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Einsatz auf der letzten Etappe (stehend, v. l.): Christine Unangst, Eva Geisel, Ottilie Kober, Burkhard Köppen, Monika Vogt und Dr. Johannes Schollen sowie (sitzend, v. l.) Pfarrerin Andrea Oechslen, Petra Bauernfeind, Oberbürgermeister Max Got z, Ruth Preuße, Prof. Dr. Gerd Hohlbach und Nikolaus Hintermaier.

Bilanz des Erdinger Hospizvereins

Sie begleiten auf dem Sterbeweg

Tausende Stunden haben die Erdinger Hospizbegleiter im vergangenen Jahr geleistet. Die Arbeit sei manchmal belastend, aber sie mache auch Freude, sagen die Helfer. Eines steht fest: Sie werden immer mehr gebraucht.

Erding – 2363 Stunden haben die Hospizbegleiter des Christophorus Hospizvereins (CHV) Erding im vergangenen Jahr geleistet. Sie haben Menschen auf der letzten Etappe ihres Lebens begleitet. Dafür bedankte sichder Vorsitzende des CHV Dr. Johannes Schollen bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend. Rund 40 Mitglieder waren da, obwohl am selben Abend der Nockherberg im Fernsehen lief. Vor dem Publikum zählte Einsatzleiterin Jutta Mayer die Einsätze der Hospizbegleiter auf: Im häuslichen Bereich wurden 43 Patienten bei 503 Einsätzen in 1183 Stunden betreut. In den Heimen kamen bei 47 Personen und 778 Einsätzen 1180 Stunden zusammen.

Die Arbeit sei manchmal belastend, sagte Mayer. Gleichzeitig sprach sie über zwei ihrer Begleitungen, wo die Betroffenen ihr Schicksal angenommen und trotzdem Freude am Leben hatten. Das sei auch das Ziel des Vereins, sagte Schollen: Dass ein Patient selbstbestimmt zu Hause oder im Heim sterben kann.

Manchmal müssen sich auch Kinder schon früh verabschieden. Deshalb arbeitet der Erdinger Hospizverein mit dem AKM Kinderhospiz München zusammen. Koordinationsleiterin Irmgard Marchfelder und Charlotte Freudenberger stellten ihre Arbeit für das Kinderhospiz vor. Ziel des AKM sei es, Familien zu begleiten, deren Kinder eine lebensbedrohliche oder lebensverkürzende Erkrankung haben. Es werden mögliche Hilfen überdacht: Wo braucht es eine ärztliche oder psychologische Betreuung? Wie kann die Familie durch einen ehrenamtlichen Begleiter entlastet werden? Gerade bei erkrankten Kindern sei die Sterbebegleitung eine schwierige Arbeit. Sie mache den ehrenamtlichen Begleitern aber auch Freude, zitierte Marchfelder aus einem Brief.

Aber nicht nur die Begleitung auf der letzten Etappe des Lebens ist für den Verein ein wichtiges Thema. Hospizbegleiterin Eva Geisel sprach die Trauerbegleitung von Angehörigen nach einem Todesfall an. Hier wird der CHV erst nach einem Todesfall von Verwandten angesprochen. Treffpunkte für sie sind das Trauercafé und Wanderungen, die heuer fortgeführt werden.

Neben dem Hospizverein kümmert sich das 2011 gegründete Palliativ-Team Erding um Menschen auf ihrem Sterbeweg. Team-Geschäftsführerin Monika Vogt sagte auf der Versammlung, dass die Zahl der Begleitungen angestiegen sei: Waren es im Jahr 2012 noch 123 Personen, die begleitet wurden, stieg die Zahl im Jahr 2017 auf 351 Betroffene.

Für die Begleitung im Rahmen einer Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) brauchen die Patienten eine Verordnung vom Arzt oder Krankenhaus. Bei den Sterbebegleitungen durch das Palliativteam und den Erdinger Hospizverein sind medizinische Fach- und Pflegekräfte und Ärzte eingebunden. Außerdem hat das Palliativ-Team eine 24-Stunden-Rufbereitschaft.

Auch der Hospizverein übernimmt immer mehr Aufgaben. Deshalb wächst die Zahl der Beiräte im Vorstand von neun auf zehn. Prof. Dr. Gerd Hohlbach war bereits mehrere Jahre Vorsitzender des Hospizvereines im westfälischen Herne und wurde von den Mitgliedern bestätigt. Elvi Reichert

Kurse:

Neben der Sterbe- oder Trauerbegleitung bietet der Verein Kurse an, wie den „Letzte Hilfe Kurs“ am Mittwoch, 14. März, oder „Wie Abschiednehmen besser gelingt“. Die Termine stehen auf www.hospizverein-erding.de.

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