Wohnanlage am Keltereiberg

Bienen aus Abflussrohr gesaugt

Erding – An der Keltereistraße in Erding hat sich ein Bienenschwarm in einem Abflussrohr an einer Hauswand niedergelassen. Ein Fall für Imker Björn Landau, der die Insekten aus ihrem Versteck lockte und rettete.

Es waren die Anwohner eines Mehrfamilienhauses an der Keltereistraße, die auf unzählige Bienen aufmerksam wurden, die um das Haus schwärmten. Sie kontaktierten den Hausmeister der Anlage, der wiederum Imker Björn Landau anrief. Der 38-jährige Bockhorner, der lange in Erding gewohnt hat und bei der Feuerwehr aktiv ist, weiß, was in einem solchen Fall zu tun ist.

„Bienenschwärme treten vor allem im Frühsommer auf. Dabei verlässt in der Regel die Hälfte eines Bienenvolkes mit einer Königin den Stock, um eine neues Zuhause zu finden“, sagt Landau. Am Abend machte er sich selbst ein Bild. Allerdings waren da kaum noch Bienen zu sehen. „Die wenigen, die da waren, schwirrten um einen grauen Abflusskasten an einem der obersten Balkone“, erzählt Landau. Seine Vermutung: Der Schwarm ist in den Kasten eingezogen. Diese Annahme bestätigte der Hausmeister am nächsten Tag. Offenbar saßen die Bienen in einem vertikal verlaufenden Abflussrohr, das die Terrasse entwässert und in den Abflusskasten führt.

Mit einem umgebauten Staubsauger, an den Landau einen dickeren Gartenschlauch angeschlossen hatte, der innen glatt ist, begann er, die Bienen aus dem Rohr zu saugen. Leichter gesagt als getan: Es stellte sich nämlich heraus, dass die Bienen nicht direkt im Rohr, sondern in einem Holraum drumherum waren. „Mit dem Absaugschlauch bin dort nicht hingekommen. So habe ich ziemlich genau eine Stunde lang nur die abfliegenden Bienen eingesaugt. Das war sehr mühselig“, erzählt Landau.

Er schätzt, dass er gut 2000 Bienen erwischt hat, allerdings nicht die Königin. Die Insekten haben nun bei Landau ein neues Zuhause gefunden. Sie verstärken sein eigenes Bienenvolk.

Landau kennt sich nicht nur mit Bienen aus, sondern auch mit Wespen und Hornissen. Beide Insektenarten sind im Gegensatz zu den Bienen nur einjährig. „Bei Wespen überwintert nur die Königin“, sagt Landau. Er bedauert, dass Wespen keine Lobby haben, denn sie seien durchaus nützlich. „Sie fressen zum Beispiel das ganze Ungeziefer weg.“ Allerdings sei Vorsicht geboten, wenn Wespen in der Nähe von Kindern oder Allergikern siedeln. Man könne das ganze Nest professionell umsiedeln oder versuchen, die Flugbahn umzulenken. Landau weiß aus Erfahrung: In einem Beratrungsgespräch können viele Ängste abgebaut werden. Und: „In 80 Prozent der Fälle muss man gar nichts tun.“

Sein Rat: Wer einen Bienenschwarm im Garten oder anderswo entdeckt, informiert am besten einen Imker oder die Feuerwehr.

Gabi Zierz

Internet

www.wespenschutz-erding.de

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