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Führungstrio auf Zeit: die Sparkassen-Vorstände (v. l.) Ulrich Sengle, Joachim Sommer und Mischa Schubert. Letzterer wechselt nach fünf Jahren in Erding zum Jahresende zur Sparkasse Wasserburg.

Bilanz der Sparkasse Erding

Null Zinsen: Der Kampf wird härter

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Trotz Nullzinsphase und steigenden Kosten hat die Kreis- und Stadtsparkasse Erding-Dorfen auf allen Gebieten Zuwächse erwirtschaftet. Das ist vor allem dem erheblich vergrößerten Geschäftsvolumen geschuldet. In den nächsten Jahren wird mit rückläufigen Zinsüberschüssen gerechnet.

Es ist genau ein Jahr her, dass die erfolgsverwöhnte Sparkasse Erding-Dorfen einen Einbruch beim Bilanzgewinn hinnehmen musste. Heuer konnten die Vorstände Joachim Sommer, Ulrich Sengle und Mischa Schubert wieder lauter Pluszeichen vor ihre Zahlen schreiben. Der Optimismus fällt dennoch verhalten aus – obwohl der Bilanzgewinn von 2,8 auf 3,5 Millionen Euro gestiegen ist und die Bilanzsumme erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Marke übersprungen hat.

Sommer resümierte, dass 2016 „von steigenden Kosten und sinkenden Erträgen“ geprägt gewesen sei. „Ausgleichen konnten wir das zum einen durch ein erheblich gesteigertes Geschäftsvolumens“, so der Vorstandschef. Auf der anderen Seite habe man einen Sparkurs gefahren. Binnen etwas mehr als eines Jahres sei die Belegschaft um rund zehn Prozent geschrumpft – von 300 auf 270 Stellen. Aktuell zählt das Geldhaus 375 Mitarbeiter. Sommer versicherte, niemandem sei betriebsbedingt gekündigt worden. „Das haben wir durch die natürliche Fluktuation sowie Altersteilzeitangebote erreicht.“ Nun habe man eine Struktur, mit der man für die nächsten Jahre gerüstet sei. Aktuell seien keine neuerlichen Einschnitte ins Filialnetz geplant.

Dennoch machte er keinen Hehl daraus, dass die Zeiten nicht einfacher würden. Langfristig müsse man mit rückgängigen Zinsüberschüssen rechnen. 38,7 Millionen Euro waren es 2016, fürs laufende Jahr rechnet er nur noch mit 35,6 Millionen Euro.

Sengle sprach das Verwahrentgelt, die so genannten Strafzinsen an. Sie würden weiterhin ausschließlich bei Kommunen und Geschäftskunden ab 500 000 Euro fällig. Sengle betonte jedoch: „Das betrifft nur die täglich fälligen Sichteinlagen.“ Die machen bei der Sparkasse Erding 70 Prozent aller Einlagen aus. Laut Sengle sind gerade einmal rund 30 Großkunden betroffen.

Sommer sekundierte: „Diese Anlagestrategie war noch nie eine gute.“ Verstärkt würden Alternativen gewählt. Aktien etwa gerieten wieder in den Fokus. Kunden verteilten ihre Beträge auf mehrere Konten beziehungsweise Banken, um unter den 500 000 Euro zu bleiben.

Schubert wies darauf hin, dass man für längerfristige Papiere „schon noch ein paar Zinsen bekommt“. So sei beispielsweise der Wertpapier-Nettoabsatz um sechs auf 20,5 Millionen Euro gestiegen – ein Zuwachs um 41,1 Prozent. „Wir haben unsere Beratungstätigkeit an diese Entwicklung stark angepasst“, so Sommer.

Ein erhebliches Wachstum war Schuberts Worten zufolge nicht zuletzt beim Kreditgeschäft zu verzeichnen: um 51,1 Millionen auf 1,186 Milliarden Euro – Zeichen für einen florierenden Wirtschaftsraum. Für Wohnungsbau wurden 440 Millionen Euro an Krediten in Anspruch genommen (2015: 336 Mio. e).

Sommer versicherte, man werde weiter investieren und sich nicht kaputt sparen. Mehrere Projekte stünden an. Auch auf die Berichte über Gebühren an Geldautomaten ging er ein.

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