Bewerbung für das Jahr 2028 

Landesgartenschau: Erding ist wieder bereit

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Die Stadt Erding will einen neuen Anlauf unternehmen, Ausrichter der Landesgartenschau zu werden. Die Mehrheit der Stadträte begrüßt die Idee von OB Max Gotz für das Jahr 2028. Skepsis gibt es in den Reihen der Freien Wähler.

Erding– Vor genau zehn Jahren hat sich die Stadt Erding erstmals als Ausrichter einer Landesgartenschau (LGS) beworben. 2018 sollte diese hier stattfinden. Daraus wurde bekanntlich nichts. Dafür ist Würzburg heuer Gastgeber. Trotz der Absage damals ist in Erding viel aus der einstigen Bewerbung umgesetzt worden: die Sanierung des Stadtparks, die Erweiterung und Umgestaltung des Kronthaler Weihers.

Jetzt will Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) noch mal anpacken. In einem erst zur Sitzung vorgelegten Tagesordnungspunkt ging es am Dienstagabend im Stadtrat um die Bewerbung Erdings für die Landesgartenschau 2028. Eine Entscheidung traf das Gremium noch nicht. Jetzt beraten zunächst die Fraktionen. Gotz wollte ein Stimmungsbild abfragen – und das bekam er. Die Fraktionen stehen größtenteils hinter einer neuerlichen Bewerbung Erdings, auch wenn einige Stadträte das Zeitfenster für die Realisierung des S-Bahn-Ringschlusses und die Freigabe der Fliegerhorst-Flächen zur Konversion knapp einschätzen.

Gotz warb eindringlich für die „tolle Chance“ einer Landesgartenschau, durch die man für die Lebensqualität dieser Stadt viel erreichen könne. „Wir haben für 2018 zwar nicht den Zuschlag erhalten, aber mit der überwältigenden Zufriedenheit in der Bevölkerung viele Maßnahmen erfolgreich umgesetzt“, erinnerte der OB. Als „Herzstück“ einer neuen Bewerbung nannte er die Konversionsflächen im Fliegerhorst. Das Areal könne auch als LGS-Gelände genutzt werden. Zudem will er Sempt und Fehlbach, aber auch Graben- und Bachläufe berücksichtigt wissen und so Hochwasserschutzmaßnahmen ins Konzept integrieren.

„Ich möchte den Schulterschluss der Gremien und der Bürgerschaft erreichen und eine gute Einvernehmlichkeit herstellen“, sagte der OB – auch mit Blick auf Nachbargemeinden wie Wörth und Bockhorn.

Bekanntlich bewirbt sich die Stadt Dorfen für die LGS 2024 bis 2026. „Ich habe davon aus der Presse erfahren“, sagte Gotz dazu. „Es hat keiner mit uns gesprochen. Das muss auch nicht sein, aber es wäre im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit schön gewesen.“ Zu den Kosten einer LGS sagte Gotz: „Wir sind dankbar, dass wir eine so fleißige Bürgerschaft haben, die uns diese freiwillige Leistung ermöglicht.“ Finanziell spiele eine Landesgartenschau aber in einer anderen Liga, als in Dorfen beschrieben. Dort waren Kostenvon bis zu zehn Millionen Euro genannt worden.

Im Erdinger Stadtrat unterstützten CSU (Jakob Mittermeier: „Die CSU ist dafür.“), SPD (Horst Schmidt: „Wir begrüßen den Vorschlag sehr.“), Erding Jetzt (Hans Egger: „Wir sind uneingeschränkt dafür.“) und auch Grüne (Herbert Maier: „Wir gehen mit.“) Gotz’ neuerlichen Vorstoß. Skeptischer war die ÖDP: Stephan Treffler fühlte sich „den kritischen Stimmen aus der Bevölkerung verpflichtet“. Eine LGS bringe Verkehr und Impulse für Wachstum. „Das wollen diese Bürger nicht.“ Allerdings werde die ÖDP nicht gegen die LGS-Bewerbung Erdings stimmen. „Die Aufgaben können nur bewältigt werden, wenn man Druck macht“, so Treffler.

Hans Fehlberger (Freie Wähler) äußerte Bedenken ob der Machbarkeit einzelner Projekte wie die Konversion der Fliegerhorst-Flächen oder eines Thermenparks. Der stand bei der ersten Bewerbung schon auf der Wunschliste der Stadt. Fehlberger hatte ihn damals abgelehnt – und damit auch das LGS-Bewerbungskonzept.

Gotz anwortete: „Es gibt keine Bewerbung, in der man vorab sagen kann, das Konzept bringen wir hin.“ Eine LGS habe die Aufgabe, eine städteplanerische Entwicklung anzustoßen. „Neue Ideen sind die Bewerbungsgrundlage“, betonte der OB: „Wir müssen doch zeigen, was wir wollen und wo wir hinwollen.“ Das trifft für ihn auch auf den Ringschluss zu. „Wir müssen den Druck hochhalten“, sagte er. „Wenn der Planfeststellungsbeschluss in Kürze vorliegt, werden wir mit wachem Auge darauf schauen, dass es ohne Zeitverzug weitergeht“, kündigte Gotz an. „Der Ringschluss kann 2028 realistisch erreicht werden.“

Jetzt will der OB die nächsten Schritte einleiten und ein Gespräch mit der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen führen. Zusammenarbeiten will die Stadt wieder mit den Landschaftsarchitekten vom Büro NRT, die schon die Bewerbung für 2018 konzipiert hatten.

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