Prognosen sind nach Angaben des Statistikamts als Modellrechnungen zu verstehen, „die die demografische Entwicklung unter bestimmten Annahmen zu Geburten, Sterbefällen und Wanderungen fortschreiben“. Es handelt sich also nicht um exakte Vorhersagen. Denn etwa ein unerwartetes An- und Absiedeln größerer Firmen kann in der Realität eine ganz andere, nicht vorhersehbare Entwicklung mit sich bringen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

AGA: Bundesamt schlampt bei Asylverfahren
Unter den Asylhelfern breitet sich Frust aus. Hauptkritik der Ehrenamtlichen: Behörden machen ihnen – künstlich – das Leben schwer. Dem Bundesamt für Migration und …
AGA: Bundesamt schlampt bei Asylverfahren
Schurer: Stinksauer, aber standhaft
Vor drei Wochen ist Ewald Schurer als SPD-Bezirkschef von den eigenen Genossen kalt gestellt worden. Wie geht es dem SPD-Bundestagsabgeordnetem heute? Wir haben …
Schurer: Stinksauer, aber standhaft
Krzizok bleibt an der Spitze
Janine Krzizok wird den Kreisverband Erding der Frauen-Union (FU) für weitere zwei Jahre führen. Bei der Kreisdelegiertenversammlung wurde sie einstimmig wiedergewählt.
Krzizok bleibt an der Spitze
Endlich am Ziel: Kein Tag ohne Panne, aber immer im Plan
Zwölf junge Leute aus Schwindkirchen und Umgebung haben am 5. Mai ein großes Abenteuer begonnen.
Endlich am Ziel: Kein Tag ohne Panne, aber immer im Plan

Kommentare