Abgefüllte Bierflaschen fahren auf dem Produktionsband.
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Die Brauereien im Landkreis haben nach wie vor Einbußen. Damit der Absatz wieder auf Normalniveau steigt, müssten Großveranstaltungen wieder stattfinden. Symbolbild.

Keine Veranstaltungen: Fassbierabsatz stark zurückgegangen

Corona-Krise in Brauereien geht weiter

Internationaler Tag des Bieres: Zwar haben Biergärten und Gaststätten wieder geöffnet, auf Normalniveau ist das Geschäft für die Brauereien aber noch lange nicht.

  • Volksfeste und andere Großveranstaltungen können weiterhin nicht stattfinden.
  • Vor allem beim Fassabsatz haben Brauereien dadurch große Einbußen.
  • Teilweise sind die abgesetzten Fässer um mehr als die Hälfte zurückgegangen

Landkreis – Normal ist das Leben noch lange nicht. Ein Blick auf die steigenden Infektionszahlen zeigt auch: Es wird wahrscheinlich noch dauern, bis Normalität einkehrt. Doch immerhin ist das Wetter besser als zu Beginn der Pandemie, und Biergärten haben wieder geöffnet. Richtig profitieren können die Brauereien vom guten Wetter aber nicht. Eine Recherche zum heutigen Internationalen Tag des Bieres.

„Ohne die Veranstaltungen und Feste haben wir nach wie vor Einbußen“, sagt Albert Hörmann, Geschäftsführer der Dorfener Brauerei „Josef Bachmayers Nachfolger“. Er berichtet vom starken Rückgang vor allem beim Fassbierausstoß: „Ziemlich genau die Hälfte, von dem, was wir in dieser Jahreszeit absetzen, ist uns weggebrochen.“

Faires Kurzarbeits-Modell bei Josef Bachmayers Nachfolger

Dass Gaststätten wieder geöffnet haben, sei zwar bemerkbar, erzählt Hörmann, „aber wir merken auch, dass die Leute heuer bei schlechtem Wetter lieber zu Hause bleiben.“ Der regenreiche Sommer ist für die Brauereien also eher ein Nachteil. „Aber ich will mich nicht darüber beschweren, für die Umwelt ist er sehr wichtig.“

Für die Kurzarbeit hat sich die Dorfener Brauerei ein faires Modell ausgedacht: „Wir rotieren wochenweise. Das heißt, jede Woche ist ein anderer Mitarbeiter in Kurzarbeit, damit die Ausfälle möglichst gering für alle bleiben.“

Bräu z‘ Loh wirbt auf Youtube für Regionalität

Die Dorfener Familienbrauerei Bräu z’Loh hat dagegen noch keine Kurzarbeit eingeführt. „Wenn es schlimmer wird, ist es eine Option“, sagt Inhaberin Barbara Lohmeier-Opper. Noch kämpft sie aber dagegen. Schwer getroffen ist ihr Betrieb dennoch: „Wir sind nicht so gastrolastig, sondern leben von den Festen. Die Pandemie spüren wir also sehr stark.“

Die Braumeisterin hält aber mit Fleiß und Kreativität dagegen. Sie startete Ende April ihren Youtube-Kanal „Babsi vom Bräu z’ Loh“, um zu zeigen, „dass ich mich von Corona nicht unterkriegen lasse, und um die Menschen zu motivieren, regionale Produkte zu kaufen“. Dort zeigt sie in einer Art Video-Blog das Innenleben ihrer Brauerei.

Über 50 Prozent Rückgang im Fassabsatz beim Erdinger Weißbräu

Schwer getroffen hat die Pandemie auch den Erdinger Weißbräu. Dem Münchner Getränkemarkt-Magazin „Inside“ zufolge ging der Absatz im ersten Halbjahr 2020 um 120 000 Hektoliter zurückgegangen. Der Fassabsatz sei sogar um 56,5 Prozent zurückgegangen. In dem Bericht heißt es auch, dass der Weizen-Anteil beim Bierkonsum in der Gastronomie deutlich höher ist zu Hause.

Vom in der Pandemie gestiegenen Heimkonsum würden Weißbierbrauereien, also auch Erdinger, nicht wirklich profitieren. Eine Stellungnahme von Erdinger lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Lesen Sie auch: Kleine Brauereien fürchten um ihre Existen – So ging es den Brauereien zu Beginn des Lockdowns

Mayls Majurani

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