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Die Biergärten, hier der Erweiterte des Erdinger Weißbräu in Erding, haben wieder offen, nächste Woche öffnen auch die Wirtshäuser wieder.

Biergärten wieder offen – Kostenlose Hütten von der Brauerei – Lob für OB Max Gotz

Weißbräu stützt seine Wirte

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Seit Montag gibt es auch im Erdinger Land wieder ein Stück bayerische Gastlichkeit. Die Biergärten dürfen wieder öffnen – vorerst bis 20 Uhr. Nächste Woche folgen die Restaurants, die dann bis 22 Uhr Gäste bewirten dürfen. Zum Start greift der Erdinger Weißbräu, obwohl er selbst unter der Corona-Wirtschaftskrise zu leiden hat, seinen Wirten kräftig unter die Arme.

Erding -Es ist ziemlich genau zwei Monate her, dass Daniel Helmecke, Geschäftsführer des Brauereigasthofs Erdinger Weißbräu an der Langen Zeile in Erding, eine der schwersten Entscheidungen seiner beruflichen Laufbahn treffen musste. Als erster Wirt sperrte er am 15. März von sich aus zu und musste 60 Mitarbeiter auf unbestimmte Zeit in Kurzarbeit schicken.

„Die erste Woche haben wir die Lager ausgeräumt. Danach haben wir alle Leitungen gespült und sämtliche elektrischen Leitungen stillgelegt“, berichtet Helmecke. Die Zwangspause nutzten Wirt Mario Pianka und Helmecke, um die Küche und die Spülküche neu herzurichten.

Hotel für Geschäftsreisende wieder geöffnet

Seit Montag hat er wieder auf – Gaststätte und Hotel. Letzteres allerdings nur für Geschäftsreisende. Für Urlauber darf er am 30. Mai, pünktlich zu den Pfingstferien, wieder aufsperren. Helmecke schätzt den Umsatzausfall auf einen „sicher sechsstelligen Betrag“. Nun kehren immer mehr Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurück.

Tom Eichloff, Wirt der Herzogstubn in Erding, war zuletzt in den Außer-Haus-Verkauf eingestiegen. Während der Zwangsschließung war er viel mit dem Radl unterwegs und hat Gutscheine ausgefahren – eine Aktion, die in den sozialen Netzwerken großen Anklang fand.

Urweiße-Hütten gibt es gratis

Damit der Start gelingt, kommt der Erdinger Weißbräu den Wirten weit entgegen. „Wir stellen ihnen unsere Urweiße-Hütten kostenlos zur Verfügung, damit sie die Freischankfläche möglichst intensiv nutzen können“, erklärt Vertriebsgeschäftsführer Josef Westermeier. „Das gilt nicht nur in Erding, sondern überall.“ Nur Auf- und Abbau müssten die Wirte anteilsmäßig bezahlen.

Doch nicht nur das. Westermeier verspricht den Wirten zudem Freibier, damit sie gerade am Anfang einen möglichst hohen Gewinn erwirtschaften. „Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen, damit es wieder aufwärts geht“, so Westermeier.

Erdinger Weißbräu: Heuer dürften 200.000 Hektoliter weniger verkauft werden

Corona habe auch die größte private Weißbierbrauerei der Welt hart getroffen, bilanziert der Geschäftsführer. „Die Gastronomie nimmt etwa ein Drittel des Gesamtausstoßes ab. Das ist seit Mitte März komplett weggebrochen.“ Zwar sei daheim mehr konsumiert worden, doch das fällt laut Westermeier kaum ins Gewicht. „Supermärkte und Getränkehandel verzeichnen beim Absatz gerade mal 1,2 Prozent plus.“ Übers Jahr rechnet man bei Erdinger mit einem Absatzeinbruch um 200 000 Hektoliter.

Lob für OB Max Gotz

Umso dankbarer ist die Branche, dass ihnen die Stadt Erding entgegenkommt. Wie berichtet, gibt das Rathaus den Gastronomen so viel Platz unter freiem Himmel wie möglich. Zudem verlangt sie dafür heuer keine Pacht und erstattet 2020 geleistete Beiträge zurück. „Das haben wir vor allem OB Max Gotz zu verdanken“, lobt Westermeier. Auch Helmecke spricht von einer großen Geste. In Dorfen wird ein solcher Schritt gerade erwogen.

In Erding stehen Urweiße-Hütten vor der Herzogstubn und vor dem Brauereigasthof. Für den ist die Großbaustelle in der Innenstadt eine glückliche Fügung. Denn jetzt ist viel Platz für den locker bestuhlte Biergarten.

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