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Perfekte Effekte zur Schnapszahl

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Spannende Eigenkompositionen in der Stadthalle: Peter Heger (r.) lud zur 33. Boogie-Woogie-Nacht in die sehr gut besuchte Stadthalle ein. Es spielten (v. l.) Thommy Weiss, Katharina Alber und Martin Schmitt
Spannende Eigenkompositionen in der Stadthalle: Peter Heger (r.) lud zur 33. Boogie-Woogie-Nacht in die sehr gut besuchte Stadthalle ein. Es spielten (v. l.) Thommy Weiss, Katharina Alber und Martin Schmitt. © Vroni Vogel

Seit mittlerweile 33 Jahren wird in Erding die Boogie Woogie-Nacht gefeiert. Das Interesse ist nach wie vor ungebrochen.

ErdingDie 33. Erdinger Boogie-Woogie-Nacht war ein berauschender Konzertabend zum Schnapszahlengeburtstag. Der Erdinger Pianist und Organisator, Peter Heger, wurde am Samstagabend mit anerkennendem Applaus in der sehr gut besuchten Stadthalle begrüßt, kaum dass er die Bühne betreten hatte – eine große Verbeugung vor seinem künstlerischen Engagement über die vielen Jahre und vor seiner musikalischen Könnerschaft.

Es waren treue Gäste im Zuschauerraum, die bisher keine Boogie-Nacht versäumt haben dürften, und es brillierten zwei Pianisten, die als junge Männer bereits bei der ersten Erdinger Boogie-Nacht gespielt hatten: Martin Schmitt und Thommy Weiss. Mit markanter Rhythmik und sympathischen Ansagen begeisterte zudem Katharina Alber als energiegeladene Boogie-Kathi aus Innsbruck die Zuhörer. Ihre Familie und eine Fangemeinde waren extra aus Tirol angereist. Ihrem Wunsch, über die Musik Spaß zu haben und sich von der Fröhlichkeit des Boogie anstecken zu lassen, kam das Publikum nur allzu gerne nach. Mit einer starken linken Hand schuf Alber die typische mitreißende Rhythmusbasis. Nebenbei erzählte sie mit Charme von ihrem Hund und ihrem Kater, die ihr immer beim Spielen zuhören würden. Es gebe bloß einen Unterschied: Der Hund lasse sich brav beim Klavier nieder, während Kater Emil Tastenspaziergänge unternehme – guter Stoff für eine Eigenkomposition.

Martin Schmitt, der 2016 sein 30-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert hatte, unterhielt die Zuhörer mit effektvollem, routiniertem Entertainment, erzählte Witze und Anekdoten, heizte mit pointierten Plaudereien die Stimmung an, Lachsalven folgten. Am Flügel sorgte Schmitt für einen satten, warmen Pianoklang, stellte viele Stücke aus eigener Feder vor, teils mit Gesang, wobei Stimme und Piano gut zusammengingen.

In seinen Liedern nahm Schmitt so einiges auf die Schippe, unter anderem die tragikomische Seite der Midlife-Crisis. Schmitt war der perfekte Animateur, um Menschen zum Mitsingen zu bewegen. Pianistisch beeindruckend: seine ganz spezielle Version von „Tico, tico“.

Nach der Pause erlebte man ein feines, nahezu kammerspielartiges Konzert von Thommy Weiss, dessen virtuoses und dabei nie vordergründiges Spiel faszinierte, der auf dezente Weise eine starke Bühnenpräsenz ausstrahlte. Sein Boogie „nicht im Viervierteltakt“, durchsetzt mit eigenwilliger Rhythmik und spannenden Melodieeinfällen, war eine besondere Nummer.

Auch ein spannend arrangiertes Medley von Fats Waller-Stücken mit den Titeln wie „Honey Suckle Rose“ und „Ain’t Miss Behavin’“ hatte Weiss mitgebracht. Wenn der Pianist mit vielschichtiger Eleganz in die Tasten griff, meinte man, teils eine unsichtbare dritte Hand zu hören, die eine eigenständige Nebenstimme in der Mittellage erklingen ließ. VRONI VOGEL

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