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Das Tor zum World Wide Web: ein Schaltkasten mit Glasfaserkabeln. 

Breitbandausbau in Erding

Surfvergnügen mit Verfallsdatum

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Anfang 2019 sollen alle Erdinger das schnelle Internet nutzen können. Mindestens 30 bis 50 Mbit pro Sekunde sind das Ziel. 2,4 Millionen Euro wird Bund, Land und Stadt dieses Surf-Vergnügen wert sein. Es ist aber nur ein Etappen-Erfolg.

Erding – Für den Breitbandausbau in Erding war der Juli 2017 ein buchstäblich heißer Monat. Vertreter der Stadt und der Deutschen Telekom gaben per Knopfdruck das schnelle Internet für rund 10 000 Haushalte in der Kreisstadt frei, im August folgten weitere 4000. Hier sind Download-Geschwindigkeiten von 50 bis 100 Megabit pro Sekunde möglich. Dafür waren binnen eineinhalb Jahren 250 Schaltkästen installiert worden.

Dieses Projekt fand maßgeblich im Eigenausbau der Telekom statt. Um auch die Randgebiete erschließen zu können, braucht es Fördermittel von Bund und Land. Über den Stand des Breitbandausbaus informierten Christian Famira-Parcsetich, Leiter des Stadtplanungsamts, im Stadtrat sowie OB Max Gotz in der Eichenkofener Bürgerversammlung.

Die Geschichte des schnellen Internets begann 2010, als der Stadtrat beschloss, die Breitbandversorgung voranzutreiben. Die Telekom wurde beauftragt, die Ausbaugebiete Erding-Nord mit Langengeisling, Eichenkofen und Altham sowie Erding-Süd mit Bergham, Aufhausen und Pretzen so aufzurüsten, dass mindestens sechs Mbit/sec zur Verfügung stehen.

Das erwies sich alsbald als zu wenig. Im April 2014 beschlossen die Stadträte, in das Förderprogramm des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen des Freistaats einzusteigen. Mindestens 30 Mbit/sec sollten erreicht werden. Sieben Erschließungsgebiete neben dem Telekom-Eigenausbau wurden festgelegt: Eichenkofen, Langengeisling, Itzling, Bergham, Singlding, Aufhausen-Süd und Werndlfing.

Famira-Parcsetich erklärte nun im Stadtrat, man befinde sich auf der Zielgeraden. „Der Ausbau wird voraussichtlich im Januar 2018 abgeschlossen sein.“ Nachdem 14 000 Haushalte in den Genuss von mindestens 30 Mbit/sec gekommen sind, will die Stadt nun auch alle verbliebenen Haushalte anbinden, versprach der Leiter des Stadtplanungsamts.

Dazu zapfe man das Programm Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland an. „Danach muss auch hier eine Mindestversorgung von 50 Mbit/sec vorliegen“, so Famira-Parcsetich. Den Förderbescheid gab kein Geringerer als Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Anfang August in Erding ab. Nach Angaben der Stadt gibt es eine Kofinanzierung durch den Freistaat.

Derzeit werde ein Unternehmen für den Ausbau ausgewählt. Der Ausbau soll laut Famira-Parcsetich Anfang 2019 abgeschlossen sein. Gotz ist überzeugt: Das Thema wird Erding noch länger beschäftigen. Mit Blick auf die für 2019 anvisierten mindestens 50 Mbit/sec sagte er: „Das wird dann schon wieder ein alter Hut sein.“

Grundsätzlich sei der Breitbandausbau keine Aufgabe der Kommunen. „Wir müssen uns dennoch drum kümmern.“ Als nächsten Schritt hat Erding weitere 50 000 Euro Förderung vom Bund bewilligt bekommen – zur Förderung von Beratungsleistungen für einen Erdinger Masterplan Breitband. Insgesamt kostet das schnelle Internet in der Kreisstadt zwischen 2010 und 2019 knapp 2,4 Millionen Euro. Rund eine Million Euro kommen vom Bund, 750 000 vom Freistaat und 640 000 von der Stadt.

Anträge stellen

Das schnelle Internet kommt nicht alleine in die Haushalte, sondern muss beantragt werden. Anlaufstellen sind unter anderem der Telekom-Shop an der Friedrich-Fischer-Straße und der Elektromarkt Expert in Erding-West. Auskunft über den Ausbaustand gibt es auf www.telekom.de/breitbandausbau-deutschland.

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