+
Buchstäblich in Höchstform waren die Künstler bei der 30. Boogie-Woogie-Nacht in der ausverkauften Stadthalle (v. l.): Initiator Peter Heger, Chris Conz, die Rockagillys sowie Schlagzeuger Edwin Karbaumer. Die fünf Musiker aus Maitenbeth begeisterten mit Unterhaltungsmusik im besten Sinne. Dem Publikum gefiel’s – wie in all den Jahren zuvor auch.

30. Boogie-Woogie-Nacht

Peter Heger: Die unermüdliche Rhythmusmaschine

Erding -Boogie meets Klassik und Rock’n Roll: Tanzende Tasten, schwindelerregende Schlagzeugwirbel, zuckende Hüften und jede Menge Musikspaß erlebte man am Samstagabend bei der 30. Erdinger Boogie-Woogie-Nacht in der voll besetzten Stadthalle.

Organisator und Pianist Peter Heger eröffnete das Jubiläumskonzert mit Schlagzeuger Edi Karbaumer. Einmal mehr zeigte Heger, dass der Begriff Lokalmatador für ihn zu eng gegriffen ist. Man hörte hier einen exzellenten Boogie-Spezialisten, der weit über Bayerns Grenzen hinaus keine Konkurrenz zu scheuen braucht.

Seine Bassfiguren in der linken Hand kamen mit der Perfektion eines Uhrwerks daher und bildeten mit dem Schlagzeug eine perfekte Rhythmusmaschine. Und seine rechte Hand? Die hämmerte die Töne nicht einfach nur rasant in die Tasten, sondern gestaltete sie mit geschmeidiger Dynamik.

Hegers Spezialität durfte an diesem Abend nicht fehlen: die mit musikalischem Augenzwinkern eingestreuten Klassikzitate, die letztlich immer wieder in das mündeten, was die enthusiastischen Fans hören wollten – mitreißenden Boogie.

Unter ihnen waren auch Tanzpaare, die eine flotte Sohle aufs Seitenparkett legten. „Das Tier aus Taufkirchen“, so Hegers Bezeichnung für Schlagzeuger Karbaumer, gesellte sich zum pianistischen Feuerwerk mit energetisch aufgeladenem Drive. Der Schweizer Pianist Chris Conz erweckte den Boogie-König mit Repertoire von Mead Lux Lewis, Albert Ammons und Pete Johnson zum Leben.

Bereitwillig wurde das Publikum zum Hintergrundchor, als Conz den Swingklassiker „Tea for Two“ kredenzte. Bei seiner Interpretation „On the Sunny Side of the Street“, gewürzt mit jazzigen Akkorden, bekam man tatsächlich so richtig Lust, genau diese Straße entlang zu flanieren.

Ja, und als dann die Rockagillys nach der Pause die Bühne mit toll gespielten Rock’n Roll-Nummern eroberten, steppte der Bär. Die fünf Jungs der Band aus Maitenbeth begeisterten mit Unterhaltungsmusik im besten Sinne und konnten es durchaus mit den Originalen aufnehmen. „Great Balls of Fire“ war eine ihrer Glanznummern, und es gab auch ein spezielles Ständchen für Heger: „Just a Gigolo“. Backstage überraschten den Erdinger Pianisten zwei gut gelaunte Damen und gratulierten ihm zum runden Boogie-Geburtstag mit Blumen. Das Publikum geriet mehr und mehr in Ekstase.

Unter den Zuhörern waren noch einige, die bereits bei der ersten Erdinger Boogie-Nacht in der legendären Kunstkneipe Picnic erlebt hatten, wie Heger die erfolgreiche Veranstaltungsreihe damals aus der Taufe gehoben hatte.

Selbst für junge Leute ist der Boogie Woogie offensichtlich alles andere als ein alter Hut. Das liegt sicherlich auch daran, dass Heger in den Boogie-Nächten neben etablierten Stars immer wieder jugendlichen Nachwuchstalenten ein Forum bietet. Schließlich ist der Pianist Klavierlehrer an der Kreismusikschule.

Vroni Vogel

30. Boogie-Woogie-Nacht in Erding - die Bilder

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zu teuer? Streit um Schüler-Kunst
Das nächste Projekt von Stadtteilkunst wird wieder von Schülern gestaltet. Diesmal werden die weiterführenden Schulen Exponate im öffentlichen Raum schaffen. Harry …
Zu teuer? Streit um Schüler-Kunst
Machtmensch Bayerstorfer hat sich völlig vergaloppiert
Der Streit ums Frauenhaus eskaliert: Jetzt wehrt sich sogar die Kirche gegen die harten Vorwürfe des Erdinger Landrats. Der ist übers Ziel hinausgeschossen, meint …
Machtmensch Bayerstorfer hat sich völlig vergaloppiert
Kirche auf Konfrontationskurs zum Landrat
Beim Sozialdienst katholischer Frauen und bei der Erzdiözese München-Freising ist man entsetzt über die schweren Vorwürfe, die Landrat Martin Bayerstorfer gegen den …
Kirche auf Konfrontationskurs zum Landrat
Musikalisch vom Kaukasus bis nach Paris
Knapp 100 Gäste genossen das Sommerkonzert in Wörth.
Musikalisch vom Kaukasus bis nach Paris

Kommentare