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„Wir bauen ein Haus“: Aus von den Besuchern signierten Bausteinen errichteten BRK-Vorsitzender Franz Hofstetter, Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden und Sparkassenvorstand Michael Utschneider symbolisch die neue Rettungswache in Taufkirchen.

BRK-Frühjahrsempfang

Krise vorbei: 500 neue Fördermitglieder

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Der BRK-Kreisverband hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Nach der stürmischen Hauptversammlung vor einem Jahr hat sich das Rote Kreuz gesellschaftlich und wirtschaftlich konsolidiert.

Erding - Die Kreisverbände des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sind vielschichtige und fragile Systeme. Haupt- und Ehrenamtliche arbeiten nebeneinander, einige Geschäftsfelder werfen Erträge ab, andere sind auf Spenden angewiesen. Und dann ist da noch die wachsende Konkurrenz von privaten Firmen, die es auf das Monopol des BRK-Rettungsdienstes abgesehen haben. Im Falle des Erdinger BRK kam 2017 hinzu, dass die Vorstandswahl in der Hauptversammlung den Kreisverband in eine tiefe Krise gestürzt und die Spaltung gedroht hatte.

Nun, 13 Monate später, hat das BRK wieder ruhigeres Fahrwasser erreicht. Beim Frühjahrsempfang im Schrannensaal der Sparkasse legte BRK-Kreisgeschäftsführin Gisela van der Heijden eine beeindruckende Bilanz vor. Der hässliche Streit um den Vorsitz hat dem Kreisverband nämlich keine Abwanderungswelle der so wichtigen Fördermitglieder beschert. Im Gegenteil: Deren Zahl stieg laut van der Heijden um 562 auf 10 616.

Das war die eine wirtschaftlich relevante Botschaft. Die andere: Der Anteil des Rettungsdienstes an den Einnahmen des Kreisverbands ist von über 80 auf 52 Prozent gesunken. Das liege, so die Geschäftsführerin, aber nicht daran, dass diese Sparte schwächele, sondern dass andere aufgeholt hätten. „Das lässt mich hinsichtlich der kommenden Ausschreibungen der Rettungswachen deutlich ruhiger schlafen“, so van der Heijden.

Drei Wachen betreibt das BRK. Über sie wurden im Vorjahr 17 606 Einsätze abgewickelt – 11 234 in Erding, 3315 in Dorfen und 1959 in Taufkirchen. Letztere wird derzeit an der B 388 neu gebaut und soll im Juli bezogen werden.

Auch über die anderen Gliederungen legte van der Heijden Rechenschaft ab. Sie erwähnte das Kinderhaus in Altenerding mit 5380 Betreuungsstunden, die Schulkindergärten in Dorfen und Erding mit knapp 3500 Stunden, das einjährige Bestehen der Asylsozialberatung in Lindum bei Dorfen und Oberding mit 160 Geflüchteten und die Kleiderläden in Erding und Taufkirchen, in denen knapp 24 000 Textilien über die Theke gegangen seien. Der Betreute Fahrdienst habe 11 500 Fahrten durchgeführt. Der Hausnotruf vermeldete 339 Kontakte und 6700 zurückgelegte Kilometer. 124 Mal sei der rettende Knopf gedrückt worden. Der Menüservice habe knapp 8000 Essen ausgeliefert und verkauft.

Wasserwacht und Jugendrotkreuz seien wichtige Gliederungen, die eine mit 1121 Mitgliedern, die andere mit 63, bilanzierte van der Heijden. 40 Unterstützer zählt die jüngste BRK-Tochter, der Bereich Wohlfahrt & Soziales.

Eine wichtige Stütze für den Rettungsdienst bilden die Bereitschaften. In über 17 000 Stunden stärkten die Ehrenamtlichen die hauptberuflichen Retter. 283 Sanitätsdienste wurden absolviert. Ferner erwähnte van der Heijden den Blutspendedienst und den Glückshafen mit jährlich 100 000 verkauften Losen.

Hoch erfreut zeigte sie sich, dass die Übernahme der Trägerschaft für das Frauenhauses erfolgreich verlaufen sei. „Das Haus ist heute voll - fünf Frauen und drei Kinder.“

Der neue Bürgertreff am Rätschenbach in Erding sei eine große Errungenschaft. Hier wolle man Jung und Alt mit einem bunten Programm zusammenbringen. Und der rollende Supermarkt nimmt am 2. Mai Fahrt auf. Mehrmals betonte van der Heijden, wie gut Haupt- und Ehrenamtliche sich ergänzten.

Kreisvorsitzender Franz Hofstetter hatte zuvor erklärt: „Das BRK leistet einen kleinen Beitrag dazu, die Welt zu verbessern.“ Und als Gastgeber bescheinigte Sparkassen-Vorstandsmitglied Michael Utschneider: „Ohne das BRK gäbe es den Sozialstaat Deutschland nicht.“

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